Eine junge Frau lehnt sich an einem Baum an und schaut lächelnd auf ihre CO₂-Bilanz auf einer Klima-App
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Grüner leben – mithilfe der 6 Apps fürs Klima

Anna Ostrowska
von Anna Ostrowska, 18.10.2022

In den Nachrichten und bei Gesprächen im Freundeskreis ist der Klimawandel schon ein Dauerthema. Besonders in Deutschland werden im weltweiten Vergleich verhältnismäßig viele klimaschädliche Emissionen verursacht. Klar ist, dass wir unseren Umgang mit den Ressourcen ändern sollten. Nur: Wie geht das – grüner leben? Schon die Änderung von kleinen Gewohnheiten im Alltag können helfen, zum Beispiel beim Einkaufen. Oder wie es so schön heißt: Jede Tat zählt. Und die verschiedenen Klima-Apps können beim klimafreundlichen Handeln helfen. Wir haben uns sechs Apps mal genauer angeschaut und machen klar, wie sie funktionieren und was sie kosten.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt

Auf den Punkt

Es gibt verschiedene Apps, die auf unterschiedliche Weise beim nachhaltigen Leben unterstützen. Zum Beispiel, indem sie:  

  • das CO₂-Bewusstsein stärken. 
  • helfen, Müll und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. 
  • nachhaltige Projekte unterstützen. 
  • den individuellen CO₂-Ausstoß der Nutzer*innen kompensieren. 
  • Tipps zum nachhaltigen Leben geben. 

Klima – Lebe klimaneutral: Klimaschutzprojekte finanziell fördern

Mit der App „Klima – Lebe klimaneutral” kann jede*r Klimaschutzprojekte finanziell unterstützen und dadurch laut Anbieter bis zu 100 Prozent klimaneutral leben. Wie das gehen soll? Zunächst berechnen Sie mit der App, wie viel CO₂-Äquivalente (= CO₂-eq, siehe Infobox) Sie im Alltag in etwa verursachen. Um Ihren ökologischen Fußabdruck zu ermitteln, stellt das Programm verschiedene Fragen zu Ihrer Ernährung oder Ihrer Art zu reisen. Das Ergebnis können Sie auch mit dem der anderen User*innen vergleichen. 

Danach kompensieren Sie Ihren CO₂-eq-Ausstoß durch die Überweisung von Geld – monatlich oder jährlich. Rund 30 Prozent von der Zahlung landen beim Unternehmen für die App-Weiterentwicklung und Werbung und die restlichen 70 Prozent gehen an klimafreundliche Projekte. Dazu zählen zum Beispiel: 

  • Aufforstungsprojekte (z. B. neue Bäume pflanzen) 
  • Technologische Projekte (z. B. Solaranlagen bauen) 
  • Soziale Projekte (z. B. moderne Kochöfen für Familien in Drittweltländern) 

Die App beinhaltet zudem einen sogenannten Impact-Tracker, wo Sie Ihre CO₂-eq-Bilanz in Echtzeit verfolgen können. Außerdem gibt es noch Tipps, wie sie diese weiter reduzieren oder niedrig halten. 

Kosten: Das Herunterladen der App ist kostenlos (Android und iPhone), aber das Begleichen des ökologischen Fußabdrucks nicht. Die Preise sind von der Berechnung abhängig und immer individuell – je weniger CO₂-eq Sie verursachen, desto günstiger wird Ihre Mitgliedschaft. Laut Anbieter bewegen sich die Preise in der Regel im Bereich von TV-Streaminganbietern, also zwischen sechs und zwölf Euro pro Monat.

Was sind CO₂-Äquivalente?

Was sind CO₂-Äquivalente?

Kohlendioxid (CO₂) ist nicht das einzige Treibhausgas, das der Umwelt schadet. Aber welchen Einfluss haben andere Treibhausgase, zum Beispiel Methan oder Lachgas? Um das zu vergleichen, gibt es das CO₂-Äquivalent – kurz CO₂-eq. Diese Maßeinheit beschreibt den Schaden, den CO₂ beim Klima anrichtet. Nun können Wissenschaftler*innen die Wirkung der anderen Treibhausgase ausdrücken. Zum Beispiel hat Methan 28 CO₂-Äquivalente. Sprich: Es ist 28 mal „schlimmer” für das Klima als Kohlendioxid. 

Codyo: CO₂ -Bewusstsein schärfen

Wie verursache ich klimaschädliche Emissionen? Wie kann ich sie in meinem Alltag reduzieren? Auf solche und ähnliche Fragen liefert Codyo Antworten. Diese sollen dabei helfen, den Alltag umweltfreundlicher zu gestalten. Um das CO₂-Bewusstsein zu stärken, dokumentieren die Nutzer*innen ihr Verhalten auf der App – das passiert recht unkompliziert mit Schiebereglern. Daraufhin schickt Codyo ein Handlungskonzept mit klimafreundlichen Vorschlägen zu folgenden Bereichen: 

  • Mobilität  
  • Konsum und Beschaffung 
  • Energie  

Wenn die User*innen die umgesetzten Handlungsvorschläge (die Website nennt sie „Vorsätze“) dokumentieren, sammeln sie Erfahrungspunkte. Es gibt auch eine interne Plattform, um sich über die Erfahrung auszutauschen und gegenseitig zu motivieren. Das Ziel: Die User*innen sollen klimaschädliche Verhaltensgewohnheiten langfristig durch klimafreundliche ersetzen. 

