Krank im Ausland: Welche Versicherung zahlt die Arztrechnung?
Endlich Urlaub! Zeit mit der ganzen Familie am Strand verbringen. In den Bergen wandern und die Natur genießen. Fremde Länder und Kulturen entdecken. Blöd nur, wenn die schönste Zeit des Jahres durch eine Verletzung oder eine Krankheit getrübt wird. Eine Erkrankung vermiest einem nämlich nicht nur den Urlaub, sondern kann auch gehörig ins Geld gehen – wenn sie dich im Ausland erwischt. Zumindest vor hohen Kosten kann eine Reisekrankenversicherung dich bewahren – wenn die Leistung stimmt. Hier erfährst du, worauf du beim Abschluss achten solltest.
Themen in diesem Artikel
- Warum die normale Krankenversicherung auf Reisen nicht reicht
- Worauf muss ich beim Abschluss achten?
- Rücktransport: Leistung Nr. 1 bei der Reisekrankenversicherung
- Reisedauer: Wichtig für Langzeiturlauber*innen
- Geltungsbereich: Auf allen Reisen abgesichert?
- Kostenübernahme: Wichtige medizinische Maßnahmen abgedeckt?
- Selbstbeteiligung: Besser ohne
- Vorerkrankungen: Nicht immer mitversichert
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Warum die normale Krankenversicherung auf Reisen nicht reicht
Viele Reisende glauben, ihre normale Krankenkasse genüge, um auf Reisen ausreichend versichert zu sein – doch das ist manchmal ein kostspieliger Irrtum. Denn: Nur bei einem Urlaub innerhalb Deutschlands bist du mit deiner gesetzlichen Krankenversicherung voll abgesichert.
Selbst, wenn du nur mal einen kurzen Tagestrip ins benachbarte Ausland machst, kann es ohne Reisekrankenversicherung teuer werden. Verletzungen und Krankheiten im Urlaub passieren nicht nur in exotischen Ländern. Ein folgenschwerer Sturz auf dem historischen, aber oft auch ziemlich rutschigen Kopfsteinpflaster in den malerischen Altstadtgassen Wiens – und schon landest du im Krankenhaus.
In Österreich gilt die Versicherungskarte deiner Krankenkasse, trotzdem können Kosten auf dich zukommen, wenn du im Ausland zum Arzt gehst. Denn in den Mitgliedsstaaten der EU gilt die deutsche gesetzliche Krankenversicherung nur eingeschränkt. Und im außereuropäischen Ausland hast du meist gar keinen Anspruch auf Leistungen.
Was gilt für privat Krankenversicherte?
Wer privat krankenversichert ist, ist bei medizinischen Notfällen im Ausland meistens besser dran als Kassenpatient*innen. Innerhalb Europas sind Privatpatient*innen mit ihrer deutschen Krankenversicherung oft gut versorgt. Geht die Reise in weiter entfernte Länder, ist der Versicherungsschutz häufig zeitlich begrenzt.
Aber auch private Krankenversicherungen übernehmen nicht immer alle Kosten im Ausland. Vor allem ein Rücktransport aus dem Urlaub ist oft nicht mitversichert. Deshalb sollten auch Privatpatient*innen vor Auslandsreisen prüfen, ob ihre Krankenversicherung alles Wichtige abdeckt.
Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung im europäischen Ausland
Es gibt zwischen den Ländern der Europäischen Union ein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen. Auf der Rückseite deiner Krankenversicherungskarte findest du die sogenannte Europäische Krankenversicherungskarte (abgekürzt wird sie meist mit EHIC oder EKVK). Das bedeutet, wenn du in einem solchen Land medizinisch versorgt werden musst, übernimmt deine Krankenkasse die Arzt- und Krankheitskosten.
Aber: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten im EU-Ausland nur teilweise. Denn sie zahlen nur die Leistungen, die die Einwohner*innen des Urlaubslandes von der dortigen Krankenversicherung bekommen würden. Und das ist teilweise deutlich weniger als in Deutschland. Von der Kostenerstattung kann deine Krankenkasse dir übrigens auch noch einen Teil für die höheren Aufwände abziehen.
