Hamburg, 1. Juni 2026

KI-Initiative erprobt konkrete Anwendungsfälle für die Hanseatic Bank

Ein sechsköpfiges Team aus der Digital Factory hat eine Innovationsentwicklungsinitiative gegründet, um gemeinsam konkrete Anwendungsfälle für künstliche Intelligenz in der Hanseatic Bank zu erproben. Sie erhielten die Möglichkeit, sich zwei Wochen von ihrem normalen Arbeitsalltag zurückzuziehen, um Ideen und Innovationen zu erproben – mit dem Ziel aufzuzeigen, was mit künstlicher Intelligenz in einer sichereren Umgebung möglich ist und welchen Mehrwert sie bietet.

Das Team hat auf einer selbst betriebenen Plattform, die Datenschutz, IT-Security und AI Compliance von Anfang an mitdenkt, den kompletten Prozess einer inhouse konzipierten „customized KI“ erprobt.

Lars Feddern und Mohamed (Momo) Hoppe, beide tätig als Software Engineer bei der Hanseatic Bank, beantworten unsere wichtigsten Fragen, wie so etwas von innen aussieht.

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Lars Feddern und Mohamed Hoppe sind Teil der KI-Initiative der Hanseatic Bank.

1. Was war der Auslöser für eure Idee?

Lars: Den Anstoß gab die Bachelorarbeit von Momo, der seinen Studienabschluss bei uns gemacht hat – Thema: ein KI-gestützter Chatbot für die Hanseatic Bank. Daraus entstanden viele offene Fragen und die Idee dafür, die technische Grundlage zu schaffen. Als das Thema KI in der Bank generell Fahrt aufnahm – unter anderem durch die Einführung eines eigenen Large Language Models auf Basis von ChatGPT – wurden die Fragen drängender: Was ist mit weiteren Use Cases? Was ist mit Datenschutz? Das war der Moment, in dem uns klar wurde, dass wir eine eigene KI-Plattform entwickeln möchten, auf der sich verschiedene Prozesse und Arbeitsweisen datenschutzkonform abbilden lassen.

2. Selbst betriebene KI-Plattform statt Standardlösung – was steckt hinter dieser Entscheidung?

Momo: Das Ziel war eine Lösung, die unabhängig von externen Dienstleistern und gezielt auf die Bedürfnisse der Hanseatic Bank zugeschnitten ist. Um bürokratische Hürden zu minimieren, sollte die Plattform von Anfang an inhouse entstehen – mit konkreten Anwendungsfällen direkt in der Testphase. Drei Use Cases wurden identifiziert, intern gechallenged und letztlich von internen Sponsoren freigegeben. Die zentrale Frage dahinter: Ist KI für diese Anwendungsfälle überhaupt schon reif – und wenn ja, wo lassen sich Prozesse nachweisbar verschlanken und Kosten einsparen?

3. Wie habt ihr euer Team zusammengestellt?

Lars: Nach 6 Monaten Vorbereitung, intensiver Recherche und vielen Selbsttests hatten wir ein solides Fundament an Wissen und einen MVP für die Plattform aufgebaut. Irgendwann war klar: Es braucht eine Phase der Konzentration, quasi eine Klausur, um aus den Erkenntnissen echte Ergebnisse zu machen. Wir suchten gezielt nach Kolleg*innen, die Lust hatten mitzumachen – und so entstand das Kernteam der Initiative.

4. Welcher Moment im Projekt hat euch am meisten überrascht?

Lars: Überrascht haben uns die positiven Reaktionen aus unserem Bereich und der gesamten Bank nach dem Review der ersten Woche. Wir hatten mit mehr Vorsicht und Bedenken gerechnet.

5. Was können andere Teams in großen Organisationen aus euren Erfahrung mitnehmen?

Momo:

  1. Einfach mal machen: Zeit nehmen und geben, um Innovationen und aktuelle Trends kennenzulernen und zu verproben.
  2.  Think before buy: Fast jeder Dienstleister wirbt mit KI als Buzzword, aber es braucht nicht immer einen externen Anbieter, von dem man dann abhängig ist. Eigenes Wissen in diesem Bereich aufzubauen ist essenziell, um KI besser zu verstehen und einzusetzen.
  3.  KI greifbar machen: Mitarbeitende fördern und fordern die Fähigkeiten von KI kennenzulernen und in ihre Arbeit zu integrieren.

 

Über die Hanseatic Bank GmbH & Co KG
Die Hanseatic Bank ist seit ihrer Gründung 1969 in Hamburg zu Hause, Kund*innen und Partner hatte sie von Beginn an in ganz Deutschland. Denn Werner Otto hatte sie ins Leben gerufen, um den Kund*innen des Otto Versands die Finanzierung ihrer Wünsche zu ermöglichen. 2005 übernahm die französische Großbank Société Générale 75 Prozent der Anteile, die Otto Group hält weiterhin 25 Prozent. Inzwischen haben sich sowohl der Kund*innenstamm als auch die Produktpalette deutlich erweitert. Neben Konsumkrediten zählen heute auch Einlagen, Versicherungen und das Factoring zu den Geschäftsfeldern der Hamburger Privatbank. Ein Spezialgebiet sind ihre Kreditkarten mit innovativen Leistungen für Kund*innen und Kooperationspartner.  

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