Hamburg, 26. August 2026

Gemeinsam stark für Finanzkompetenz: Interview mit finlit foundation über Finanzbildungsinitiative OhMoney

Als Bank liegt uns die Finanzbildung junger Menschen besonders am Herzen. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen finlit foundation die Finanzbildungsinitiative OhMoney gestartet. Seit 2022 unterstützen wir finlit mit einer jährlichen Spende von 70.000 Euro bei der Mission die Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Im Interview erfahren wir von Jana Titov und Sebastian Richter, den Gründer*innen von finlit und den Verantwortlichen hinter OhMoney, mehr über die Initiative, ihre Bedeutung und die Zusammenarbeit mit der Hanseatic Bank.

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v. l. n. r. Sandra Richstein (Chief Sustainability Officer Hanseatic Bank), Michel Billon (Chief Executive Officer Hanseatic Bank), Jana Titov (Geschäftsführerin finlit foundation), Detlef Zell (Chief Executive Officer Hanseatic Bank), Sebastian Richter (Geschäftsführer finlit foundation).

1.    Wie hat sich die Partnerschaft zwischen der Hanseatic Bank und der finlit foundation in den letzten Jahren entwickelt?

Jana: Die Partnerschaft mit der Hanseatic Bank ist für die finlit foundation von großer Bedeutung. Durch die hohe jährliche Spende der Bank ist es uns erst möglich gewesen, die Initiative OhMoney für die Klassenstufen 7-10 ins Leben zu rufen. Unsere Zusammenarbeit erfolgt auf Augenhöhe: Die Hanseatic Bank bringt neben finanziellen Mitteln auch personelle Ressourcen und inhaltliche Expertise ein. Wir teilen gemeinsame Werte wie Transparenz, Aufklärung und Selbstbestimmung. Die Zusammenarbeit mit dem gesamten Team der Hanseatic Bank bereitet uns große Freude.

2.    Was sind die größten Erfolge, die OhMoney seit dem Start erzielen konnte?

Sebastian: Seit dem Start im Jahr 2023 hat OhMoney bundesweit zahlreiche Schulen und Jugendliche erreicht: Über 930 Schulen und mehr als 33.000 Schüler*innen nutzen unsere Unterrichtsmaterialien. Das freut uns sehr und macht uns stolz. Das digitale Lernangebot mit interaktiven Videos bildet den Kern der Initiative. Diese Videos sind an den Lebenswelten der Jugendlichen sowie an den Lehrplänen der Bundesländer ausgerichtet. Inzwischen haben wir mehr als 30 Videos für die Jugendlichen produziert und bieten Lehrkräften sieben Unterrichtseinheiten à 90 Minuten zu verschiedenen Finanzthemen an. Damit ist unser Angebot seit dem Start auch inhaltlich deutlich gewachsen.

3.    Die finlit foundation wurde im Jahr 2019 gegründet: Was war eure ursprüngliche Motivation?

Jana: Wir haben die finlit foundation gegründet, weil wir überzeugt sind, dass in Deutschland zu wenig gegen die hohe Zahl überschuldeter Menschen unternommen wird. Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu sensibilisieren und so einen Beitrag zur Prävention von Überschuldung zu leisten. Unsere Vision ist es seit Beginn, mit unseren Finanzbildungsangeboten allen Kindern und Jugendlichen ein finanziell verantwortungsvolles und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen – unabhängig vom Einfluss durch ihr Elternhaus.  

4.    OhMoney richtet sich an Jugendliche im Alter von 13-17 Jahren. Warum ist die Vermittlung von Finanzwissen für diese Altersgruppe besonders wichtig?

Sebastian: Jugendliche im Alter von 13-17 Jahren stehen an der Schwelle zum Erwachsenwerden und müssen zunehmend eigenständige finanzielle Entscheidungen treffen. Sie sehen sich neuen Herausforderungen wie Konsumdruck, digitalen Medien und dem bevorstehenden Berufseinstieg gegenüber. Finanzkompetenz ist eine wichtige Voraussetzung, um verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen und finanzielle Fehltritte zu vermeiden. Auch die Jugendlichen selbst haben diesen Bedarf erkannt und fordern seit Jahren mehr Finanzbildung in der Schule.

5.    Die Lehrmaterialien von OhMoney wurden bereits von unterschiedlichen Stellen evaluiert. Wie wurden die Materialien bewertet?

Jana: Die Materialien von OhMoney werden kontinuierlich mithilfe standardisierter Fragebögen in den Unterrichtseinheiten evaluiert. Das Feedback von Jugendlichen und Lehrkräften ist sehr positiv: Besonders gelobt werden die Praxisnähe, die Lebensweltorientierung und die einfache Integration in den Unterricht. OhMoney wurde zudem mit dem renommierten Comenius-EduMedia-Siegel für digitale Bildungsmedien ausgezeichnet. Auch die vom Materialkompass der Verbraucherzentralen bewerteten OhMoney-Lehrmaterialien erhielten eine sehr gute oder gute Bewertung, insbesondere für ihre didaktische Qualität und die Unabhängigkeit der Inhalte von kommerzieller Beeinflussung.

