Ein Mann zieht sein Portemonnaie aus der Gesäßtasche seiner Jeans
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Portemonnaie verloren? Was jetzt zu tun ist

Anna Ramm
von Anna Ramm, 30.06.2026

Der Schreck an der Supermarktkasse ist groß, wenn das Portemonnaie plötzlich weg ist. Jetzt heißt es erstmal: Ruhe bewahren. Was dann alles zu tun ist, wenn dein Geldbeutel inklusive Bargeld, Karten und sonstigen Papieren verloren gegangen ist oder geklaut wurde, gehen wir hier Schritt für Schritt für dich durch.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Portemonnaie verloren – was tun?

  • Bewahre Ruhe, prüfe alle möglichen Aufbewahrungsorte. Schau auch dort nach, wo du dein Portemonnaie zuletzt benutzt hast.
  • Bei Verlust lass sofort deine Bankkarten sperren, um Missbrauch zu verhindern.
  • Melde den Verlust bei der Polizei und lass dir eine Bescheinigung für die Beantragung neuer Dokumente ausstellen.
  • Beantrage auch eine KUNO-Sperre, damit niemand mit gefälschter Unterschrift bezahlen kann.
  • Wende dich ans Fundbüro, um dein Portemonnaie eventuell wiederzufinden.
  • Lass auch deinen Ausweis sowie andere verlorengegangene Karten und Dokumente sperren und fordere rechtzeitig Ersatz an. 

Schritt 1: Situation klären

Wenn der gewohnte Griff nach dem Geldbeutel ins Leere geht, ist der Schreck groß. Bewahre trotzdem Ruhe und schau noch einmal genau nach. Wir verstauen wichtige Gegenstände wie Portemonnaies zwar oft an der gleichen Stelle, aber vielleicht ist es doch unbemerkt in eine Seitentasche gerutscht? Oder hast du es in eine andere Hosentasche gesteckt?

Wenn das Portemonnaie wirklich nicht da ist und du auch keine andere Möglichkeit hast, deine Einkäufe in diesem Moment zu bezahlen (etwa mit dem Handy), erkläre die Situation kurz und ruhig der Person, bei der du bezahlen möchtest.  

Deine Einkäufe wird das Personal in der Regel zurück in die Regale räumen. Falls das nicht so einfach möglich ist, zum Beispiel an der Tankstelle, wenn das Benzin schon im Auto ist, gibt es verschiedene Lösungen: Du kannst zum Beispiel um eine Rechnung bitten oder einen Pfand hinterlassen und später bezahlen. 

Überlege dir nun, wo du dein Portemonnaie zuletzt gesehen hast. Vielleicht hast du es nicht verloren, sondern nur zu Hause liegen gelassen? Wenn du eben noch im Café bezahlt hast, geh dorthin zurück und schau, ob es noch irgendwo liegt, oder frag die Angestellten im Café, ob sie deinen Geldbeutel gefunden haben.  

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Schritt 2: Geldkarten und Ausweis sperren

Dein Portemonnaie ist wirklich weg? Dann solltest du nicht lange warten, sondern möglichst schnell die Geldkarten sperren, die du im Geldbeutel hattest. Nur so kannst du verhindern, dass jemand mit deinen verlorenen Karten Geld an einem Automaten abhebt, an einer Kasse damit bezahlt oder online shoppen geht. Viele Banken bieten in ihren Apps und ihrem Online Banking eine entsprechende Funktion an, um deine Karten sofort zu sperren. Wie das bei Kreditkarten bei der Hanseatic Bank am besten geht, erfährst du auf dieser Seite.

Bei vielen anderen Anbietern kannst du stattdessen die zentrale Sperr-Notruf-Nummer 116 116 anrufen (aus dem Ausland mit der deutschen Vorwahl, also 0049 116 116). Dort hast du die Möglichkeit, sowohl deine Bankkarten als auch deinen Ausweis sperren zu lassen. Gut zu wissen: Die Hanseatic Bank gehört zu den Instituten, die nicht an die 116 116 angebunden sind. Informiere dich am besten direkt bei deinem Anbieter, welche Sperrmöglichkeiten es gibt.