Gut zu wissen: Die oben beschriebenen Leistungen erhältst du auch bei einem medizinischen Notfall in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Großbritannien. Daneben hat Deutschland noch mit einigen anderen Ländern ein solches Abkommen für die Krankenversicherung. Dazu gehören unter anderem die Türkei und Serbien.
Krank im Ausland – was kostet das?
Üblicherweise zücken wir bei Ärzt*innen oder im Krankenhaus unsere Versichertenkarte und die Sache ist erledigt. Aber was kosten medizinische Behandlungen überhaupt? Hier ein paar Beispiele aus aller Welt (Stand: Mai 2026).
- Türkei: OP nach Herzinfarkt: 16.000 Euro bis 25.000 Euro
- Österreich: Bergung und Transport per Hubschrauber in den Bergen: 5.000 bis 8.000 Euro
- USA: Krankenhausaufenthalt 3.000 bis 5.000 Euro pro Tag, Intensivstation zwischen 10.000 Euro bis 30.000 Euro pro Tag
- Kenia: Behandlung nach Armbruch: 2.000 Euro
Ist in deinem Urlaubsland ein Eigenanteil für Patient*innen üblich, musst du auch diesen selbst zahlen. Und du darfst dich zum Beispiel nur von Ärzt*innen behandeln lassen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassen sind, nicht von Ärzt*innen für Privatpatient*innen. Das Problem dabei: Als kranke*r Urlauber*in im Ausland bekommst du oft von Ärzt*innen und Apotheken Privatrechnungen. Die begleicht deine Krankenkasse in Deutschland nicht.
In Ländern, mit denen kein Sozialabkommen besteht, wie zum Beispiel den USA, Thailand oder Australien, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen gar nichts.
Ist eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll? Die Antwort ist eindeutig: Auf jeden Fall – zumindest für alle, die nicht nur innerhalb Deutschlands verreisen.
SicherReise – dein Rundumschutz für unterwegs
Ob Städtetrip oder Fernreise – mit SicherReise der Hanseatic Bank erhältst du eine umfassende Absicherung für alle Urlaubspläne. Das Versicherungspaket deckt die Kosten bei Reiserücktritt, Reiseabbruch, Krankheit und Unfall im Urlaub und vieles mehr! Du kannst sie bei der GenialCard einfach und günstig dazubuchen.
Worauf muss ich beim Abschluss achten?
Teilweise gibt es deutliche Unterschiede bei den Leistungen, die eine Reisekrankenversicherung enthält. Auch wenn es nervt: Lesen Sie auf jeden Fall das Kleingedruckte, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben. Das gilt zum Beispiel bei Angeboten auf Flug- oder Hotelbuchungsseiten, die Sie einmalig online abschließen können. Das Häkchen ist schnell gesetzt und die Kosten meist überschaubar. Das kann aber auf für die Leistungen gelten. KlarMacher erklärt, worauf Sie achten müssen.

Rücktransport: Leistung Nr. 1 bei der Reisekrankenversicherung
Auch wenn es banal klingt: Die wichtigste Leistung der Reisekrankenversicherung überhaupt ist der Rücktransport aus dem Urlaubsland nach Deutschland. Die Kosten dafür übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung nämlich grundsätzlich nicht und sogar private Krankenversicherungen nicht immer komplett. Und ein solcher Ambulanzflug kann deutlich mehr kosten als ein neues Auto.
