Erfolgreich dein Gehalt verhandeln: 9 Tipps für mehr Geld
Mehr Geld wäre schon schön, wenn da nur nicht das unangenehme Gehaltsgespräch wäre? Willkommen im Club: Viele scheuen sich, über ihr Gehalt zu verhandeln. Dabei geht es nur darum, gerechten Lohn für gute Arbeit zu bekommen. Aber wie viel ist angemessen? Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Gehaltsanpassung? Und wie bereitest du dich auf das Gespräch vor? Das und mehr haben die KlarMacher für dich herausgefunden und geben dir die wichtigsten Tipps für die Gehaltsverhandlung.
Themen in diesem Artikel
- Das Gehalt ist meistens entscheidend
- 1. Den richtigen Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen wählen
- 2. Die Lage des Unternehmens checken
- 3. Den eigenen Marktwert einschätzen
- 4. Die passende Gehaltsforderung stellen
- 5. Gute Argumente bringen
- 6. Gehaltsgespräch richtig vorbereiten
- 7. Das Gehaltsgespräch souverän führen
- 8. Nach dem Gehaltsgespräch
- 9. Alternativen zur Gehaltserhöhung
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Auf den Punkt: Tipps für eine Gehaltsverhandlung
- Über dein Gehalt kannst du jederzeit verhandeln. Gute Zeitpunkte sind zum Beispiel das Ende der Probezeit oder eine Beförderung.
- Informiere dich vorab in Gehaltsvergleichsportalen im Internet über Gehälter in deiner Position, um deinen Marktwert besser einschätzen zu können.
- Die Gründe für eine Gehaltserhöhung sollten stichhaltig sein, zum Beispiel Erfolge im Job. Eine hohe Arbeitsbelastung oder private Geldsorgen sind keine guten Argumente.
- Mit dem richtigen Auftreten im Gehaltsgespräch kannst du deine Chancen auf mehr Geld verbessern.
- Wird dein Wunsch nach einer Gehaltserhöhung abgelehnt, kannst du Alternativen zur Sprache bringen, etwa mehr Urlaubstage verhandeln oder eine Weiterbildungsmaßnahme.
Das Gehalt ist meistens entscheidend
Work-Life-Balance hin, nachhaltige Unternehmenskultur her - traditionelle Aspekte wie ein attraktives Gehalt und ein sicherer Arbeitsplatz sind für die meisten Beschäftigten wieder das Wichtigste im Job. Das zeigt zum Beispiel eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Danach steht eine gute Bezahlung bei 42 Prozent der Befragten ganz oben auf der Prioritätenliste, gleich nach einem krisenfesten Arbeitsplatz (43 Prozent).
Ein höheres Einkommen kommt allerdings selten von allein. Stattdessen ist Eigeninitiative gefragt: Wer sein Gehalt erhöhen möchte, muss eine Gehaltserhöhung meist selbst ansprechen. Doch das ist für viele Berufstätige eine unangenehme und stressige Herausforderung. Wir haben für deine nächste Gehaltsverhandlung ein paar Tipps, die dir die Sache leichter machen.
XING Talk: Gehaltsgespräch: Wie Sie bekommen, was Sie verdienen
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1. Den richtigen Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen wählen
Wann solltest du nach einer Gehaltserhöhung fragen? Grundsätzlich kannst du jederzeit über dein Einkommen verhandeln und mehr Gehalt fordern. Es gibt allerdings einige Zeitpunkte, die besonders gut dafür sind. Dazu zählen:
- Ende der Probezeit
- Vertragsveränderungen
- Beförderungen
- Versetzungen
- Jahres- und Mitarbeitergespräche
Und wie häufig solltest du eine Gehaltserhöhung ansprechen? Auch hier bist du völlig frei. Wenn du es für sinnvoll und angemessen hältst, sprich das Thema ruhig jährlich an. Oder alle zwei Jahre, um dann mehr zu verlangen.
