Paar vor Marktstand im Ausland
Bezahlen

Bezahlen im Ausland: Wie geht was am besten?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 01.06.2022

Wer seinen Kaffee auf einer Piazza in Rom oder am Montmartre in Paris trinkt, hat es leicht: Beim Bezahlen läuft es genauso wie in Deutschland, der Euro-Raum macht’s möglich. Doch wo der Euro nicht gilt, wird es komplizierter. Denn egal, ob Sie mit Karte, bar oder mit Traveller Check bezahlen, der Umtausch von Euro in die Landeswährung kostet in der Regel Gebühren. Wie und womit Sie am besten fahren, lesen Sie hier. 

Girocard: Stark zu Hause, teuer im Ausland

Die Girocard (ehemals EC-Karte) wird von den deutschen Banken ausgegeben und funktioniert von Haus aus eigentlich nur in Deutschland. Immerhin können Sie damit sowohl an der Kasse bezahlen (zum Beispiel im Restaurant oder Supermarkt) als auch am Automaten Bargeld abheben. 

Damit Sie eine Girocard auch im Ausland nutzen können, muss sie an ein internationales Zahlungssystem wie Maestro (von Mastercard) oder V-Pay (von Visa) angeschlossen sein. Allerdings haben beide angekündigt, ihre Systeme einzustellen. Dann ist die Girocard hinter den deutschen Grenzen nutzlos. 

Gebühren: 

  • Innerhalb Deutschlands und der Eurozone ist das Bezahlen mit der Girocard kostenlos. Außerhalb kommen je nach Anbieter zwischen 1 und 2,5 Prozent auf den Kaufpreis obendrauf. Bei kleineren Beträgen gibt es oft eine Mindestgebühr von 1-2 Euro. 
  • Die Gebühren fürs Abheben von Bargeld können knackig sein, wenn der Automat nicht zum Bankenverband Ihrer Girocard gehört. Dann werden Ihnen – zusätzlich zur ausgezahlten Summe – zwischen 3 und 10 Euro vom Konto abgezogen beziehungsweise 1 Prozent des Auszahlungsbetrags. Das gilt im In- und Ausland. Außerdem kommen manchmal noch eigene Gebühren des Automatenbetreibers dazu (siehe Kasten). 

Tipps: So sparen Sie Geld am Automaten

Tipps: So sparen Sie Geld am Automaten

  • Wenn Sie bei Ihrer Girocard oder Kreditkarte eine pauschale Gebühr fürs Geldabheben bezahlen, dann holen Sie sich lieber einmalig einen größeren Betrag vom Automaten als mehrmals kleinere. 
  • Halten Sie nach Automaten mit der Aufschrift „0 % Commission“ Ausschau, um Sondergebühren des Automatenbetreibers zu vermeiden. 
  • Manche Automaten bieten Ihnen an, eine Summe in Euro zu wählen. Das ist praktisch, weil Sie ein Gefühl dafür haben, wie hoch der Abhebungsbetrag ist. Aber dafür fällt der Umrechnungskurs oft ungünstig aus, viele berechnen auch extra Umrechnungsgebühren. Besser – und günstiger – ist es da, wenn Sie selbst ausrechnen, wie viel Sie benötigen, und die Summe in der Fremdwährung angeben. 
Junge Frau zahlt per Karte einen Cocktail in einer Strandbar
Bezahlen in einer fremden Währung kann teu(r)er werden als gedacht.

Kreditkarte: Auf den Anbieter kommt es an

Mit einer Kreditkarte sind Sie weltweit auf der sicheren Seite. Zumindest mit einer Karte der großen Anbieter Visa und Mastercard können Sie so gut wie überall bezahlen, auch American Express ist weit verbreitet. Bargeld am Automaten gibt’s ebenfalls per Kreditkarte. 

In manchen Ländern sind Sie ohne Kreditkarte sogar aufgeschmissen. In den USA zum Beispiel bekommen Sie einen Mietwagen in aller Regel nur dann, wenn Sie eine Kreditkarte als Sicherheit hinterlegen. In Schweden können Sie Parkgebühren nur mit Kreditkarte bezahlen. 

Ob und was Sie der Einsatz einer Kreditkarte im Ausland kostet, hängt vom Anbieter beziehungsweise von den Konditionen Ihres Vertrags ab. Es gibt Karten, bei denen sowohl für die Karte selbst als auch fürs Bezahlen und fürs Geldabheben keinerlei Gebühren anfallen (darunter die GenialCard der Hanseatic Bank). Bei den anderen kann es komplizierter – und teurer sein. 