Im Ambulanzflieger zurück aus dem Urlaub
Wenn es dich im Urlaub gesundheitlich schwer erwischt, ist ein normaler Linienflug manchmal unmöglich. Für solche Fälle gibt es Ambulanzflüge mit speziell ausgestatteten Helikoptern oder Flugzeugen. Die haben natürlich ihren Preis:
- von Mallorca: 15.000 bis 20.000 Euro
- von den Azoren: 25.000 bis 35.000 Euro
- von den Kanaren: 35.000 – 45.000 Euro
- aus der Karibik: 80.000 bis 110.000 Euro
- aus Australien: 130.000 bis 180.000 Euro
- aus Asien: 130.000 bis 180.000 Euro
Die Kosten richten sich nicht nur nach der Entfernung, sondern auch nach der erforderlichen Ausrüstung und dem benötigten Personal. Mitfliegende Fachärzt*innen sind beispielsweise teurer als Krankenpfleger*innen. Deshalb sind die oben genannten Kosten nur als Richtwerte zu verstehen.
Wichtig dabei: Manche Auslandsreisekrankenversicherungen bezahlen bloß einen „medizinisch notwendigen” Rücktransport nach Hause. Also falls eine Behandlung im Urlaubsland unmöglich oder zu teuer ist. Besser ist es, wenn stattdessen ein „medizinisch sinnvoller und vertretbarer” Ambulanzflug übernommen wird. Es lohnt sich, die Bedingungen genau zu lesen: Manche Versicherungen begleichen den Rückflug beispielsweise nur, wenn du länger als zwei Wochen im Krankenhaus bleiben musst. Solche Klauseln schränken den Schutz massiv ein und sind nicht empfehlenswert.
Zwangspause im Job nach Unfall? Mit SicherEinkommen kein Beinbruch
Die meisten Unfälle passieren zuhause – und sie können ziemlich teuer werden. Nämlich dann, wenn du vorübergehend arbeitsunfähig wirst. Damit du dann trotzdem deine üblichen Ausgaben stemmen kannst, greift dir SicherEinkommen mit bis zu 500 Euro monatlich unter die Arme.
Reisedauer: Wichtig für Langzeiturlauber*innen
Wichtig zu wissen: Eine Reisekrankenversicherung gilt zwar für alle Urlaubsreisen eines Jahres, allerdings nicht für längerfristige Auslandsaufenthalte. Die sind zeitlich meist auf sechs Wochen (42 Tage) begrenzt. Bei einigen Anbietern sind acht oder maximal zehn Wochen abgesichert.
Für Durchschnittsurlauber*innen reicht das meistens aus. Wer sich aber auf eine längere Reise begeben, Work-and-Travel oder ein Sabbatjahr im Ausland machen möchte, braucht oft eine andere Versicherung. Achte deshalb darauf, dass die abgedeckte Reisedauer zu deinen Urlaubsplänen passt. Für Langzeitreisen gibt es spezielle Tarife, die dich bis zu fünf Jahre absichern.
Reisekrankenversicherung: Darauf sollte man achten
Meine Zustimmung kann ich jederzeit unter Datenschutz widerrufen.
Geltungsbereich: Auf allen Reisen abgesichert?
Achte darauf, dass auch deine geplanten Reiseziele von der Versicherung abgedeckt sind. Das ist nämlich nicht automatisch der Fall. Manche Policen beschränken sich beispielsweise auf bestimmte Regionen. Um günstige Tarife anbieten zu können, schließen einige Versicherungen beispielsweise Reisen nach Nordamerika aus. Denn in den USA und Kanada sind medizinische Behandlungen extrem teuer. Wenn du sowieso nicht vorhast, dort deinen Urlaub zu verbringen, ist das aber kein Problem.
Auch wichtig: Geschäftsreisen sind nicht immer mitversichert. Musst du öfter geschäftlich ins Ausland, sollte diese Leistung bei deiner Reiseversicherung inbegriffen sein. Vor allem, wenn du selbstständig oder freiberuflich tätig bist. Bei Angestellten kommt oft eine betriebliche Absicherung infrage, da Arbeitgeber*innen bei beruflich veranlassten Reisen für medizinische Kosten im Ausland aufkommen müssen.

Kostenübernahme: Wichtige medizinische Maßnahmen abgedeckt?