Besonders gute Karten hast du, wenn das Management von sich aus mit einer verantwortungsvolleren Position auf dich zukommt. Dann ist es ratsam, sofort eine Gehaltsanpassung zu verlangen. Ansonsten könnte es so wirken, als seist du mit deinem Verdienst auf dem bisherigen Niveau zufrieden. Dieser Eindruck würde deine Aussichten auf eine nachträgliche Erhöhung verschlechtern.
Gehalt nachverhandeln – geht das?
Hast du den Eindruck, dass das kürzlich vereinbarte Gehalt doch nicht zum neuen Job oder der neuen Aufgabe passt? Dann kannst du es nachverhandeln. Allerdings ist das zuweilen etwas heikel: Es könnte den Eindruck erwecken, dass du nicht weißt, was du willst, und sprunghaft in deinen Entscheidungen bist. Womöglich wirkst du gegenüber deinen Vorgesetzten auch unzuverlässig, weil du dich nicht an getroffene Absprachen hältst. Deshalb ist es ratsam, das Thema erst nach längerer Zeit, etwa einem Jahr, wieder anzusprechen.
Wichtig: Gehe bei Gehaltsfragen immer zu deinen direkten Vorgesetzten! Auch wenn du zu höhergestellten Führungskräften einen besseren Draht haben solltest und dir mit ihnen mehr Chancen ausrechnest: Eine Hierarchieebene zu überspringen, ist unprofessionell und könnte sogar zu Verstimmungen führen, wenn sich jemand übergangen fühlt.
2. Die Lage des Unternehmens checken
Kaum ein Unternehmen wird dir freiwillig mehr Gehalt anbieten. Schließlich steigert es damit seine Kosten und schmälert so den Gewinn. Deshalb werden die meisten Vorgesetzten Gehaltsforderungen nicht einfach abnicken. Vor allem dann, wenn es dem Unternehmen schlecht geht.
Wie es deinem Unternehmen geht, zeigt dir eine Recherche zur wirtschaftlichen Lage. Dazu kannst du dir aktuelle Geschäftsberichte ansehen, mit der Situation vertraute Personen im Betrieb ansprechen oder dich in der Branche umhören. Klar ist: Wenn sich das Unternehmen in einer schweren Krise befindet und sogar Beschäftigte entlassen muss, stehen die Chancen für eine Gehaltserhöhung schlecht. Aufgeben solltest du deswegen aber nicht.

3. Den eigenen Marktwert einschätzen
Wie viel ist deine Arbeit wert? Willst du über dein Gehalt verhandeln, brauchst du darauf eine realistische Antwort. Schau am besten, was andere in deiner (angestrebten) Position durchschnittlich verdienen. Das findest du heraus auf Jobbörsen, durch andere Beschäftigte in deinem Betrieb oder über Gehaltsvergleichsportale im Internet.
Grundsätzlich spielen hier verschiedene Faktoren eine Rolle. Dazu gehören:
- Branche,
- Marktumfeld,
- Größe und Standort des Unternehmens
- Deine Berufserfahrung,
- Qualifikationen und absolvierte Weiterbildungen.
Ebenfalls wichtig: Je mehr Verantwortung du übernimmst, desto mehr Gehalt kannst du verlangen. Dabei kommt es auch auf die Nachfrage an. Je begehrter deine Fähigkeiten sind, desto höher ist dein Marktwert. Oft verbessern sich die Chancen zusätzlich, wenn du bereit bist, bundesweit oder im Ausland zu arbeiten. Informiere dich, ob es bei deinem aktuellen Arbeitgeber solche Möglichkeiten gibt. Ansonsten könnte ein Wechsel des Unternehmens eine Option sein.
Deine schulische und berufliche Ausbildung ist besonders zu Beginn deiner Laufbahn für deinen Marktwert relevant. Später verliert sie an Bedeutung. Wichtiger sind dann berufliche Erfahrungen und Qualifikationen.