Kosten: Die von EWE, einem norddeutschen Energiekonzern, entwickelte App ist kostenlos. Genauso wie die App Klima Buddy von der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg mit einem ganz ähnlichen Konzept. 

Meine Zustimmung kann ich jederzeit unter Datenschutz widerrufen.

Too Good To Go: Unverkaufte Lebensmittel „retten”

Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schmeißen Verbraucher*innen in Deutschland jedes Jahr in etwa 78 Kilogramm an Lebensmitteln weg (Stand: 2022). Die App Too Good To Go zeigt, welche Gastronomie-Unternehmen wie zum Beispiel Bäckereien oder Restaurants in Ihrer Nähe nicht verkaufte Lebensmittel zum günstigeren Preis anbieten. Sie können diese dann reservieren und zu bestimmten Zeiten – in der Regel nach dem Ladenschluss – abholen.  

Kosten: Die App ist kostenlos. Die Preise für die Lebensmitteltüten oder Mahlzeiten variieren sehr stark und sind vom Inhalt abhängig.  

Kritik an Kompensationsprojekte

Kritik an Kompensationsprojekte

CO₂-Kompensationen und die passenden Apps dazu halten viele für einen modernen Ablasshandel. Kritiker*innen meinen, dass solche Systeme die Menschen dazu verleiten, weiterhin Umweltsünden zu begehen – zum Beispiel mit einem SUV durch die City zu fahren – und sich hinterher vom schlechten Gewissen „freizukaufen”. Befürworter*innen hingegen meinen, dass es zum stärkeren Klimabewusstsein beiträgt und dann oft auch mit nachhaltigem Handeln einhergeht. 

Mehr dazu lesen Sie in diesem Ratgeber „Emissionen ausgleichen: So funktioniert die CO₂-Kompensation”.

Emyze: Klimafreundlicher entscheiden

Ähnlich wie Codyo soll Emyze den Nutzer*innen helfen, ihr Klimabewusstsein zu sensibilisieren. Es funktioniert quasi als CO₂-Wallet: Dort haben Sie ein monatliches CO₂-Budget von rund 208 Kilogramm für Emissionen; was umgerechnet dem Klimaziel von 1,75 Grad entspricht.  Sie notieren sich Ihre Aktivitäten und konsumierten Produkte in der App. Das CO₂, das von Ihnen freigesetzt wird, wird vom Budget abgezogen. So haben Sie Ihre persönliche „Klimabilanz“ immer im Blick. Zudem können Sie besser nachvollziehen, welche Auswirkungen Ihre Handlungen auf das Klima haben. Gleichzeitig sehen Sie, wo die Chancen liegen, klimafreundlicher zu handeln. Ein weiteres nettes Extra in der App sind die inspirierenden Artikel, bei denen Sie viel über die Zusammenhänge beim Klima lernen. 

Kosten: Die Basis-Version von Emyze ist kostenlos. Die Premium-Version mit mehr Funktionen wie zum Beispiel die automatische Erfassung deiner Fahrten ist hingegen kostenpflichtig. Das jährliche Abo kostet 35,99 Euro und das monatliche Abo 7,99 Euro (Stand: September 2022). 

Klicken Sie hier, um die Inhalte von YouTube anzuzeigen.

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Letsact: Tinder für Ehrenamtliche

Jeden Tag eine gute Tat – das ist das Motto der App letsact. Sie gilt als „Tinder” für soziales und nachhaltiges Engagement, weil sie Ehrenamtliche und die Projekte zusammenführt. Sie können also mithilfe der App herausfinden, welche Ehrenamt-Aktionen Sie aktiv oder mit Spenden unterstützen können oder einfach mit Gleichgesinnten netzwerken – ob mit Klimaschutzaktivist*innen oder sozial Engagierten wie zum Beispiel den Tafelhelfer*innen. 

Kosten: Die Standardversion der App ist kostenlos. Für Organisationen, die die zusätzliche Verwaltungsfunktion und mehr nutzen möchten, kostet sie 29 Euro pro Monat (Stand: 2022). Es gibt zudem noch die Premiumversion „Enterprise”, wo der Preis individuell bei einem Termin festgelegt wird.  

Mit Spenden Steuern sparen?

Mit Spenden Steuern sparen?

Ja, das geht, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 

  • Sie spenden freiwillig. 
  • Die Spende geht an eine steuerbegünstigte Organisation, die in Deutschland gemeldet ist. 
  • Sie können die Spende mit einem Kontoauszug oder einer Spendenbescheinigung belegen. 

Mehr dazu erfahren Sie in diesem Ratgeber ‚„Hallo Finanzamt, ich kriege noch Geld zurück‘: So können Sie Spenden absetzen“. 

Zu Gut Für Die Tonne: Rezepte fürs Resteessen

Diese App des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft liefert kreative Reste-Rezepte und Tipps fürs nachhaltige Einkaufen. Sie geben in der App einfach ein, welche Lebensmittel Sie gerade noch zu Hause haben, und dann schlägt Ihnen die App passende Mahlzeiten vor. Im besten Fall kochen Sie direkt los, statt zum Supermarkt zu laufen. 

Kosten: Sie kostet nichts und kann sogar beim Sparen helfen.

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