Ein Mann liest mit einer Lupe das Kleingedruckte in einem Vertrag
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Versicherung prüfen: Kündigen. Wechseln. Sparen

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 17.07.2026

Wann hast du zum letzten Mal deine Versicherungsverträge gecheckt? Schon länger her? Kein Wunder, denn Spaß macht das nicht. Aber es kann sich lohnen: Vielleicht bekommst du gleichen Leistungen für weniger Geld –, oder mehr Leistungen für das gleiche Geld. Wer seine Versicherungen regelmäßig prüft, kann oft ordentlich sparen. Die KlarMacher zeigen dir, worauf es bei welcher Versicherung ankommt. 

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Versicherungs-Check

  • Bestehende Versicherungen solltest du mindestens einmal pro Jahr überprüfen.
  • Lebensveränderungen wie Umzug, Hochzeit oder Kinder beeinflussen deinen Versicherungsbedarf.
  • Besonders bei Haftpflicht-, Kfz- und Hausratversicherung steckt oft Sparpotenzial.
  • Vergleiche nicht nur den Preis, sondern immer auch die Leistungen.
  • In manchen Fällen bieten ältere Verträge schlechtere Leistungen zu höheren Beiträgen. 

Policen jährlich kontrollieren

Du hast nur Versicherungen, die du wirklich brauchst? Trotzdem können sich die Prämien dafür läppern. Schaue deshalb genau auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Und zwar auch, wenn deine Unterschrift auf dem Vertrag längst getrocknet ist. Dafür gibt es vor allem drei Gründe:

  • Die Prämien können sich ändern. Manche Versicherungen werden über die Jahre teurer, andere günstiger. Mit dem Wechsel zu einer preiswerteren Versicherung sparst du Geld.
  • Die Leistungen können sich ändern. Versicherungen misten ihr Angebot von Zeit zu Zeit aus. Mal streichen sie eine Leistung und/oder nehmen eine andere mit rein. Die Änderungen gelten dann aber nur für neue Verträge. Deshalb kann es sinnvoll sein, alte Policen zu prüfen, um sie bei Bedarf zu kündigen und eine neue abzuschließen. So bekommst du im Idealfall bessere Leistungen für dasselbe oder sogar für weniger Geld – eventuell sogar beim selben Versicherer.
  • Die Lebenssituationen ändern sich. Eine Heirat, ein Kind, ein Wohnungswechsel – solche Ereignisse wirken sich auf deinen Versicherungsbedarf aus. Dann solltest du kontrollieren, ob deine laufenden Verträge noch dazu passen.

Eine Versicherung kündigen, ändern oder wechseln solltest du, wenn sie nicht mehr zu dir passt. Also wenn du unter- oder überversichert bist, zu viel bezahlst oder sie einfach nicht mehr brauchst. Deshalb solltest du einmal jährlich alle Versicherungen prüfen. Falls dir das zu viel Arbeit auf einmal ist, nimm dir einfach Monat für Monat eine andere Police vor. 

Eine junge Frau blickt misstrauisch hinter einem Stapel aus fünf dicken Aktenordnern hervor
© istock/AndreyPopov/2018  Keine Angst vor dem Kleingedruckten! Darin kann viel Sparpotenzial stecken.

Krankenversicherung prüfen

In Deutschland ist eine private oder gesetzliche Krankenversicherung Pflicht. In der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) bezahlst du einen einheitlichen Beitragssatz von 14,6 Prozent deines Bruttogehalts (Stand: Januar 2026). Weil der aber nicht sämtliche Kosten der Kassen deckt, erhebt jede Krankenkasse noch einen individuellen Zusatzbeitrag. Hier steckt Sparpotenzial, denn bei manchen Kassen ist der Zusatzbeitrag niedriger als bei anderen.

Beachte aber: Einige Krankenversicherungen spendieren dir freiwillige Zusatzleistungen oder bieten Bonusprogramme an. Sie belohnen dich zum Beispiel mit Zuschüssen, wenn du aktives Mitglied im Sportverein bist oder regelmäßig deine Vorsorgeuntersuchungen machst. Und falls du mittlerweile geheiratet und Kinder hast, hat eine andere Krankenkasse womöglich bessere Leistungen für die neue Familie im Angebot.