Gebühren: 

  • Wenn Sie in Länder außerhalb der Eurozone reisen, sollten Sie prüfen, ob bei Ihrer Kreditkarte eine Fremdwährungsgebühr fällig wird. Das würde bedeuten: Bei allem, was Sie damit bezahlen, kommen 1 bis 2 Prozent der Rechnungssumme obendrauf. 
  • Viele Anbieter verlangen Gebühren, wenn Sie mit der Kreditkarte Geld vom Automaten holen. Das können pauschale 2 und 5 Euro für jedes Abheben sein oder einige Prozent vom ausgezahlten Betrag (Mehr zu den Gebühren und wie sie manche Kosten vermeiden können lesen Sie im Kasten oben). 

Die GenialCard: Die komplett gebührenfreie Kreditkarte

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Debitcard: Achten Sie auf die Konditionen!

Eine Debitcard sieht aus wie eine Kreditkarte, und Sie bekommen sie unter anderem auch von den Kreditkarten-Anbietern Visa und Mastercard. Trotzdem ist es keine Kreditkarte, denn es gibt einen entscheidenden Unterschied: Wenn Sie etwas mit der Karte bezahlen, wird das Geld sofort von Ihrem Konto abgebucht – so wie bei Ihrer Girocard. 

In Deutschland sind Debitkcards von Visa und Mastercard eher unüblich. Im außereuropäischen Ausland können sie aber eine gute Ergänzung sein, denn dort kommen Sie mit einer Girocard nicht immer weiter (siehe oben). Aber Vorsicht: Für Hotelbuchungen oder als Sicherheit für einen Mietwagen reicht eine Debitcard häufig nicht aus, da benötigen Sie eine „echte“ Kreditkarte. Bei den Kosten heißt es wieder: Es kommt auf den Anbieter und Ihren Vertrag an. 

Gebühren: 

  • Innerhalb der Eurozone fallen keine Gebühren an, wenn Sie mit der Karte bezahlen. Außerhalb kann das schon anders aussehen. Wenn Sie in einer anderen Währung bezahlen als dem Euro, kommen meistens rund 2 Prozent der Rechnungssumme obendrauf. 
  • Beim Geldabheben am Automaten läuft es ähnlich wie bei der Girocard: Bei Automaten desselben Anbieters wie die Karte bleibt es meistens kostenfrei. Bei fremden Anbietern und im Ausland kommen fast immer knackige Gebühren obendrauf, entweder als Pauschale oder in Prozent der abgehobenen Summe (Mehr zu den Gebühren und wie sie manche Kosten vermeiden können lesen Sie im Kasten oben). 
Hand reicht Kreditkarte an ein Bezahlterminal
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Traveller Check: Teures Auslaufmodell 

Die Jüngeren werden mit dem Begriff Traveller Checks (oder Reiseschecks) kaum noch etwas anfangen können. Dabei waren sie jahrelang eine prima Alternative zu Kreditkarten. Das Prinzip: Bei einer Bank Reiseschecks in der gewünschten Währung in unterschiedlichen Beträgen kaufen (plus eine Gebühr von 1 Prozent, mindestens aber umgerechnet 6 Euro), unterschreiben – und vor Ort damit bezahlen wie mit Bargeld. Eine zweite Unterschrift genügte als Beleg, dass alles mit rechten Dingen zugeht. 

Heute sind Traveller Checks weitgehend verdrängt, immer weniger Geschäfte nehmen sie noch an. In Deutschland kann man sie schon seit 2015 nicht mal mehr kaufen. Allerdings besitzen sie kein Verfallsdatum, sie sind ewig gültig. Wenn Sie also noch Schecks besitzen, erkundigen Sie sich, ob Sie im Reiseland noch damit bezahlen können (wobei mancherorts wieder Gebühren fällig werden). Oder Sie lösen Sie in Filialen der Reisebank ein. Das kostet allerdings 2 Prozent des Scheck-Wertes, mindestens aber 10 Euro.

… und was ist mit Bargeld?

Als Trinkgeld oder für kleine Beträge: Fast überall auf der Welt sind nach wie vor Münzen und Scheine gern gesehen. Die können Sie schon zu Hause bei Banken und Wechselstuben kaufen. Im Reiseland selbst ist es aber meistens günstiger. Denn auch hier kommen Sie um Gebühren kaum herum. 

Gebühren: 

  • Die meisten Wechselstuben und Banken berechnen Ihnen nicht den exakten Wechselkurs, sondern rechnen zu ihren eigenen Gunsten. Ein Vergleich verschiedener Anbieter kann sich lohnen. 
  • Andere verlangen bis zu 5 Prozent Wechselgebühr, die auf die ausgezahlte Summe draufgeschlagen wird. Für 100 Euro in einer Fremdwährung müssten Sie dann bis zu 105 Euro bezahlen. Manche verzichten auf diese Gebühr, dafür wählen sie einen noch schlechteren Wechselkurs. Auch hier sollten Sie vergleichen und durchrechnen, welcher Betrag sich wo zu wechseln lohnt. 

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