4. Die passende Gehaltsforderung stellen
Die Erfahrung zeigt: Im Vergleich zu deinem aktuellen Gehalt sind im selben Job durchschnittlich Steigerungen von drei bis sieben Prozent möglich. Nach einer Beförderung können es zehn bis 15 Prozent sein. Wechselst du zu einem anderen Arbeitgeber, sind bis zu 20 Prozent drin.
Ein Selbstläufer sind solche Sprünge aber nicht. Im Gegenteil: Beim Gehaltspoker wird dein Gegenüber wahrscheinlich versuchen, deine finanziellen Vorstellungen zu drücken. Nicht aus Missgunst, sondern weil viele Führungskräfte gegenüber der nächsthöheren Managementebene für die Aufstockung geradestehen müssen: Jeder Euro, den sie dir zugestehen, kostet das Unternehmen Geld und damit Gewinn.
Trau dich also, deine Gehaltsvorstellungen hoch anzusetzen, um so eine größere Verhandlungsspanne zu haben. Dabei darfst du ruhig über den Höchstwert hinausgehen, den ein Gehaltsvergleich für deinen Job ergeben hat. Für deine Orientierung kann es sinnvoll sein, drei Gehaltsstufen festzulegen: eine maximale, eine mittlere sowie eine minimale, die du auf jeden Fall erreichen willst.
Es kommt auf das Bruttogehalt an
Bei der Frage nach mehr Gehalt geht es in der Regel um Bruttobeträge – meist für ein Jahresgehalt. Interessanter ist für dich aber wahrscheinlich, was davon nach den üblichen Steuern und Abzügen tatsächlich auf deinem Konto landet. Herausfinden kannst du das beispielsweise mit Netto-Brutto-Rechnern im Internet.
Willst du dein Gehalt erhöhen, solltest du im Gespräch ein möglichst konkretes Gehaltsziel nennen. Die Summe darf ruhig krumm sein, denn damit zeigst du, dass du gut recherchiert und einen angemessenen Marktwert ermittelt hast. Es kommt allerdings nicht auf den Cent an. Es genügt, auf Hunderterstellen zu runden, bei sehr hohen Forderungen auf Tausender.
5. Gute Argumente bringen
Beim Gehaltsgespräch ist Verhandlungsgeschick gefragt. Das heißt, dass du deinen Wunsch nach einer Aufstockung mit Argumenten untermauern musst. Die besten Gründe für eine Gehaltserhöhung sind messbare Daten und Fakten. Dazu ein paar Beispiele:
- Von dir maßgeblich unterstützte oder idealerweise geleitete Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen.
- Du hast wichtige Lehrgänge und Weiterbildungen absolviert, durch die du bereit bist für höhere und besser bezahlte Aufgaben.
- Innerhalb eines längeren Zeitraums konntest du regelmäßig mehr Aufträge an Land ziehen als zuvor.
- Die von dir betreuten Kund*innen sind mit deiner Arbeit überaus zufrieden, wie ihre Feedbacks und Weiterempfehlungen nachweislich zeigen.
- In heiklen Situationen hast du Übersicht und Organisationstalent bewiesen und somit einige Aufträge gerettet oder deinem Team maßgeblich geholfen.
Verkneifen solltest du dir hingegen den Hinweis darauf, dass jemand in deinem Team weniger leistet als du, aber trotzdem mehr verdient. Auch dass dein Job sehr stressig ist, ist kein gutes Argument für mehr Gehalt. Ebenso private Gründe: Dinge wie laufende Kredite oder Ähnliches ziehen selten. Und Stichwort Gehaltsverhandlung und Inflation: Taugt das als Argument für eine Gehaltsanpassung? Jein. Auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten kannst du eine Gehaltserhöhung ansprechen – du solltest aber nicht mit der Krise argumentieren.
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6. Gehaltsgespräch richtig vorbereiten
Selbstsicher, freundlich, redegewandt, schlagfertig, überzeugend und ruhig – so solltest du während der Verhandlung auftreten. Stress, Selbstzweifel oder andere Unsicherheiten hingegen schwächen deine Position und bringen dich womöglich schnell aus dem Takt. Das ist ungünstig, lässt sich aber mit einer guten Vorbereitung vermeiden.