Die privaten Krankenversicherungen (PKV) bieten zur Grundversorgung einen Basistarif. Den kannst du auf Wunsch mit Zusatzleistungen aufpeppen. Aber brauchst du die alle (noch)? Vielleicht sind einige davon mittlerweile überflüssig. Dann solltest du diese kündigen. Sparen kannst du auch, wenn du eine Selbstbeteiligung für deine PKV vereinbarst. Damit sinkt die Versicherungsprämie oft spürbar.

Achtung: Ein Wechsel der privaten Krankenversicherung ist selten sinnvoll. Das liegt an deinen angesparten Beitragsrückstellungen. Die sind gesetzlich vorgeschrieben und sollen dir im Alter konstante Beiträge sichern. Wenn du einen neuen privaten Anbieter wählst, verlierst du meist einen Teil dieses finanziellen Polsters. Gehst du (zurück) zur gesetzlichen Krankenversicherung, sind deine Beitragsrückstellungen sogar komplett weg. 

Eine Gruppe von Frauen sitzt während einer Yoga-Übung auf dem Boden
© istock/alvarez/2017  Manche Krankenversicherungen belohnen Vorsorgeuntersuchungen oder sportliche Aktivitäten – wie hier einen Yoga-Kursus – mit Boni oder Rabatt auf die Prämie.

Privathaftpflichtversicherung prüfen

Obwohl sie nicht vorgeschrieben ist, gehört die Privathaftpflicht praktisch zum Pflichtprogramm. Möchtest du diese Versicherung prüfen, achte vor allem auf die Deckungssumme für Sach- und Personenschäden. Dafür sind heute mindestens 50 Millionen Euro Standard. Alte Verträge, zum Beispiel aus den 90ern, hinken hier oft stark hinterher – und beziehen sich noch auf die Deutsche Mark.

Außerdem ist ihr Leistungsumfang meist nicht mehr zeitgemäß: Was mittlerweile mitversichert ist (Verlust geliehener Sachen, Forderungsausfall), suchst du in früheren Policen vergeblich. Du könntest also mit einer „aufgefrischten“ Privathaftpflichtversicherung größeren Schutz bekommen. 

Ein Mann steht verlegen vor einer rissigen Wand, in die er gerade mit einem Hammer einen Nagel eingeschlagen hat
© istock/Marcos Calvo/2019  Ups – die Privathaftpflicht schützt dich bei Missgeschicken vor hohen Kosten.

Reisekrankenversicherung prüfen

Wenn Ihnen außerhalb Deutschlands etwas zustößt, benötigen Sie eine Reisekrankenversicherung. Innerhalb der Europäischen Union sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein übernimmt auch Ihre gesetzliche oder private Krankenversicherung die Behandlungskosten – zumindest teilweise. Zieht es Sie aber weiter in die Ferne, kann eine Extra-Versicherung sinnvoll sein.

So eine spezielle Reisekrankenversicherung ist oft Bestandteil von Kreditkarten. In den meisten Fällen bist du mit einer solchen Reisekrankenversicherung gut unterwegs. Dennoch ist der Blick ins Kleingedruckte unverzichtbar. Prüfe etwa, ob auch mitreisende Familienmitglieder unter den Schutz fallen und Reisen versichert sind, die du nicht mit der Kreditkarte gebucht hast.

SicherReise – dein Rundumschutz für unterwegs

Ob Städtetrip oder Fernreise – mit SicherReise der Hanseatic Bank erhältst du eine umfassende Absicherung für alle Urlaubspläne. Das Versicherungspaket deckt die Kosten bei Reiserücktritt, Reiseabbruch, Krankheit und Unfall im Urlaub und vieles mehr! Du kannst sie bei der GenialCard einfach und günstig dazubuchen.

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Grundsätzlich, also auch bei separaten Reisekrankenversicherungen, nimmst du deine Police beispielsweise auf folgende Fragen hin unter die Lupe: 

  • Welche medizinischen Leistungen (Zahnersatz, psychische Therapien, Rücktransport) und Hilfsmittel (Krücken) übernimmt die Kasse? Welche sind ausgeschlossen, etwa wenn sich Vorerkrankungen während der Reise verschlechtern?
  • In welchen Regionen gilt sie?
  • Wie ist die stationäre Behandlung im Krankenhaus geregelt?
  • Wie verhält sich der Versicherer bei Folgen höherer Gewalt (Naturkatastrophen, Epidemien, Fristen zum Verlassen des Landes)?