6.    Die interaktiven Lernvideos sind ein Herzstück des OhMoney-Angebots. Wie wählt ihr neue Inhalte für die Videos aus?

Sebastian: In den vergangenen drei Jahren haben wir das Angebot von OhMoney sukzessive erweitert. Das Feedback der Schüler*innen und Lehrkräfte war dabei für uns ausschlaggebend. Wir berücksichtigen sowohl die Themenwünsche der Jugendlichen als auch die Anforderungen der Lehrpläne und die Umsetzbarkeit in den Schulen. Neue Inhalte werden zunächst getestet und durch echtes Nutzer*innen-Feedback weiter optimiert. Erst dann veröffentlichen wir die Materialien für alle Lehrkräfte.

7.    Finanzwissen wird im schulischen Kontext oft noch stark vernachlässigt. Wie unterstützt OhMoney Lehrkräfte, um die Materialien erfolgreich in den Unterricht zu integrieren?

Jana: Unser Ziel ist es, Lehrkräften einen möglichst einfachen Einstieg in das Thema zu ermöglichen. Das beginnt mit qualitativ hochwertigen, aktuellen und optisch ansprechenden Materialien. Eine schnelle Erfassung aller Informationen und die Vollständigkeit der Unterrichtsmaterialien – inklusive Arbeitsblättern und Methodenbeschreibungen – sind für uns selbstverständlich. Moderne Lernkonzepte erleichtern uns zudem den Zugang zu vielen Lehrkräften. Da dennoch häufig Unsicherheiten bestehen, bieten wir Fortbildungen für Lehrkräfte an: Entweder vor Ort, per Videocall oder über unseren neuen digitalen Lehrkräfte-Guide.    

8.    Der neue Lernpfad heißt „Geld und Gerechtigkeit“: Was verbirgt sich dahinter?

Sebastian: Der neue Lernpfad „Geld und Gerechtigkeit“ thematisiert soziale Ungleichheiten, die Ursachen und Auswirkungen von Armut und Reichtum sowie die Bedeutung von Chancengleichheit. Ziel ist es, Jugendliche für gesellschaftliche Zusammenhänge zu sensibilisieren und ihnen ein Bewusstsein für Gerechtigkeit und Solidarität zu vermitteln. Es handelt sich um eine spannende Unterrichtseinheit, an der wir im Vorfeld besonders lange gearbeitet haben – ein wichtiges, vielschichtiges und zugleich sensibles Thema.

9.    Mit Blick auf die Zukunft: Was sind die nächsten großen Ziele für OhMoney und welche Herausforderungen seht ihr noch auf dem Weg, Finanzbildung flächendeckend zu verankern?

Jana: Wir haben mit OhMoney mittlerweile eine ausreichend breite inhaltliche Basis geschaffen. Im digitalen Bereich arbeiten wir intensiv an der „Customer Experience“: Ein individueller Login für Schüler*innen und Lehrkräfte ermöglicht die Fortschrittsmessung bei unseren Videos, das Erhalten von Zertifikaten und Badges für abgeschlossene Module sowie einen Gesamtüberblick über die jeweilige Lerngruppe. Im analogen Bereich entwickeln wir derzeit ein neues Produkt für Jugendliche, das sie als finanzieller Begleiter durch den Alltag unterstützen soll, aber mehr dazu verraten wir noch nicht.

Sebastian: Zwei Ziele treiben uns weiterhin an: Zum einen möchten wir noch mehr Lehrkräfte erreichen, die finanzielle Bildung im Unterricht vermitteln und dafür unsere Materialien nutzen. Zum anderen setzen wir uns auch strukturell – insbesondere auf politischer Ebene – dafür ein, dass es in Zukunft nicht mehr dem Zufall überlassen ist, ob ein junger Mensch in Deutschland finanzielle Bildung erhält.

Über die Hanseatic Bank GmbH & Co KG
Die Hanseatic Bank ist seit ihrer Gründung 1969 in Hamburg zu Hause, Kund*innen und Partner hatte sie von Beginn an in ganz Deutschland. Denn Werner Otto hatte sie ins Leben gerufen, um den Kund*innen des Otto Versands die Finanzierung ihrer Wünsche zu ermöglichen. 2005 übernahm die französische Großbank Société Générale 75 Prozent der Anteile, die Otto Group hält weiterhin 25 Prozent. Inzwischen haben sich sowohl der Kund*innenstamm als auch die Produktpalette deutlich erweitert. Neben Konsumkrediten zählen heute auch Einlagen, Versicherungen und das Factoring zu den Geschäftsfeldern der Hamburger Privatbank. Ein Spezialgebiet sind ihre Kreditkarten mit innovativen Leistungen für Kund*innen und Kooperationspartner.  

Pressekontakt:                                                                                                                          
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