Die Ausweissperre funktioniert allerdings nur, wenn die Online-Ausweisfunktion aktiviert ist – um Identitätsdiebstahl zu verhindern. Du weißt nicht, ob diese Funktion aktiviert ist? Wenn dein Ausweis vor Juli 2017 ausgestellt wurde, musst du die Funktion aktiv eingerichtet haben, damit sie vorhanden ist. Hast du einen Ausweis, der nach Juli 2017 ausgestellt wurde, ist diese Funktion automatisch aktiviert. Wenn du keinen Onlineausweis hast, dann melde den Verlust der Polizei oder dem Bürgeramt (dazu gleich mehr). 

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Der Kartensperrdienst ist rund um die Uhr erreichbar. Du brauchst dafür allerdings für die meisten Geldkarten deine IBAN – die findest du zur Not auf deinen Kontoauszügen oder in deinem Account beim Online Banking. Alternativ kannst du die Kontonummer und Bankleitzahl angeben. Für die Sperrung deines Onlineausweises hingegen benötigst du das Sperrkennwort, das du im PIN-Brief erhalten hast. 

Wichtig: Mit der Kartensperre ist das Bezahlen mit PIN und das kontaktlose Bezahlen gesperrt. Kriminelle können aber noch versuchen, deine Unterschrift zu fälschen. Das kannst du nur mit einer sogenannten KUNO-Sperre verhindern. Diese Sperre kannst du bei der Polizei beantragen – und genau dorthin geht es als nächstes. KUNO ist übrigens die Abkürzung für „Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen”. 

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Schritt 3: Zur Polizei, zum Fundbüro und zum Bürgeramt

Dein nächster Schritt führt zur Polizei, um den Verlust deines Portemonnaies zu melden. Die Polizei stellt dir eine Verlust- oder Diebstahlmeldung aus, mit der du deine verlorenen Dokumente wie zum Beispiel einen Führerschein neu beantragen kannst. Denke daran, eine KUNO-Sperre für deine Geldkarten zu beantragen. 

Du kannst dich auch online bei der Polizei melden, wenn du dein Portemonnaie verloren hast – aber nur für eine Diebstahl- oder Verlustmeldung. Die KUNO-Sperre lässt sich nicht online beantragen.

Je nachdem, wo du wohnst, gibt die Polizei den Verlust direkt ans Fundbüro weiter. Falls dein Portemonnaie gefunden und dort abgegeben wird, dann informiert dich das Fundbüro. Ist das nicht automatisch Teil des Prozesses, solltest du dich selbst an das örtliche Fundbüro wenden. Die Wahrscheinlichkeit, das Portemonnaie dort aufzufinden, ist zwar gering, aber versuchen solltest du es.  

Übrigens: Wenn jemand deinen Geldbeutel findet, hat diese Person einen gesetzlichen Anspruch auf Finderlohn. Das ist in § 971 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) festgelegt.  Das gilt für alle Gegenstände, deren Wert über 10 Euro liegt und die gemeldet werden. Bei einem Wert bis zu 500 Euro beträgt der Finderlohn fünf Prozent. Liegt der Wert über 500 Euro, kommen zu den 25 Euro Finderlohn (5 Prozent von 500 Euro) noch einmal drei Prozent auf den Wert hinzu, der darüber liegt.  

Kein Glück gehabt und die Geldbörse inklusive Ausweis und Co. sind unwiederbringlich weg? Dann führt dich dein nächster Schritt zum Bürgeramt. Dort beantragst du dann einen neuen Ausweis. Rechne mit mindestens 46 Euro für das Dokument (Stand Februar 2026; gilt für Personen ab 24 Jahren) sowie weiteren Kosten für das notwendige digitale Passfoto.  

Ein Mann hält ein geöffnetes Portemonnaie mit vielen Karten darin in der Hand
© istock/mixetto/2017  Die Bankkarten, Ausweis und Führerschein sind die wichtigsten Dokumente – aber oft nicht die einzigen, die beim Verlust des Geldbeutels ersetzt werden müssen. 

Schritt 4: Andere Dokumente sperren und neu beantragen

Neben deinen Bankkarten waren wahrscheinlich noch verschiedene andere Karten und Dokumente in deiner Geldbörse. Auch diese musst du nun leider neu beantragen. Dabei ist es hilfreich, wenn du ein anderes Ausweisdokument zur Identifikation hast, zum Beispiel einen Reisepass. Hast du keinen Reisepass, kannst du eventuell auf die Geburtsurkunde zurückgreifen. 

 Die wichtigsten Dokumente sind:

  • Führerschein: Dafür musst du dich bei der Führerscheinstelle melden – in manchen Städten kannst du ihn auch direkt im Bürgerbüro neu beantragen. Mit einer Verlustbescheinigung von der Polizei kostet dich der neue Führerschein etwa 35 Euro. Wenn du nicht lange auf den Ersatz warten willst oder kannst, musst du eine Extra-Gebühr für eine Eilausstellung zahlen. Falls du keine Verlustbescheinigung hast, ist in der Regel eine eidesstattliche Erklärung nötig, dass der Führerschein wirklich verloren ist. Dafür fallen zusätzliche Kosten von mindestens 30 Euro an. So oder so brauchst du außerdem noch ein biometrisches digitales Foto.  
  • Krankenkassenkarte: Die meisten Krankenkassen haben eine Hotline, bei der du den Verlust deiner Karte melden kannst. Die Krankenkasse wird die alte Karte sperren und dir eine neue zusenden. Für die neue Karte fallen normalerweise keine Kosten an. 
  • Fahrkarte: Du hast ein Monatsticket für den ÖPNV in deiner Stadt oder ein Deutschlandticket? Auch hier solltest du dich direkt an den Anbieter wenden, um die Karte zu sperren und eine Ersatzkarte zu beantragen. Die Höhe der Gebühr für die Ersatzkarte hängt vom Anbieter ab. 
  • Mitgliedskarten: Hattest du noch andere Mitgliedskarten in deinem Geldbeutel? Dann solltest du auch diese sperren und ersetzen lassen, vor allem Kund*innenkarten mit Bezahlfunktion. Das geht häufig nur beim jeweiligen Anbieter.

Und zum Schluss noch zwei Extra-Tipps: Speichere dir am besten alle wichtigen Hotlines für die Kartensperrungen direkt in deinem Handy ab, damit du schnell handeln kannst. Außerdem ist es in einer Verlustsituation nützlich, Fotos von den wichtigsten Dokumenten auf dem Handy zu haben, also von den Bankkarten, der Krankenkassenkarte, dem Führerschein und dem Ausweis.

Kreditkarten: Genial oder Gold?

  • GenialCard: Ohne Jahresgebühr, sofort bis zu 3.000 € verfügbar
  • GoldCard: Umfangreiches Versicherungspaket, sofort bis zu 4.000 € verfügbar
  • Modernes Banking jeweils ohne extra Girokonto, mit flexibler Rückzahlung und Reisevorteilen
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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Was sollte ich als Erstes tun, wenn ich mein Portemonnaie verloren habe?

Bleib ruhig und überprüfe alle typischen Aufbewahrungsorte wie Taschen oder Rucksäcke. Überlege, wo du den Geldbeutel zuletzt genutzt hast, und gehe dorthin zurück. Frage auch in Geschäften oder Cafés nach, ob er abgegeben wurde. Findest du deinen Geldbeutel nicht, musst du schnellstmöglich deine Geldkarten sperren lassen und danach weitere Schritte einleiten.

Wie kann ich meine Bankkarten schnell sperren?

Du kannst deine Karten direkt über die Banking-App oder die Telefon-Hotline deiner Bank sperren. Du kannst außerdem beim zentralen Sperr-Notruf 116 116 anrufen. Er gilt allerdings nicht für die Karten aller Anbieter. Halte für die Sperrung deine IBAN oder Kontodaten bereit.

Muss ich den Verlust bei der Polizei melden?

Ja, vor allem bei Diebstahl oder wenn wichtige Dokumente betroffen sind. Die Polizei stellt eine Verlust- oder Diebstahlmeldung aus, die du für Ersatzdokumente brauchst. Außerdem kannst du dort eine KUNO-Sperre für Karten beantragen. Nur sie verhindert, dass gestohlene Karten für Zahlungen mit Unterschrift genutzt werden.

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