Wenn du zum Work and Travel oder für ein Sabbatical ins Ausland gehst, brauchst du eine spezielle Absicherung. Mehr dazu erfährst du im Beitrag „Sabbatical: Welche Versicherungen brauche ich?”. 

Rettungskräfte bereiten einen Mann auf einer Trage für den Krankentransport in einem Hubschrauber vor
© istock/andresr/2014  Eine Krankheit oder ein Unfall auf Reisen kann einen kostspieligen Rücktransport in die Heimat erforderlich machen. Gut, wenn den die Reisekrankenversicherung bezahlt.

Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) springt ein, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst und deshalb kein Einkommen hast. Dann finanziert dir die BU den gewohnten Lebensstandard – im Idealfall bis zu deinem Renteneintritt. Und weil das so wichtig ist, solltest du diese Versicherung besonders genau und oft prüfen und bei Veränderungen in deinem Berufs- und Privatleben deiner aktuellen Lebenssituation anpassen.

Achte beim Leistungs- und Kosten-Check der Berufsunfähigkeitsversicherung vor allem auf:

  • Die Versicherungsbedingungen. Bei älteren Verträgen sind die Leistungen oft nicht mehr zeitgemäß. Vorsicht bei Formulierungen wie „Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte (...) voraussichtlich mindestens drei Jahre außerstande ist, seinen zuletzt vor Eintritt des Versicherungsfalles ausgeübten Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben (...)“. Denn diese sogenannte Verweisungsklausel bedeutet: Der Versicherer braucht nicht zu zahlen, wenn du statt deines alten Jobs einen anderen machen kannst. Auch die im gleichen Beispielsatz erwähnten „drei Jahre“ sind heikel. Gemeint ist damit, dass eine Ärzt*in bestätigen muss, dass du mindestens drei Jahre lang berufsunfähig sein wirst (3-jährige Prognosezeit). Doch so lange möchten (und können) sich viele Mediziner*innen mit ihrer Diagnose nicht festlegen. Ohne eine solche Vorhersage kriegst du aber keine BU-Rente. Eine deutlich kürzer veranschlagte Prognose von sechs Monaten ist deshalb besser. Möglicherweise hast du früher Hobbys gehabt, für die der Versicherer einen Risikozuschlag verlangt hat. Oder du zahlst einen erhöhten Beitrag wegen einer Vorerkrankung, deren letzte Behandlung bereits fünf oder zehn Jahre zurückliegt. Solche Leiden musst du bei einem neuen Vertragsabschluss nicht angeben. Hier lohnt es sich eventuell, mit deinem Versicherer neu zu verhandeln – oder zu kündigen.
  • Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente. Du hast geheiratet oder ein Kind bekommen? Wenn du noch als Single eine BU abgeschlossen hast, solltest du unbedingt prüfen, ob die damals vereinbarte Rente unter den neuen Umständen noch ausreicht.  
  • Die Versicherungsdauer. Der Eintritt ins Rentenalter erfolgt heute später als vor einigen Jahren. Wer früher eine BU bis zum 55. oder 60. Lebensjahr abgeschlossen hat, muss gegebenenfalls länger arbeiten als damals geplant. Dadurch entsteht eine mehrjährige, unversicherte Lücke bis zum Ruhestand. Sie erhöht das Risiko einer nicht gedeckten Berufsunfähigkeit auf den letzten Metern.
  • Die Beitragshöhe. Die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit hängt unter anderem von deiner beruflichen Tätigkeit ab. Je gefährlicher sie ist, desto mehr musst du für die BU zahlen. Allerdings haben die Versicherer im Laufe der Jahre das Risiko vieler Jobs neu kalkuliert. Vielleicht ist dein Beruf heute günstiger bewertet. Oder du hast in einen ungefährlichen Job gewechselt. Auch daraufhin solltest du deine Versicherung prüfen. 
Eine Frau mittleren Alters sitzt auf einem Sofa und blickt melancholisch durchs Fenster nach draußen
© istock/ediebloom/2020  Wer auf lange Sicht nicht arbeiten kann, hat kein Einkommen. Eine abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dann eine monatliche Rente.

