Zwei Kinder stehen freudig auf einem Floß im Bach, zwischen ihnen eine Schatzkiste
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Baukindergeld bekommen: So ziehen Sie den Zuschuss an Land

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 25.11.2019

Schaffe, schaffe, Häusle baue – für viele Familien geht der sprichwörtliche Traum vom selbst erarbeiteten Eigenheim nicht mehr auf. Denn vom Einkommen bleibt nicht genug übrig, um sich ein Haus oder ein Wohnung leisten zu können. Das Baukindergeld soll das ändern. Den Zuschuss vergibt der Staat seit 2018 an Paare und Alleinerziehende mit Kindern, die ein Eigenheim kaufen oder bauen wollen. Aber wer genau hat Anspruch darauf? Wie kommen Familien an das Geld? Und wieviel gibt es?

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Wie funktioniert Baukindergeld und wer zahlt es?

Beim Baukindergeld ist der Name Programm: Auf Antrag bekommen Sie Geld für den Bau oder auch Kauf eines Eigenheims. Die Höhe der Zulage ist abhängig davon, wie viele Kinder Sie haben. Wird der Antrag bewilligt, erhalten Paare und Alleinerziehende je Haushalt und Kind 1.200 Euro jährlich über zehn Jahre hinweg. Der Förderbetrag pro Kind beträgt somit 12.000 Euro. Bei zwei Kindern sind es 24.000 Euro und so weiter. 

In einigen Bundesländern lässt sich dieser Betrag noch aufstocken, zum Beispiel in Bayern. Hier gibt es das Baukindergeld Plus, bei dem Familien pro Kind 300 Euro im Jahr mehr erhalten, insgesamt also auf 1.500 Euro pro Jahr kommen.

Für das Baukindergeld zuständig ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die KfW ist eine Förderbank, die zahlreiche Kredite und Zuschüsse vergibt. Dazu gehört seit 2018 auch das KfW-Programm 424, wie das Baukindergeld auch heißt. Dabei handelt es sich um einen Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen.

Welche Voraussetzungen müssen Sie dafür erfüllen?

Baukindergeld bekommen Sie, wenn Sie mindestens ein Kind haben, das noch minderjährig ist, in Ihrem Haushalt lebt und für das Sie bereits Kindergeld erhalten. Ob das Kind ein leibliches oder adoptiertes ist, macht keinen Unterschied.

Der Zuschuss soll Geringverdiener unterstützen. Deshalb erhalten Sie Baukindergeld nur, wenn Ihr Haushaltseinkommen bei einem Kind nicht mehr als 90.000 Euro beträgt. Für jedes weitere Kind dürfen Sie 15.000 Euro mehr verdienen. Bei zwei Kindern liegt die Einkommensgrenze also bei 105.000 Euro, bei drei Kindern bei 120.000 Euro und so weiter.

Wichtig: Es zählt nicht das Bruttoeinkommen, sondern das zu versteuernde Einkommen aus dem vorletzten und vorvorletzten Jahr. Beantragen Sie noch in 2019 Baukindergeld, wird also das Haushaltseinkommen aus den Jahren 2016 und 2017 dafür herangezogen. Wie hoch in diesen Jahren Ihr zu versteuerndes Einkommen war, zeigen die entsprechenden Steuerbescheide.

Was für den Erhalt von Baukindergeld keine Rolle spielt

Was für den Erhalt von Baukindergeld keine Rolle spielt

Die Liste der zu erfüllenden Voraussetzungen ist lang. Aber es gibt auch einige Aspekte, die aus Ihrer Sicht vielleicht eine Rolle spielen könnten, für das Baukindergeld jedoch unwichtig sind:

  • Es ist egal, ob Sie ein Haus oder eine Wohnung kaufen und ob die Immobilie neu oder alt ist.
  • Sie müssen nicht verheiratet sein, Alleinerziehende und Partner ohne Trauschein erhalten auch Baukindergeld.
  • Betreffende Kinder können vor Ablauf der Förderzeit volljährig werden, ohne dass Sie den Anspruch auf Baukindergeld verlieren. Wichtig ist nur das Alter der Kinder zum Zeitpunkt der Beantragung.
  • Eine Trennung während der Förderzeit muss nicht das Ende des Baukindergeldes bedeuten. Für Kinder die im Haushalt wohnen bleiben wird auch weiter gezahlt.

Für die Immobilie, die Sie bauen oder kaufen, gelten weitere wichtige Voraussetzungen:

  • Die Wohnung oder das Haus muss in Deutschland liegen.
  • Sie müssen die Immobilie selbst bewohnen.
  • Das Eigenheim muss zu mindestens 50 Prozent Ihnen gehören.
  • Zum Zeitpunkt der Antragstellung dürfen Sie nur diese eine Wohnimmobilie besitzen.
  • Sie beantragen das Baukindergeld nicht für einen Anbau oder eine Modernisierung.

