Eine Lupe vergrößert den Wert je eines 500- und 200-Euro-Scheins, die auf einem Tisch zusammen mit einem 100-Euro-Schein liegen
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Fake oder echt? So erkennen Sie Falschgeld

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 16.10.2020

Sie zweifeln daran, dass der 200-Euro-Schein tatsächlich echt ist, den Sie beim Verkauf Ihres Kleiderschranks in die Hand gedrückt bekamen? Und was ist mit der ungewöhnlich aussehenden 2-Euro-Münze, die als Rückgeld aus dem Parkautomaten klimperte? Sie müssen kein Experte sein, um Falschgeld auf die Spur zu kommen. Die KlarMacher zeigen Ihnen, wie Sie Scheine und Münzen anhand ihrer Sicherheitsmerkmale auf Echtheit prüfen können.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt

Auf den Punkt

  • Prüfen Sie die Sicherheitsmerkmale der Banknote oder Münze, um Falschgeld zu erkennen.
  • Geben Sie bei einem Verdacht das Geld auf keinen Fall weiter.
  • Informieren Sie unbedingt die Polizei, wenn Sie überzeugt sind, Falschgeld zu besitzen.

Woran können Sie falsche Banknoten erkennen?

Alle Euro-Banknoten haben bestimmte Sicherheitsmerkmale, die das Fälschen erschweren sollen. Wer die Geldscheine daraufhin prüft, kann Fälschungen gut durchschauen. Denn auch wenn Betrüger sich viel Mühe geben, schaffen sie es meistens nicht, sämtliche Sicherheitsmerkmale überzeugend nachzuahmen. Es bleiben häufig gut erkennbare Schwachstellen.

Wie Sie eine Banknote auf welche Sicherheitsmerkmale selbst prüfen können, sehen Sie im Folgenden am Beispiel des 50-Euro-Scheins. Er ist laut Statista der in Deutschland am weitesten verbreitete Geldschein. Die Informationen zu den Sicherheitsmerkmalen beziehen sich hier auf die sogenannte Europa-Serie der Euro-Banknoten, die derzeit hauptsächlich im Umlauf ist.

Auf beiden Seiten der Banknote zu finden:

  1. Wasserzeichen: Wenn Sie die Banknote gegen das Licht halten, sollte in dem weißen Bereich des Scheins ein Wasserzeichen deutlich zu sehen sein. Es zeigt den Wert des Geldscheins sowie das Porträt der Europa aus der griechischen Mythologie.
  2. Sicherheitsfaden: Er ist auch im Gegenlicht sichtbar und läuft quer über den Schein, direkt durch die große 50. Auf dem Faden sind abwechselnd das Euro-Zeichen und der Wert des Scheins zu sehen. Allerdings ist die Schrift so klein, dass Sie diese unter Umständen nur mit einer Lupe erkennen.
  3. Mikroschrift: Sie finden auf der Banknote an mehreren Stellen sehr kleine Schriftzeichen. Wie etwa auf der Vorderseite in einigen der Sterne. Mit dem bloßen Auge sind sie aber kaum zu erkennen. Hierfür ist ebenfalls eine Lupe von Vorteil.

Nur auf der Vorderseite vorhanden:

  1. Fühlbares Relief: Bewegen Sie den Finger auf der linken oder rechten Seite am Rand des Scheins entlang. Hier sollten Sie eine Erhöhung der dort eingeprägten Buchstaben bzw. Striche fühlen. Auch die große 50 oben leicht links von der Mitte und das Hauptmotiv haben eine solche Prägung.
  2. Smaragdzahl: Links unten auf dem Schein ist eine 50 zu sehen, die teilweise grün glänzt. Halten Sie den Geldschein gerade vor sich und kippen ihn dann nach vorne und hinten. Dabei muss sich der Glanz auf der Zahl bewegen. Die nicht glänzenden Stellen sollten blau erscheinen.
  3. Hologramm-Streifen und Fenster: Auf der rechten Seite der Banknote befindet sich ein breiter, silbern glänzender Streifen. Wenn Sie die Banknote hin- und herbewegen, sollten Sie darauf das Hauptmotiv des Scheins erkennen können. An zwei Stellen müssten zudem abwechselnd der Wert des Scheins und das Euro-Zeichen auftauchen. Wenn Sie den Schein gegen das Licht halten, sollte über dem Hauptmotiv darüber hinaus eine Art Fenster zu sehen sein – mit dem Porträt der mythologischen Figur Europa darin.

Nur auf der Rückseite vorhanden:

  1. Fenster: Links oben ist das Fenster, das auch auf der Vorderseite in dem Hologramm-Streifen zu sehen ist. Wenn Sie den Schein hin- und herbewegen, sollten Sie hier mehrere Male den Wert der Banknote glänzen sehen. Halten Sie die Banknote gegen das Licht, muss sich das Porträt der Europa zeigen.
  2. Glanzstreifen: Dieses Sicherheitsmerkmal befindet sich links von der Mitte und läuft quer über den Schein. Der Streifen glänzt leicht und zeigt den Wert des Scheins sowie das Euro-Symbol. Je nachdem, in welchem Winkel Sie die Banknote halten, sollte der Streifen mal deutlicher und mal kaum zu sehen.
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Welche Geräte helfen dabei, Banknoten zu prüfen?

Mit den eigenen Augen und durch Fühlen lassen sich falsche Banknoten, die oft auch als Blüten bezeichnet werden, in der Regel recht treffsicher erkennen. Doch die eigenhändige Prüfung kostet Zeit und ist beispielsweise je nach Lichtverhältnissen auch nicht immer einfach. 

Geräte können Sie dabei unterstützen, Falschgeld mit wenigen Handgriffen zu identifizieren. Es gibt dabei ganz einfache Modelle, die nur bestimmte Sicherheitsmerkmale testen. Und es gibt komplexe Prüfgeräte, die alle vorhandenen Merkmale analysieren können.

Ein typisches einfaches Prüfgerät für Banknoten haben Sie vielleicht schon einmal gesehen. Es steht oft in Supermärkten, Tankstellen oder anderen Läden an der Kasse und hilft durch UV-Licht, Falschgeld zu erkennen. Das ultraviolette Licht lässt beispielsweise auf einem 50-Euro-Schein die Sterne und einige andere Stellen leuchten. Wie eine echte Banknote unter diesem sogenannten Schwarzlicht aussieht, zeigt das folgende Bild. Manchmal haben diese Prüfgeräte auch zusätzlich ein Weißlicht eingebaut. Das macht die Wasserzeichen auf dem Schein sichtbar.

Ein Geldschein liegt in dunkler Umgebung und wird mit UV-Licht angestrahlt
© istock/Ojimorena/2016  Geräte mit Schwarzlicht zeigen einige der Sicherheitsmerkmale auf Banknoten und können so ihre Echtheit bestätigen.

Deutlich mehr können Geräte, die selbstständig und in wenigen Sekunden ganze Stapel von Geldscheinen auf ihre Echtheit prüfen. Neben dem Test unter UV-Licht kommen hier etwa folgende Techniken zum Einsatz:

  • Infrarotsensoren: Sie messen unter anderem, wie groß und dick die Geldscheine sind und ob sie damit den offiziellen Euro-Banknoten entsprechen.
  • Magnetsensoren: Sie überprüfen den Sicherheitsfaden, der unterschiedliche magnetische Eigenschaften aufweisen kann.
  • Farbsensoren: Sie checken die Farbechtheit von Banknoten.

Hersteller von Prüfgeräten für Banknoten können diese von der Bundesbank auf ihre Zuverlässigkeit testen lassen. Bestehen sie die Tests, kommen sie auf diese Liste.

Mithilfe von Apps Falschgeld aufspüren?

Mithilfe von Apps Falschgeld aufspüren?

Es wird bereits seit Längerem an unterschiedlichen Apps gearbeitet, die es ermöglichen sollen, Falschgeld zu erkennen. Sie funktionieren in der Regel über die Smartphone-Kamera, mit deren Hilfe sie die Banknoten prüfen. Hierzulande ist bisher jedoch keine App zur Falschgelderkennung auf dem Markt zu finden.

Wie lässt sich die Echtheit von Münzen testen?

Münzen lassen sich ebenfalls per Hand auf ihre Echtheit prüfen. Wichtig ist es, sich die Prägung genau anzusehen. Bei echten Münzen ist diese sehr genau ausgearbeitet. Falschgeld weist hier oft Fehler oder Ungenauigkeiten auf, da es für die Fälscher schwierig ist, an die Qualität der Original-Prägungen heranzukommen. Auch die Farbe und Beschichtung kann laut dem Leitfaden Münzen der Deutschen Bundesbank Hinweise darauf liefern, ob es sich bei einer Münze um eine Fälschung handelt.