Hausratversicherung prüfen

Bei den meisten Menschen sammelt sich mit der Zeit immer mehr und hochwertigerer Hausstand an. Das Haushaltsvermögen steigt deshalb im Wert. Da muss die Deckungssumme der Hausratversicherung – die meistens nach der Wohnfläche berechnet wird – mithalten. Tut sie das nicht und ist beispielsweise noch auf dem Stand von vor 20 Jahren, droht eine Unterversicherung. Die Folge: Bei Schäden oder Verlust bekommst du dein Hab und Gut nicht vollständig erstattet.

Deshalb solltest du kontrollieren, ob die Deckungssumme noch passt. Dazu überschlägst du den Gesamtwert aller Einrichtungsgegenstände. Zu einem modernen Hausrat zählen:

  • Möbel und Einrichtungsgegenstände wie Teppiche und Bilder
  • Haushaltsgeräte
  • Elektronik und Multimedia
  • Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Geschirr, Bücher und Vorräte
  • Fahrräder, Sportgeräte und Musikinstrumente
  • Wertsachen wie Bargeld, Schmuck, Kunstgegenstände und Antiquitäten
  • Teppiche
  • Kleidung
  • Geliehene und gemietete Gegenstände

Teile den Betrag durch die Anzahl der Quadratmeter deiner Wohnung. Entspricht das noch der ursprünglichen Deckungssumme der Hausratversicherung? Wenn nicht, solltest du eine höhere vereinbaren (oder eine niedrigere bei Überversicherung). Achte darauf, dass sie dem Neuwert deines Hausrats entspricht. Nur dann erhältst du genug Entschädigung, um dir fabrikneuen Ersatz zu kaufen. 

Mehr Schutz. Weniger Stress.

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Neben der Deckungssumme solltest du die Versicherungsbedingungen prüfen. So schließen ältere Verträge die Übernahme von grob fahrlässig verursachten Schäden aus. Moderne Policen hingegen decken auch solche Fälle ab.

Eine Frau räumt in einem luxuriösen Wohnzimmer auf
© istock/Yuri_Arcurs/2015  Wer sich über die Jahre immer mehr Hab und Gut anschafft, ist mit der einst vereinbarten Deckungssumme heute wahrscheinlich unterversichert.

Rechtsschutzversicherung prüfen

Wenn du einen Gerichtsprozess verlierst, musst du in der Regel die Kosten des Verfahrens tragen. Das kann sehr teuer werden. Es sei denn, du hast eine Rechtsschutzversicherung. Aber: Rechtsstreit ist nicht gleich Rechtsstreit! Und nicht jeder Rechtsstreit wird von der Rechtsschutzversicherung abgedeckt.

So sind beispielsweise Scheidungen und Erbschaftsangelegenheiten meist von der Leistung ausgeschlossen. Andererseits zahlst du mit deiner aktuellen Police vielleicht für Dienste, die du gar nicht (mehr) brauchst. Hier ein paar Beispiele dafür:

  • Als Mitglied einer Gewerkschaft genießt du bereits Rechtsschutz bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten. Ein zusätzlicher Berufs-Rechtsschutz ist dann nicht erforderlich.  
  • Bist du im Ruhestand, dann ist ein Berufs-Rechtsschutz überflüssig.
  • Besitzt oder fährst du kein Auto mehr oder pendelst du nicht zur Arbeit, kannst du auf einen Verkehrsrechtsschutz verzichten.
  • Gegen unbegründete oder überzogene Schadenersatzansprüche Dritter bist du mit einer vorhandenen Privathaftpflichtversicherung geschützt.
  • In Fragen zum Mietrecht bekommst du als Mitglied beim Mieterbund beziehungsweise Grundeigentümerverein rechtliche Beratung. Außerdem erhältst du dort günstige Rechtsschutzversicherungen gegen entsprechende juristische Streitfälle.

Prüfe also, ob du die Leistung deiner Rechtsschutzversicherung wegen neuer Lebensumstände ausdünnen und so deine Prämie senken kannst. Sparen lässt sich auch mit einem günstigeren Anbieter. Aber nur, wenn neben dem Preis das Leistungsangebot für dich passt. Und achte darauf, dass sich eine Versicherung an die „Allgemeinen Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung“ vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. hält. Weitere wichtige Kriterien:

  • Manche Versicherungsleistungen (z. B. Arbeits­­­rechtsschutz, Verwaltung­­­s­­rechts­schutz oder Unterhalts­­­­­rechts­­schutz) werden erst nach einer gewissen Wartezeit aktiv. Sie dauert oft drei Monate, teils aber bis zu drei Jahre. Nur Streitfälle, die sich nach dieser Frist ergeben, deckt die Versicherung ab. Hast du sofortigen Schutzbedarf, kannst du eine Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit abschließen. Allerdings musst du dafür hohe Prämien bezahlen. Hier solltest du gut abwägen.
  • Die Deckungssumme sollte wenigstens 300.000 Euro betragen.
  • Achte darauf, dass der „Verzicht auf die Einrede der Vorvertraglichkeit“ eingeschlossen ist. Dann zahlt deine Versicherung auch die Kosten für Streitfälle, die sich schon vor dem Vertragsabschluss mit ihr angebahnt haben. Das tut sie oft aber nur, wenn du mindestens fünf Jahre bei ihr versichert bist.
  • Im Vertrag sollte ein Stichentscheid vereinbart sein. Was das sein soll? Wenn deine Rechtsschutzversicherung glaubt, ein Rechtsstreit hätte keine Aussicht auf Erfolg, kann sie die Kostenübernahme dafür verweigern. Es sei denn, du hast Anspruch auf einen Stichentscheid. In dem Fall erklärt dein*e Anwält*in gegenüber dem Versicherer, warum die zu erwartenden Ausgaben doch gerechtfertigt sind. Diese Stellungnahme deines Rechtsbeistands muss die Versicherung anerkennen – und bezahlen. Weitere Einwände gegen eine Kostenübernahme kann sie dann nicht mehr vorbringen. 
Ein älterer Mann schimpft über den Gartenzaun mit seinen Nachbarn
© istock/StephM2506/2018  Sogar ein kleiner Nachbarschaftsstreit kann bis vors Gericht führen. Wer dort verliert, muss die Verfahrenskosten zahlen. Es sei denn, er*sie hat eine Rechtsschutzversicherung.

Kfz-Versicherungen prüfen

Mit der umgangssprachlichen Bezeichnung Kfz-Versicherung ist oft nur die Haftpflichtversicherung gemeint. Doch dahinter verstecken sich zwei verschiedene Versicherungen, nämlich die Kfz-Haftpflicht und die Kaskoversicherung.

Kfz-Haftpflicht

Ohne eine Kfz-Haftpflicht wird in Deutschland kein Auto zugelassen. Die Pflicht-Versicherung kommt für Personen- und Sachschäden auf, die du mit deinem Fahrzeug verursachst. Und zwar in Höhe von bis zu:

  • 7,5 Millionen Euro bei Personenschäden
  • 1,12 Millionen Euro bei Sachschäden

Das sind die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdeckungssummen. Doch allein die medizinische Versorgung von mehreren Unfallopfern kann diesen Mindestrahmen schnell sprengen. Hast du eine Kfz-Haftpflichtversicherung, die nicht mehr als das zahlt, solltest du dir eine neue suchen. Viele Anbieter übernehmen Kosten von bis zu 50 Millionen Euro oder sogar 100 Millionen Euro – oft schon im Basistarif oder gegen einen geringen Aufpreis.

Auch darauf kommt es an, wenn du deine Kfz-Versicherung prüfst:

  • Ist eine sogenannte Mallorca-Police inklusive, die bei Mietwagenunfällen im Ausland einspringt?
  • Deckt die Kfz-Haftpflichtversicherung auch Schäden ab, die durch grobe Fahrlässigkeit entstanden sind? Im Versicherungsjargon nennt sich das „Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit“.
  • Welche Möglichkeiten für geringere Prämien gibt es (Selbstbeteiligung, Kilometerbegrenzung, geringe Anzahl der Fahrer*innen u. ä.)?
  • Rückst du nach nur einem gemeldeten Schaden automatisch in eine höhere, teurere Schadenfreiheitsklasse auf oder nicht (Rabattschutz)? 

Der Notgroschen für Neukauf und Reparatur

Ein neues Fahrrad oder die Reparatur gehen ganz schön ins Geld? Gut, wenn du dann etwas zurückgelegt hast. Zum Beispiel per TagesGeld bei der Hanseatic Bank. Denn dort ist es täglich verfügbar und bringt trotzdem attraktive Zinsen.

