Eine Frau unterschreibt am Bartresen eine Rechnung
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Kleiner Bonus? Großer Bonus? Wie viel Trinkgeld ist richtig?

von Thomas Stuwe, 20.05.2026

Es klingelt an der Tür: Die Pizza ist da! Das ging ruck zuck. Ruck zuck sprintest du auch zur Tür und schnappst dir dein Portemonnaie – doch dann zögerst du und überlegst: Wie viel Trinkgeld solltest du für die flotte Lieferung geben? Was ist angemessen – was wirkt vielleicht geizig oder prahlerisch? Wir haben hier für dich die Antworten und einige einfache Spielregeln zusammengestellt – damit du nicht in die Fettnäpfchen-Falle beim Trinkgeld trittst.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt : Trinkgeld in Deutschland

  • Trinkgeld ist in Deutschland freiwillig – als Anerkennung für guten Service. 
  • Wie viel Trinkgeld man gibt, liegt im Ermessen. Üblich sind je nach Serviceleistung und Zufriedenheit 5 bis 15 Prozent des Rechnungsbetrags. 
  • Wenn du beim Geschäftsessen im Restaurant Trinkgeld gibst, kannst du es auch von der Steuer absetzen. 

Ist Trinkgeld Pflicht?

Nein, grundsätzlich musst du kein Trinkgeld geben, eine gesetzliche Pflicht gibt es in Deutschland nicht. So steht es in der Gewerbeordnung: „Trinkgeld ist ein Geldbetrag, den ein Dritter ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten Leistung zahlt“.Einfach ausgedrückt: Trinkgeld ist freiwillig und deine persönliche Entscheidung.

Am meisten verbreitet ist es bei Serviceleistungen. Typische Beispiele sind Trinkgeld für Friseur*innen, Kellner*innen, Taxifahrer*innen, Gärtner*innen, Pizzabot*innen und Reinigungskräfte. Hier gilt in der Regel: Je zufriedener du mit der Leistung bist, desto höher darf dein Trinkgeld ausfallen. 

Ein Kunde hinterlässt 5 Euro auf einem Trinkgeld-Teller
© istock/nito100/2017  Auf den Teller mit der Rechnung kommt auch das Trinkgeld.

Wie viel Trinkgeld gibt man in Deutschland?

Wie viel Trinkgeld du gibst, hängt auch vom Bereich ab – mit diesen Faustregeln bist du auf der sicheren Seite: 

  • Im Restaurant: 5 bis 10 Prozent.Bei höheren Rechnungen reichen die 5 Prozent.
  • Friseursalon: 10 bis 15 Prozent.
  • Im Hotel für den Zimmerservice: 2 bis 5 Euro pro Einsatz. 
    Bei der An- und Abreise sind 2 Euro pro Gepäckstück üblich. Übernimmt das Hotel Extraleistungen (zum Beispiel das Besorgen von Eintrittskarten), sind durchaus 10 Euro angebracht.
  • An der Garderobe: Zwischen 50 Cent und 2 Euro.
  • Taxi: 5 bis 10 Prozent des Fahrpreises. 
  • Umzug: 5 bis 10 Euro pro Möbelpacker*in bei einem lokalen Umzug und 10 bis 20 Euro bei einem Fernumzug. 

Für manche Dienstleistungen gibt es keine festen Trinkgeld-Regeln – etwa bei Lieferdiensten oder Handwerksarbeiten. Hier liegt die Entscheidung ganz bei dir: Wie zufrieden warst du und wie viel möchtest du geben? Auch dein Budget spielt dabei eine Rolle.

Übrigens: Du kannst deine Dankbarkeit nicht nur mit Geld zeigen. Auch kleine Gesten kommen gut an – etwa Verpflegung bei Garten- oder Umzugshilfe oder einfach ein ehrliches Dankeschön. 

Zwei Personen tragen Stühle über Kopf durch eine Straße
© istock/gautier075/2009  Beim Umzug kann es statt Trinkgeld auch ein kleines Geschenk als „Dankeschön“ sein.

Wie übergebe ich das Trinkgeld am besten?

Im Restaurant sagst du einfach der Bedienung, um welchen Betrag du die Rechnung erhöht haben möchtest. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du per Girocard, Wallet-App oder Kreditkarte bezahlst. Bei der Barzahlung kannst du auch einen Teil des Wechselgeldes direkt als Trinkgeld zurückgeben oder auf dem Tisch liegen lassen.

Einfach einen erhöhten Rechnungsbetrag zu nennen, funktioniert immer dann, wenn du den fälligen Betrag unmittelbar bezahlst, zum Beispiel im Friseursalon oder beim Pizzadienst. Was aber, wenn du die Rechnung per Überweisung bezahlst? Da zahlst du besser den exakten Betrag und gibst den Lieferant*innen oder Handwerker*innen eine kleine Aufmerksamkeit in bar.

Heute kannst du Trinkgeld auch bequem digital geben – etwa per App oder direkt am Kartenlesegerät. Bei Lieferdiensten wie etwa Lieferando wählst du nach der Bestellung einfach einen Prozentsatz aus, zum Beispiel 5, 10 oder 15 Prozent oder gibst eine individuelle Zahl ein. Auch im Restaurant tauchen immer öfter Trinkgeldbuttons auf, über die du den Betrag direkt beim Bezahlen festlegen kannst.