Eine gute Auslandskrankenversicherung sollte alle wichtigen medizinischen Maßnahmen voll erstatten. Achte beim Abschluss darauf, dass auch Sportverletzungen eingeschlossen sind. Außerdem sollte die Versicherung
- provisorischen Zahnersatz,
- die Behandlung bei psychischen Erkrankungen und
- Schwangerschaftskomplikationen sowie
- Hilfsmittel wie einen Rollstuhl oder Krücken
übernehmen. Wichtige Leistung bei Familientarifen: Rooming-in. Dabei werden die Übernachtungen eines Elternteils im Krankenhaus übernommen, wenn das Kind dortbleiben muss.
Dein perfekter Reise-Support: die GoldCard
- Weltweit bezahlen in über 200 Ländern und Regionen
- Kontaktlos zahlen mit Karte, Smartphone oder Smartwatch
- Weltweit gebührenfrei Geld abheben (Automatenbetreiber können Gebühren erheben)
- Weltweiter Versicherungsschutz auf Reisen
- Flexible Rückzahlung in kleinen Raten
Selbstbeteiligung: Besser ohne
Reisekrankenversicherungen sind teilweise schon für wenig Geld zu haben: Einzelpersonen können ab circa 10 Euro im Jahr einen guten Versicherungsschutz erhalten, Familien ab circa 30 Euro. Ärgerlich wäre es allerdings, wenn du dann im Ernstfall eine Selbstbeteiligung zahlen müsstest, wie es bei einigen Policen der Fall ist. Die Verbraucherzentrale rät von Tarifen mit Selbstbeteiligung ab.

Vorerkrankungen: Nicht immer mitversichert
Manche Reisekrankenversicherungen enthalten Klauseln, die die Leistung auf „akute” oder „unvorhersehbare” Erkrankungen beschränken. Von Verträgen mit solchen oder ähnlich schwammigen Formulierungen, die bestimmte Fälle ausschließen, solltest du lieber die Finger lassen. Im besten Fall sind Vorerkrankungen nicht pauschal ausgeschlossen, sondern nur konkrete Behandlungen, die schon vor Reiseantritt feststanden.
Wenn du an einer chronischen Krankheit leidest, kann es schwer sein, eine Reiseversicherung zu finden, die auch das mit abdeckt. Frage auf jeden Fall nach, ob du mit Leistungen rechnen kannst, wenn sich dein Gesundheitszustand im Urlaub verschlechtert.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten
Ist eine Reisekrankenversicherung wirklich notwendig?
Ja, sie übernimmt im Notfall hohe Behandlungs- oder Rücktransportkosten bei Krankheit oder Unfällen im Ausland. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt innerhalb der EU oft nur Basisleistungen nach dem Standard des Reiselandes. In vielen Ländern musst du Behandlungen, Krankenhausaufenthalte oder Rücktransporte komplett selbst zahlen. Schon einfache Eingriffe können mehrere tausend Euro kosten.
Welche Leistungen sollte eine gute Reisekrankenversicherung abdecken?
Sie sollte den Rücktransport, Arzt- und Krankenhauskosten, Medikamente und Hilfsmittel wie zum Beispiel Krücken übernehmen. Auch Leistungen wie Zahnersatz, Behandlung bei Schwangerschaftskomplikationen oder „Rooming-in“ für Eltern sind sinnvoll.
Worauf sollte man beim Abschluss einer Reisekrankenversicherung insgesamt achten?
Achte auf die vollständige Kostenübernahme für Behandlungen. Ebenfalls solltest du auf die Leistungserbringung eines „medizinisch sinnvollen” Rücktransports, auf die Deckung auch bei längerer Reisedauer, einen weltweiten Geltungsbereich sowie Tarife ohne Selbstbeteiligung achten. Wichtig sind außerdem eine Leistungserbringung auch bei Vorerkrankungen oder Sportverletzungen. Entscheidend ist, dass der Tarif zu deinen individuellen Reiseplänen passt.
War der Inhalt für dich hilfreich?
Teile den Artikel:


