Junges Pärchen sitzt auf der Couch und sieht zufrieden lächelnd die Schufa-Auskunft ohne die mittlerweile gelöschten Einträge
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Wann werden Schufa-Einträge gelöscht?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 10.06.2019

Mit dem frischen Kredit hatten Sie eigentlich fest gerechnet – doch die Bank sagt unerwartet: “Nein”? Dann hat die Schufa Sie womöglich für wenig kreditwürdig erklärt. Aber wie kann das sein, wo Sie doch die letzte überfällige Rechnung schon längst beglichen haben? Bleiben die finanziellen Sünden denn für immer registriert? Nein. Allerdings ist etwas Wartezeit nötig.

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Wann werden Schufa-Einträge automatisch gelöscht?

Die gute Nachricht vorweg: Ja, negative Schufa-Einträge werden automatisch gelöscht. Die schlechte Nachricht: Je nach Eintrag müssen Sie Jahre darauf warten.

Ausgerechnet die Einträge zu Rückzahlungsschwierigkeiten bei Krediten oder Insolvenz – also die, die bei einem neuen Kreditantrag die größten Schwierigkeiten machen – bleiben am längsten in Ihrer Schufa-Auskunft stehen. Haben Sie die Forderung bezahlt, dauert es drei Jahre, bis der Eintrag gelöscht wird. Und die Zählung dieser drei Jahre beginnt erst am Ende des Jahres, in dem Sie die Schulden beglichen haben. Wenn Sie also zum Beispiel im Frühjahr 2019 einen überfälligen Betrag bezahlen, dann beginnt die Wartezeit bis zur Löschung erst mit dem Jahreswechsel 2019/20. Drei Jahre später, also am 1. Januar 2023, sind Sie den Eintrag dann los.

Immerhin: Wenn die Gläubiger die Zahlung an die Schufa melden, bleibt zwar der Eintrag bestehen. Doch er bekommt schon einen “Erledigungsvermerk”. Das bedeutet, die Schufa erinnert sich zwar noch daran, dass Sie einmal mit einer Zahlung im Verzug waren. Aber sie registriert auch, dass der Fall mittlerweile abgehakt ist. Entsprechend dürfte Ihr Schufa-Score wieder ein wenig steigen.

Kann man Schufa-Einträge vorzeitig löschen lassen?

Kann man Schufa-Einträge vorzeitig löschen lassen?

Nur in Einzelfällen. Möglich ist eine vorzeitige Löschung zum Beispiel bei strittigen Forderungen oder bei Härtefällen. Die Löschung müssen Sie schriftlich beantragen und begründen.

Mehr dazu finden Sie in diesem Ratgeber.

Werden alle Einträge nach der gleichen Zeit gelöscht?

Nein. Wie lange ein negativer Schufa-Eintrag gespeichert wird, hängt vom jeweiligen Grund dafür ab.

  • Falsche Angaben entfernt die Schufa sofort, nachdem sie entdeckt oder gemeldet werden.
  • Einträge zu Forderungen von unter 1.000 Euro, die schon beglichen sind, werden auf Antrag ebenfalls direkt gelöscht.
  • Informationen über Giro- und Kreditkartenkonten werden gelöscht, nachdem die Schufa über die Auflösung des Kontos informiert wurde.
  • Kreditanfragen, Kreditkonditionen-Anfragen sowie Anfragen von Unternehmen an die Schufa werden nach zwölf Monaten  gelöscht.
  • Bei allen Forderungen über 1.000 Euro, die Sie nicht bezahlt haben, wird der Eintrag wie beschrieben drei Jahre nach dem Jahr gelöscht, in dem Sie den fälligen Betrag beglichen haben.
  • Daten aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen – etwa nach einer Vermögensauskunft – werden auf den Tag genau nach drei Jahren gelöscht. Sie können aber vorzeitig gelöscht werden, wenn Sie nachweisen, dass das Amtsgericht den Eintrag ebenfalls gelöscht hat.
Herr im Anzug unterschreibt Vermögensauskunft in einem Gerichtssaal.
© istock/utah778/2018  Einträge nach einer Vermögensauskunft, auch Eidesstattliche Erklärung genannt, können vorzeitig wieder aus der Schufa-Auskunft gelöscht werden.

Was passiert bei einer Privatinsolvenz?

Auch der Eintrag über eine Privatinsolvenz bleibt noch drei Jahre in der Schufa-Auskunft stehen – und zwar nach Ablauf des Insolvenzverfahrens. Das bedeutet: Zunächst steht der Eintrag die vollen sechs Jahre während des Insolvenzverfahrens in der Schufa-Datei, anschließend noch bis zum jeweiligen Jahresende und dann noch einmal drei Jahre. So können insgesamt fast zehn Jahre zusammenkommen, in denen die Schufa eine Privatinsolvenz in den Akten führt.

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