Immer weniger Menschen geben Trinkgeld

Laut einer aktuellen Studie der Hochschule Fresenius ist Trinkgeld für viele Menschen in Deutschland keine Selbstverständlichkeit mehr. Während ein zusätzlicher Obolus im Restaurant für 82 Prozent der Befragten und bei Lieferdiensten für 66 Prozent weiterhin zum guten Ton gehört, gehen andere Branchen häufiger leer aus. So gibt nur noch etwa jede zweite Person Trinkgeld bei Taxifahrten. Bei Handwerksleistungen sind es lediglich 35 Prozent, und auch beim Pflegepersonal ist Trinkgeld mit 26 Prozent inzwischen eher die Ausnahme. 

Wie berechne ich 10 Prozent Trinkgeld?

10 Prozent hast du schnell im Kopf ausgerechnet, wenn du einfach die letzte Ziffer des Rechnungsbetrags weglässt beziehungsweise das Komma um eine Position nach links verschiebst. Von 70,00 Euro sind 10 Prozent Trinkgeld also 7,00 Euro. Von 12,00 Euro sind es 1,20 Euro. Von diesem Richtwert kannst du etwas abziehen oder ihn noch etwas erhöhen, je nachdem, was üblich ist und wie groß deine Anerkennung ausfallen soll. 

Manchmal erhältst du dabei auch krumme Beträge, wie zum Beispiel bei einem Rechnungsbetrag von 75,85 Euro. Möchtest du hier 10 Prozent Trinkgeld geben, wären das nach obiger Rechnung 7,58 Euro. Insgesamt würdest du also 83,43 Euro bezahlen (75,85 plus 7,58). Diese Berechnung ist im Alltag unpraktisch. Einfacher: Runde in solchen Fällen auf den nächsten glatten zweistelligen Betrag auf, also von 75,85 Euro auf 80 Euro. Du willst die Leistung großzügiger honorieren? Dann orientiere dich an der 10-Prozent-Regel und zahle zwischen 82 und 85 Euro. 

Wenn du dich lieber nicht aufs Kopfrechnen verlassen möchtest, findest du im Internet passende Apps:

Ein Mann in Geschäftskleidung zahlt im Restaurant mit der Kreditkarte
© istock/Ridofranz/2017  Auch wenn du mit der Kreditkarte bezahlst, ist ein Trinkgeld machbar, indem du einen erhöhten Rechnungsbetrag nennst oder den entsprechenden Button drückst.

Kann ich das Trinkgeld vom Geschäftsessen absetzen?

Ja, auch das Trinkgeld bei einem Geschäftsessen kannst du grundsätzlich von der Steuer absetzen. Es zählt – genau wie das Essen selbst – zu den Betriebsausgaben.  

Wenn du das Geschäftsessen steuerlich geltend machen möchtest, solltest du dir im Restaurant dafür einen Bewirtungsbeleg ausstellen lassen. Idealerweise ist der „tip“, wie Trinkgeld auf Englisch heißt, hier bereits ausgewiesen. Wenn du das Trinkgeld bar gibst, bittest du die Servicekraft, den Betrag auf dem Bewirtungsbeleg zu notieren und zu unterschreiben.

Wenn das nicht möglich ist, kannst du einen sogenannten Eigenbeleg erstellen. Das ist eine selbst geschriebene Bestätigung über das gezahlte Trinkgeld. Darin sollten stehen:

  • Datum
  • Höhe des Trinkgelds
  • Anlass des Geschäftsessens
  • Name des Restaurants
  • Deine Unterschrift

Praktisch: Zahlst du das Essen mit Karte, dient die Kartenzahlung zusätzlich als Nachweis.

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Wie viel Trinkgeld ist in Deutschland üblich?

In Deutschland sind 5 bis 10 Prozent im Restaurant üblich, bei sehr gutem Service auch bis zu 15 Prozent. In anderen Bereichen wie Taxi oder Kosmetiksalon gelten ähnliche Richtwerte. Letztlich hängt die Höhe des Trinkgelds von deiner Zufriedenheit ab.

Ist Trinkgeld in Deutschland Pflicht?

Nein, Trinkgeld ist freiwillig. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, einen zusätzlichen Betrag zu zahlen. Es gilt als Anerkennung für guten Service und liegt immer im eigenen Ermessen – unabhängig von Branche oder Rechnungsbetrag. 

Wie berechne ich 10 Prozent Trinkgeld schnell?

Um 10 Prozent zu berechnen, verschiebst du das Komma einfach eine Stelle nach links. Aus 70,00 Euro werden so 7,00 Euro Trinkgeld. In der Praxis wird meist auf einen runden Betrag aufgerundet, um die Zahlung zu vereinfachen.

Wie gibt man Trinkgeld richtig?

Im Restaurant nennst du beim Bezahlen einfach den Gesamtbetrag inklusive Tip (Trinkgeld). Bei Barzahlung kannst du Wechselgeld liegen lassen. Bei Kartenzahlung oder online wird Trinkgeld oft direkt über Buttons oder durch Eingabe eines höheren Betrags gegeben. 

Muss ich auch bei Lieferdiensten Trinkgeld geben?

Es gibt keine festen Regeln für Lieferdienste. Trinkgeld ist auch hier freiwillig. Viele geben kleine Beträge oder runden auf, besonders bei schnellem oder freundlichem Service. Die Höhe hängt stark von deiner Zufriedenheit ab. 

Kann man Trinkgeld von der Steuer absetzen?

Ja, bei Geschäftsessen kannst du Trinkgeld als Betriebsausgabe absetzen. Dafür benötigst du einen Bewirtungsbeleg oder Eigenbeleg, auf dem das Trinkgeld vermerkt und quittiert ist. So lässt sich der Betrag steuerlich geltend machen. 

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