Ebenso lässt sich mit einem Magneten Falschgeld erkennen. So sind die echten Cent-Münzen mit den Werten 10, 20 und 50 nicht magnetisch. Die 1er, 2er und 5er der Cent-Münzen sind es allerdings schon. Die originalen Euro-Münzen sind wiederum nur teilweise und wenig magnetisch. Und zwar in der Mitte, nicht aber an ihrem goldenen beziehungsweise silbernen Rand.

Wer sich nicht nur auf sein eigenes Urteil verlassen möchte, kann auch bei Münzen auf ein Prüfgerät setzen. Von der Deutschen Bundesbank erfolgreich getestete Geräte finden Sie auf dieser Liste (auf Englisch).

Eine Hand an einem Schalter liegt auf vier aufgefächerten Geldscheinen
© GettyImages/Thierry Dosogne  Taucht Falschgeld auf, zieht die Bundesbank es ein. Den Schaden bekommen Sie jedoch nicht ersetzt.

Warum heißt Falschgeld auch „Blüten”?

Warum heißt Falschgeld auch „Blüten”?

Mit Pflanzen hat das Wort nichts zu tun, auch wenn das naheliegend erscheint. Es gibt unterschiedliche Theorien darüber, wie der Begriff zustande kam. Einig sind sich viele Experten darüber, dass er im Mittelalter geprägt wurde. Bereits damals war es gang und gäbe, mit den im Umlauf befindlichen Münzen zu betrügen und diese zu fälschen. Findige Betrüger polierten etwa Pfennige derart auf Hochglanz, dass sie als höherwertige Münzen durchgehen sollten. Diese Pfennige wurden oft „Blede” genannt, übersetzt etwa „Goldstück”. Eine häufig vertretene Theorie besagt, dass aus diesem Wort im Laufe der Zeit „Blüte” wurde.

Was tun, wenn Sie Falschgeld finden?

Wenn Sie nach der Prüfung der Sicherheitsmerkmale der Meinung sind, dass Sie Falschgeld in den Händen halten, dann lassen Sie Ihren Verdacht bestätigen. Das ist beispielsweise bei einer regulären Bank oder Sparkasse möglich. Aber auch bei der Deutschen Bundesbank können Sie laut Bundeskriminalamt (BKA) Geld eindeutig auf seine Echtheit prüfen lassen. 

Wenn es sich tatsächlich um Falschgeld handelt, dann informieren Sie die Polizei. Dieser Aufwand hat einen guten Grund: Falschgeld weiterzugeben ist unter Umständen strafbar. Die Polizei nimmt das Geld an sich und versucht, den Händler beziehungsweise Fälscher ausfindig zu machen. Den Wert des Falschgeldes bekommen Sie allerdings nicht ersetzt. 

Fällt Ihnen direkt bei der Annahme des Geldes auf, dass es sich wahrscheinlich um Blüten handelt, können Sie auch sofort die Polizei hinzuziehen. Im besten Fall halten Sie den Betrüger, von dem Sie das Falschgeld haben, so lange hin, bis die Beamten vor Ort sind. Das BKA rät aber ganz klar davon ab, etwas zu unternehmen, das für Sie eine Gefahr bedeutet.

Wie viel Falschgeld ist im Umlauf?

Wie viel Falschgeld ist im Umlauf?

Das genau zu beantworten, ist unmöglich. Denn nicht jedes gefälschte Geld wird entdeckt. Aber die Deutsche Bundesbank gibt an, dass sie im Jahr 2019 insgesamt 55.200 fal­sche Euro-Bank­no­ten im Wert von 3,3 Millionen Euro eingezogen hat. Das sind fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Mit 56 Prozent am häufigsten betroffen war 2019 der 50-Euro-Schein. Danach folgte der 20er mit 24 Prozent. Die weiteren Banknoten hatten jeweils einen Anteil von unter zehn Prozent. Am seltensten wurde der 5-Euro-Schein eingezogen. Er machte nur ein Prozent der aus dem Verkehr gezogenen Banknoten aus.

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