Frau steht mit ihren Einkäufen an der Supermarktkasse
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Geld abheben im Supermarkt: So funktioniert das „Cashback“

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 11.09.2020

Wie ärgerlich: Sie sind unterwegs zum Wochenmarkt und wollen dort frisches Gemüse besorgen. Aber erst jetzt fällt Ihnen ein, dass Sie bei Ihrem Lieblingsstand ja gar nicht mit Karte bezahlen können. Tja, manchmal muss es eben noch Bargeld sein. Aber das Portemonnaie ist leer und der nächste Geldautomat fern? Wie gut, wenn Sie vorher noch im Supermarkt sind. Denn dort können Sie zusammen mit Ihrem Einkauf gleich noch ein paar Scheine und Münzen mitnehmen. Die KlarMacher zeigen Ihnen, was Sie dazu wissen müssen.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt

Auf den Punkt

  • In den meisten Supermärkten können Sie bis zu 200 Euro Bargeld bekommen.
  • Voraussetzung für den Service ist, dass Sie gleichzeitig etwas kaufen und mit Karte bezahlen.
  • Der Betrag, den Sie sich auszahlen lassen möchten, kommt dann zur Einkaufsrechnung hinzu.
  • Bis auf Ausnahmen funktioniert der Service nur bei Zahlung mit Girocard. 

So bekommen Sie Bargeld im Supermarkt

Wenn Sie Bargeld brauchen und gerade im Supermarkt einkaufen, können Sie sich an der Kasse eine Wunschsumme auszahlen lassen. Das Geld wird von Ihrem Konto abgebucht. Und so geht es:

  • An der Kasse sagen Sie, dass Sie einen bestimmten Betrag in bar abheben möchten.
  • Ihre Wunschsumme wird auf die Einkaufsrechnung addiert.
  • Sie bezahlen wie üblich mit der Karte und der Eingabe Ihrer PIN.
  • Die Kassenkraft zahlt Ihnen das Bargeld aus.

Dieses Verfahren nennt sich „Cashback“. Diese Bezeichnung steht allerdings auch für manche Bonusprogramme, bei denen Sie Geld oder Rabatte für eine bestimmte Anzahl von Einkäufen bekommen. Um Verwechslungen damit zu vermeiden, nutzen viele Supermärkte den Begriff nicht, sondern nennen den Service einfach „Bargeld abheben“ oder ähnlich.

Für den Cashback-Service gelten allerdings einige Bedingungen:

  • Ohne Einkauf geht es nicht. Sie müssen schon etwas aufs Kassenband legen, damit man Ihnen Bargeld auszahlt.
  • Wie hoch der Einkaufswert sein muss, ist unterschiedlich. Üblich sind 10 Euro, bei Lidl und Aldi Süd sind es nur 5 Euro (Stand: August 2020).
  • In der Regel gibt es den Service nur, wenn Sie mit einer Girocard bezahlen (siehe auch den Absatz „Kann ich mit Kreditkarte Geld abheben?”).
  • Bargeld bekommen Sie nur bis zu einer festgelegten Höhe. Der Maximalbetrag liegt meistens bei 200 Euro.
Blick in ein Portemonnaie, gefüllt mit mehreren Euro-Scheinen
© istock/photoschmidt/2019  Blick in ein Portemonnaie, gefüllt mit mehreren Euro-Scheinen

In diesen Märkten können Sie Bargeld „abheben“

Mittlerweile bieten alle großen Supermarktketten und Discounter Cashback an. Einzige Ausnahme: Aldi Nord (Stand: August 2020).

Wo Sie zu welchen Bedingungen Bargeld bekommen, zeigt diese Übersicht:

Geschäft  EinkaufswertBargeldBenötigte Karte
Aldi Südab 10 Euro10 bis 200 EuroGirocard oder Kreditkarte
Aldi Nordnicht verfügbarnicht verfügbarnicht verfügbar
dmab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
Edekaab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
familaab 20 Euromax. 200 Euro Girocard
Globusab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
Kauflandnicht verfügbarnicht verfügbarnicht verfügbar
Lidlab 5 Euro10 bis 200 EuroGirocard
Marktkaufab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
Müllerab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
Nettoab 5 Euro max. 200 EuroGirocard
Normaab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
NP Discountab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
Pennyab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
Reweab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
Rossmannnicht verfügbarnicht verfügbarverfügbar
Skyab 10 Euromax. 200 EuroGirocrad
tegutab 20 Euromax. 200 EuroGirocard
toomab 10 Euromax. 200 EuroGirocard
Wasgauab 20 Euromax. 200 EuroGirocard

Stand: August 2020

Das kostet die Bargeldspritze im Supermarkt

Für Sie ist der Cashback-Service mit der Girocard in aller Regel kostenlos. Aber für den Supermarkt wird pro Auszahlung eine Gebühr fällig. Warum er sich trotzdem darauf einlässt? Zum einen verdient er an Ihrem Mindesteinkauf. Zum anderen hofft er auf eine engere Kundenbeziehung zu Ihnen. Er spekuliert nämlich darauf, dass Sie wegen des Services lieber bei ihm einkaufen als bei seiner Konkurrenz zwei Straßen weiter.

Auch gut für den Supermarkt: Durch die Abhebungen hat er weniger Bargeld im Laden. Das bedeutet weniger Aufwand bei der Kassenabrechnung und ein geringeres Risiko von Raubüberfällen.

Frau tippt ihre PIN in ein Bezahlterminal im Supermarkt
© istock/Juanmonino/2014  Im Supermarkt gilt wie am Bankautomaten: Achten Sie darauf, dass niemand Ihre PIN mitlesen kann.

Ist das Geldabheben sicher?

Ja. Es gelten dieselben Sicherheitsstandards wie beim Bezahlen oder Geldabheben am Automaten. Insofern sollten Sie sich an die  bekannten Vorsichtsmaßnahmen halten, also vor allem die PIN verdeckt eingeben. Bitten Sie im Zweifel die Umstehenden, etwas Abstand zu nehmen, damit Ihnen niemand über die Schulter sehen kann.

Auch über Falschgeld brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Zwar sind Supermärkte (im Gegensatz zu Banken) nicht verpflichtet, Bargeld vor der Auszahlung an Sie auf Echtheit zu prüfen. Aber die Kassierer achten von selbst darauf, dass keine Blüten in ihrer Kasse landen. Deshalb schieben sie zum Beispiel jeden größeren Schein in ein Prüfgerät.

Kann ich mit Kreditkarte Geld abheben?

Fast alle Supermärkte akzeptieren für Cashback nur die Girocard. Grund: Die Gebühren sind für die Händler niedriger als bei der Kreditkarte. Trotzdem kann es sein, dass Ihnen ein Supermarkt den Service auch mit einer Kreditkarte anbietet – gegen einen Aufschlag, versteht sich.

Eine Ausnahme stellt Aldi Süd dar. Dort können Sie auch mit Kreditkarte ohne Extragebühr Geld abheben (Stand: August 2020).

Übrigens: Auch beim kontaktlosen Bezahlen per NFC gibt es in der Regel kein Bargeld. 

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