Verinnerliche zunächst die Argumente für deine Gehaltsforderung. Die solltest du aus dem Effeff können. Anschließend spielst du das Gespräch im Geiste durch. Versuche dabei, dich in die Lage deines Gegenübers zu versetzen. Welche deiner Schwächen könnten zur Sprache kommen? Bitte am besten auch eine vertrauenswürdige Person, mit dir das Verhandlungsgespräch zu üben. Vielleicht fallen ihr Dinge auf, die du besser machen kannst, oder sie konfrontiert dich mit Fragen, an die du bisher nicht gedacht hast. Im Idealfall hat sie mit solchen Situationen Erfahrung.
Mach dir immer klar: Du bist keine Bittsteller*in und stellst unverschämte Forderungen! Solange du gute Argumente auf deiner Seite hast, ist dein Wunsch nach einem höheren Gehalt völlig gerechtfertigt. Das wird auch deine Führungskraft so sehen – ob sie es zugibt oder nicht. Deshalb solltest du die Verhandlung nicht als Ausnahmesituation, sondern als ganz normalen Geschäftstermin ansehen.

7. Das Gehaltsgespräch souverän führen
Ist es dann so weit, steigst du je nach Mentalität deines Gegenübers mit Small Talk in die Gehaltsverhandlung ein oder kommst direkt zur Sache. Oder du überlässt die Gesprächseröffnung der Führungskraft. Welche Variante am besten ist, hängt von deiner Menschenkenntnis ab. Auch hier kann es nicht schaden, Kolleg*innen nach ihren Erfahrungen zu fragen.
Wichtige Tipps zum Gespräch zur Gehaltserhöhung:
- Warte möglichst lange damit, dein Einkommensziel zu nennen. Lege erst deine Gründe für eine Gehaltserhöhung dar. Damit unterstreichst du, dass dein Wunsch gerechtfertigt ist.
- Wenn es dann um die Festlegung deiner Gehaltsvorstellung geht, bleib bestimmt: „Deshalb halte ich die Summe X für angemessen.“ Das ist besser als: „Ich glaube, X Euro könnten passen.“
- Manchmal auch sinnvoll: den Spieß umdrehen. Statt selbst einen Betrag ins Spiel zu bringen, locke die Führungskraft aus der Deckung und frage sie einfach nach einer angemessenen Summe.
- Tritt souverän auf. Vermeide Konjunktive wie „könnte“, „sollte“ oder „dürfte“. Halte Gesprächspausen aus und fülle sie nicht mit Wortgeplänkel. Womöglich rutscht dir dabei etwas Unbedachtes heraus, das du später bereust. Also: Erst selbst reden und dann die Reaktion abwarten. Das vermittelt Entschlossenheit.
- Halte deine Aussagen möglichst knapp und sachlich. Jedes überflüssige Wort verwässert sie nur.
- Achte auch auf deine Körpersprache. Konkret: Sitze aufrecht, deinem Gegenüber zugewandt und suche den Blickkontakt (ohne dabei zu starren). Du kannst zwischendurch auch mal freundlich lächeln (aber kein Dauergrinsen aufsetzen).
Wenn du dich von alldem überfordert fühlst, konzentriere dich auf das Inhaltliche. Wenn du das verinnerlicht hast und schlüssig vorträgst, ergibt sich daraus oft von ganz allein ein entschlossenes und selbstbewusstes Auftreten.
Tipp: Du kannst auch eine Person deines Vertrauens mit in das Gespräch nehmen, etwa ein Mitglied des Betriebsrats (vorher ankündigen!). Gibt es im Nachhinein Unstimmigkeiten, kann jemand das Gespräch bezeugen. Mit einer Begleitung bist du auch nicht auf dich allein gestellt, sollten dir überraschenderweise mehrere Führungskräfte gegenübersitzen.
Ausreden kontern
Manche Vorgesetzte nutzen pauschale Argumente, um Gehaltserhöhungen abzulehnen. Damit wollen sie dich in die Defensive drängen und dir den Wind aus den Segeln nehmen. Lass dich davon nicht einschüchtern, sondern mache klar, dass du an deiner Forderung festhältst. Hier einige Kontermöglichkeiten gegen häufig genutzte Phrasen von Führungskräften:
- Phrase: „Wir sind gerade in einer schwierigen Lage und können uns derzeit keine Gehaltserhöhung leisten.“ Antwort: „Das verstehe ich. Dann lassen Sie uns gern über geldwerte Vorteile reden.“
- Phrase: „Ihr Gehalt ist bereits außerordentlich hoch.“ Antwort: „Das stimmt nicht. Meine Recherchen zeigen, dass das Durchschnittsgehalt für meine Position bei X Euro liegt.”
- Phrase: „Mehr als X Euro kann ich Ihnen nicht zahlen.“ Antwort: „Das liegt unter meinen Erwartungen von X Euro. Was meinen Sie dazu?”
- Phrase: „Über eine so hohe Forderung muss die Geschäftsführung entscheiden.“ Antwort: „Was halten Sie denn davon? Sie können meine Leistung doch am besten beurteilen.”
- Phrase: „Ich bin mir nicht sicher, ob Ihre Forderungen stichhaltig sind.” Antwort: „Was genau meinen Sie?”
8. Nach dem Gehaltsgespräch
Das Gehaltsgespräch kann eine aufregende Sache sein. Da geht vielleicht die eine oder andere wichtige Aussage unter. Damit das nicht passiert, solltest du dir während des Gesprächs oder danach wesentliche Punkte und Vereinbarungen notieren und gegebenenfalls bestätigen lassen.
Anschließend bringst du deine Mitschrift ins Reine – entweder nur für dich oder (noch besser) auch für die jeweilige Führungskraft. Wichtig ist, konkrete Absprachen festzuhalten. Dazu gehört natürlich das höhere Gehalt. Bekommst du das erst, wenn du gewisse Zielvorgaben erfüllt hast, solltest du diese genau aufführen und dir bestätigen lassen
Spätestens dann ist es sinnvoll, deine Erfolge und die erfolgreich umgesetzten Anforderungen in einer (digitalen) Leistungsmappe zu dokumentieren und im nächsten Gehaltsgespräch zu präsentieren. Darin listest du deine messbaren Erfolge auf, welchen Mehrwert du für das Unternehmen erreicht hast und wie du dir deine weitere Karriere vorstellst. Dann hast du eine Argumentationshilfe für deine Gehaltsforderung, die du auch deiner Führungskraft vorlegen kannst. Manche Vorgesetzte „vergessen“ nämlich schnell gute Arbeit.
Gehaltsforderung abgelehnt – was tun?
Gehen Vorgesetzte nicht auf deinen Wunsch nach mehr Gehalt ein, ist es wichtig, trotzdem dranzubleiben. Hake möglichst noch im Gespräch nach, woran es scheitert. Unter welchen Umständen würden sie einer Erhöhung zustimmen? Wovon machen sie das konkret abhängig?
Wenn dir eine angebotene Gehaltserhöhung zu niedrig ist, solltest du sie nicht brüsk ablehnen. Besser erklärst du, warum du sie nicht für angemessen hältst. Bleibt das ohne Erfolg, frage auch in diesem Fall, was du für mehr Geld tun müsstest.
Bleibe unbedingt ruhig und reagiere nicht übermäßig emotional. Kommst du mit deiner Forderung nach mehr Gehalt nicht weiter, sprich das Thema später erneut an. Allerdings nicht schon nach ein paar Tagen oder Wochen, sondern erst nach etwa einem Jahr.