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Kaskoversicherungen

Zu den Kfz-Versicherungen gehören neben der Kfz-Haftpflicht auch die Teilkasko- und die Vollkaskoversicherung. Beide sind eine freiwillige Zusatzversicherung, die Schäden an deinem eigenen Fahrzeug abdeckt.

Die Teilkaskoversicherung deckt Schäden an deinem Auto ab, die folgende Ursachen haben:

  • Explosionen und Brände
  • Unwetter
  • Zusammenstöße mit Haarwild (Rehwild und Wildschweine)
  • Glasbruch
  • Diebstahl des Fahrzeugs
  • Kurzschluss  

Darüber hinaus ist folgender Schutz empfehlenswert:

  • Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit
  • Erweiterte Wildschäden (gilt auch für Nutztiere wie Kühe, Schafe und Pferde sowie für Hunde)
  • Folgen von Marderbissen

Wenn deine Teilkasko diese Schäden nicht abdeckt, solltest du sie in den Vertrag aufnehmen lassen. Solche zusätzlichen Leistungen kosten oft nur einen geringen Aufpreis, manchmal sind sie sogar gratis. Ob die Teilkasko grundsätzlich für dich sinnvoll ist, hängt vom Wert deines Fahrzeugs ab: Ab circa 4.000 Euro ist die Teilkasko eine sinnvolle Wahl.  

Die Vollkasko übernimmt zum einen sämtliche Schäden, die auch die Teilkasko bezahlt. Plus die Folgen von selbstverschuldeten Unfällen oder Vandalismus an deinem Auto. Außerdem springt sie ein, falls die Haftpflicht der Gegenseite Schäden an deinem Auto nicht zahlen will oder sich die Versursacher*innen nicht ermitteln lassen (Fahrerflucht). Ratsam und oft günstig „nachzurüsten“ sind auch hier der Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit, erweiterte Wildschäden und Marderbisse.

Die Vollkasko ist in der Regel teurer als eine Teilkaskoversicherung. Deshalb ist sie vor allem sinnvoll für teure und/oder jüngere Autos (nicht älter als fünf Jahre). 

Eine junge Frau fühlt über einen großen Kratzer am Kotflügel ihres Autos und telefoniert mit dem Handy
© istock/BartekSzewczyk/2018  Eine Vollkaskoversicherung zahlt auch bei Parkschäden mit Fahrerflucht.

Tierhalterhaftpflichtversicherung prüfen

Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung übernimmt Schäden durch Tiere, die eine Privathaftpflichtversicherung nicht abdeckt. Das betrifft hauptsächlich Besitzer*innen von Hunden und Pferden. In vielen Bundesländern ist eine Hundeversicherung sogar Pflicht – entweder generell oder für bestimmte Rassen. Eine Pferdeversicherung kannst du freiwillig abschließen, ist aber sinnvoll.

Grundsätzlich sollte deine Tierhaftpflichtversicherung folgende Leistungen bieten beziehungsweise diese Schadensursachen berücksichtigen:

  • Versicherungssumme von mindestens 5 Millionen Euro für Sach-, Personen- und Vermögensschäden, besser sind 10 Millionen oder mehr
  • Schäden durch unbeabsichtigte Deckakte  
  • Im Ausland verursachte Schäden
  • Privates Tierhüterrisiko
  • Forderungsausfalldeckung

Bei einer Hundehalterhaftpflichtversicherung kommt es zusätzlich an auf:

  • Übernahme von Mietsachschäden (mindestens 1 Million Euro), die dein Hund in deiner Wohnung verursacht
  • Mitversicherung von Welpen und Jungtieren bis zum Alter von mindestens sechs Monaten
  • Ihre Pferdehalterhaftpflichtversicherung sollte diese weiteren Voraussetzungen erfüllen:
  • Flurschäden u. a. auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und Ackerland
  • Fremdreiterrisiko, falls außer dir andere Personen unentgeltlich auf dem Pferd reiten
  • Reitbeteiligung, falls außer dir andere Personen ein vertragliches Nutzungsrecht an dem Pferd haben
  • Mitversicherung von Fohlen und Jungtieren bis zum Alter von mindestens zwölf Monaten

Prüfe, ob deine Tierhalterhaftpflichtversicherung die genannten Bedingungen zu einem guten Preis erfüllt. Auch bei dieser Versicherung kannst du deine Beiträge mit einer Selbstbeteiligung senken.  