Grundsätzlich wird das Baukindergeld für den gesamten Zeitraum von zehn Jahren vergeben. Jedoch können Veränderungen Ihrer Wohnsituation dazu führen, dass der Anspruch auf die jährliche Zahlung entfällt. Etwa, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen nicht mehr erfüllen. Ein Beispiel: Der Verkauf oder die Vermietung der Immobilie aus dem Antrag während der Laufzeit des Baukindergeldes führt zum Ende der Förderung.

Ein Kind mit Schutzhelm auf dem Kopf zieht in einem halbfertigen Haus eine Holzlatte hinter sich her
© istock/FamVeld/2017  Da packen selbst die Kleinsten mit an: Baukindergeld soll Familien die Finanzierung eines Eigenheims erleichtern.

Wann und wie können Sie Baukindergeld beantragen?

Anträge auf Baukindergeld sind seit September 2018 möglich. Das KfW-Programm 424 ist aber begrenzt. Sie können lediglich bis spätestens Ende 2023 einen Antrag stellen. Wichtig ist zudem, dass die Unterzeichnung des Kaufvertrages zu Ihrem Eigenheim oder die Ausstellung der Baugenehmigung zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 liegt.

Und es gibt einen weiteren Haken: Sie können den Antrag erst stellen, wenn Sie bereits in Ihrem Eigenheim wohnen. Aber Sie dürfen auch nicht zu lange warten: Sie müssen den Antrag bis spätestens sechs Monate nach Einzug einreichen. Danach haben Sie keinen Anspruch mehr auf den Zuschuss. Das Datum auf der Meldebescheinigung ist hierbei entscheidend.

Sie erfüllen alle nötigen Voraussetzungen und Bedingungen? Dann können Sie schon in wenigen Schritten Baukindergeld beantragen:

  1. Registrieren Sie sich online auf dem KfW-Zuschussportal.
  2. Füllen Sie auf dem Portal den Antrag aus und senden Sie ihn ab.
  3. Weisen Sie Ihre Identität nach (ist möglich über Postident und Videoident).
  4. Laden Sie innerhalb von drei Monaten die angeforderten Unterlagen auf der Website hoch. Dazu gehören: Meldebescheinigung, Bestätigung über Erwerb der Immobilie, Einkommensnachweise.

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Bis Ende 2020 gilt es den Kaufvertrag zu unterschreiben und bis Ende 2023 das Baukindergeld zu beantragen. Da können Sie sich ruhig Zeit lassen mit der Immobiliensuche? Nicht unbedingt. Den Zuschuss gibt es nur, solange die dafür eingeplanten Gelder nicht aufgebraucht sind.

Insgesamt 9,9 Milliarden Euro stehen für das Baukindergeld zur Verfügung. Klingt viel? Ist aber nicht ganz so viel, angesichts der Tatsache, dass bis September 2019 bereits 2,8 Milliarden Euro aufgebraucht waren. Da lief die Antragstellung gerade rund ein Jahr. Bleibt die Anzahl der Anträge gleich hoch oder nimmt sie in den nächsten Monaten sogar zu, ist der Topf bald leer.

Für wen lohnt sich das Baukindergeld besonders?

Wie sehr profitiert eine Familie von dem Zuschuss? Das hängt unter anderem davon ab, wie hoch der Anteil des Baukindergeldes am Kaufpreis der Immobilie ist. Die Förderung kann sich deshalb besonders für Familien auszahlen, die ein kleines Haus in einer ländlichen Gegend kaufen und dabei von vergleichsweise niedrigen Immobilienpreisen profitieren.

Nehmen wir an, eine Familie mit zwei Kindern beantragt Baukindergeld und bekommt somit insgesamt 24.000 Euro. Kauft sie ein kleines Haus auf dem Land, das schon für 60.000 Euro zu haben ist, deckt das Baukindergeld immerhin 40 Prozent des Kaufpreises ab. Zahlt die Familie dagegen doppelt so viel für ein Haus, macht das Baukindergeld nur 20 Prozent vom Kaufpreis aus.

Besonders wenig nutzt das Baukindergeld demnach Familien in Ballungsgebieten mit hohen Immobilienpreisen: Muss die Familie 250.000 Euro für ein Haus bezahlen, schrumpft der Anteil des Baukindergeldes auf weniger als zehn Prozent des Immobilienpreises. Trotzdem kann der Zuschuss natürlich auch in solchen Fällen die Entscheidung für ein Eigenheim erleichtern.

Tipp: Sie möchten mehr über das Baukindergeld wissen? Das folgende Video der KfW erklärt den Zuschuss noch einmal schnell und einfach. Dazu bietet die KfW dieses Merkblatt, das alles Wichtige rund um die Förderung zusammenfasst.

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