9. Alternativen zur Gehaltserhöhung
Wenn dein Gegenüber mauert und nicht auf deine Argumente eingehen will, kannst du Alternativen zur Gehaltserhöhung anbieten. Damit zeigst du dich offen für Optionen, die abseits einer Gehaltserhöhung den Job aufwerten. Du könntest zum Beispiel mehr Urlaubstage verhandeln oder Weihnachtsgeld. Manche Alternativen zu mehr Gehalt haben auch einen Nutzen für den Arbeitgeber, denn geldwerte Vorteile sind oft steuerbegünstigt. Zum Beispiel:
- Firmenwagen
- Fahrtkostenzuschuss
- Kinderbetreuung
- Personalrabatt
- Weiterbildungen
- Firmenhandy
Ansonsten gilt: Mehr Gehalt ist kein Allheilmittel! Fühlst du dich in deinem Job wegen mangelnder Anerkennung, Über- oder Unterforderung oder gar Mobbing nicht wohl, wird ein höherer Verdienst daran nur wenig ändern. Deshalb solltest du dich fragen, ob eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung deine Unzufriedenheit beseitigen kann oder sie nur ein kurzfristiges Trostpflaster ist.
Um das herauszufinden, machst du am besten eine persönliche Bestandsaufnahme und vergleichst die guten mit den schlechten Seiten deines Jobs. Wiegt ein höheres Einkommen die Nachteile auf? Falls nicht, solltest du dich über kurz oder lang beruflich anderweitig orientieren. Helfen kann eine andere Position im angestammten Unternehmen oder ein Wechsel des Arbeitgebers.
Erklärvideo: Geldwerter Vorteil
Meine Zustimmung kann ich jederzeit unter Datenschutz widerrufen.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?
Gute Zeitpunkte sind das Ende der Probezeit, das jährliche Feedbackgespräch, eine Beförderung oder neue Verantwortlichkeiten. Auch nach erfolgreich abgeschlossenen Projekten stehen die Chancen gut. Wichtig ist, dass deine Leistung sichtbar ist und das Unternehmen wirtschaftlich stabil ist.
Wie viel Gehalt kann ich verlangen?
Im gleichen Job sind meist Gehaltssteigerungen von etwa drei bis sieben Prozent möglich. Bei einer Beförderung können es etwa zehn bis 15 Prozent sein. Wechselst du den Arbeitgeber, sind häufig sogar bis zu 20 Prozent mehr Gehalt realistisch.
Wie bereite ich mich am besten auf eine Gehaltsverhandlung vor?
Recherchiere zuerst deinen Marktwert über Gehaltsportale, Branchenberichte oder Jobbörsen. Sammle anschließend konkrete Argumente für deine Leistung, etwa erfolgreich abgeschlossene Projekte oder zusätzliche Verantwortung. Übe das Gespräch vorab und lege eine klare Gehaltsforderung sowie eine Mindestgrenze fest.
Welche Argumente überzeugen im Gehaltsgespräch wirklich?
Am überzeugendsten sind messbare Leistungen und konkrete Erfolge. Dazu gehören etwa abgeschlossene Projekte, gesteigerte Umsätze, neue Qualifikationen oder zusätzliche Verantwortung im Job. Private Gründe oder hoher Arbeitsstress sind dagegen meist keine überzeugenden Argumente für eine Gehaltserhöhung.
Was tun, wenn die Gehaltserhöhung abgelehnt wird?
Bleibe ruhig und frage nach den Gründen für die Ablehnung. Kläre, welche Leistungen oder Ziele für eine spätere Gehaltserhöhung erwartet werden. Alternativ kannst du über Zusatzleistungen wie mehr Urlaub, Weiterbildung, Firmenhandy oder Fahrtkostenzuschüsse verhandeln.
Welche Alternativen gibt es zur Gehaltserhöhung?
Wenn mehr Gehalt nicht möglich ist, können geldwerte Vorteile eine Alternative sein. Dazu gehören etwa zusätzliche Urlaubstage, ein Firmenwagen, ein Zuschuss zur Kinderbetreuung, Weiterbildung oder ein Firmenhandy. Solche Leistungen können für Arbeitgeber steuerlich günstiger sein.
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