Ein Schäferhund bellt in die Kamera
© istock/Valeria Vechterova/2018  Sogar der liebste Hund kann einmal unvorhersehbar reagieren. Deshalb ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung in vielen Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben.

Wohngebäudeversicherung prüfen

Die Wohngebäudeversicherung bewahrt Immobilienbesitzer*innen vor Kosten durch Schäden an ihrem Gebäude (Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Eigentumswohnung). Und zwar bei diesen Ursachen: 

  • Brand
  • Überspannung (nach Blitz, Implosion, Explosion)
  • Sturm und Hagel
  • Leitungswasser

Diese Gefahren sind immer versichert. Auf Wunsch (und bei Bedarf) kannst du deinen Versicherungsschutz noch erweitern:  

  • Elementarschadenversicherung, sie kommt unter anderem für die finanziellen Folgen bei Überschwemmungen auf 
  • Schutz für Solar-/Photovoltaikanlagen (je nach Größe Ihrer Anlage und dem Schadensrisiko kann hier für dich sogar eine eigenständige Versicherung mit größerem Leistungsspektrum sinnvoll sein)
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© RD Marktcheck  Wie schützt man sich und das Haus am besten vor Unwetterschäden?

Eine solide Wohngebäudeversicherung übernimmt unter anderem Schäden bei: 

  • Grob fahrlässigem Handeln
  • Frost- und Bruchschäden an Wasserzuleitungs-, ableitungs- und Heizungsrohren
  • Dekontaminierung von verseuchtem Erdreich
  • Aufräum- und Abbrucharbeiten
  • Austretendem Wasser von Wärmepumpen-, Klima- und Solarheizungsanlagen sowie ggf. Wasserbetten und Aquarien
  • Provisorischen Reparaturen von Gebäudeteilen
  • Mietausfall (wenn die Immobilie vorübergehend unbewohnbar ist)
  • Kosten, die durch behördliche Auflagen entstehen

Je nach Ursache sollte die Versicherung die Schäden entweder komplett, bis zu einer möglichst hohen fixen Deckungssumme oder einem möglichst hohen prozentualen Anteil erstatten. Einfacher ausgedrückt: Je mehr sie im Fall der Fälle zahlt, desto besser. Da gibt es teils große Unterschiede.

Darüber hinaus bieten manche Wohngebäudeversicherungen weitere Leistungen an, zum Beispiel die Kostenübernahme für:  

  • Schlüsseldienste
  • Schädlingsbekämpfung  
  • Handwerklichen Arbeiten für Heizungen oder sanitäre Anlagen 
Ein umgestürzter Baum ist auf ein Dach gefallen und hat ein Loch hineingerissen
© istock/Vitaliy Halenov/2019  Stürzt ein Baum bei einem Sturm auf ein Haus, hat der*die Immobilienbesitzer*in hoffentlich eine Wohngebäudeversicherung.

FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Welche Versicherungen sollte man regelmäßig prüfen?

Mindestens einmal pro Jahr solltest du wichtige Policen wie Haftpflicht-, Hausrat-, Kfz-, Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung kontrollieren. So erkennst du zu hohe Beiträge, veraltete Leistungen oder unnötige Versicherungen und kannst Verträge an deine aktuelle Lebenssituation anpassen. 

Wann lohnt sich ein Wechsel der Versicherung?

Ein Wechsel lohnt sich, wenn du für gleiche Leistungen woanders weniger zahlst oder bessere Leistungen zum gleichen Preis bekommst. Auch nach Umzug, Hochzeit, Nachwuchs oder Jobwechsel solltest du prüfen, ob deine aktuelle Versicherung noch zu deinem Bedarf passt.

Welche Versicherungen haben das größte Sparpotenzial?

Besonders bei Kfz-, Hausrat-, Rechtsschutz- und Krankenversicherung lassen sich oft Beiträge sparen. Ältere Verträge sind häufig teurer oder enthalten Leistungen, die heute günstiger angeboten werden. Ein Tarifvergleich kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.

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