Bärtiger Mann im hellen Anzug fährt auf einem Elektroroller durch die Straßen; im Hintergrund ist eine spanische Altstadt erkennbar
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Abgefahrene Preise: Was kosten E-Roller, E-Bike und Co.?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 12.07.2019

Selber laufen war gestern. Heute heißt es: rauf auf den E-Cruiser und entspannt und zügig quer durch die Stadt surren. Der Elektroantrieb treibt Fahrräder, Roller, Skateboards und sogar Einräder an. Sie wollen auf den Zug … äh, auf den E-Trend aufspringen? Wie viel Sie ein eigenes Gerät kostet, erfahren Sie hier.

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Elektrofahrräder: Der Klassiker im E-Gewand

Das Elektrofahrrad ist drauf und dran, den guten alten Drahtesel zu verdrängen. 2018 hatte rund eine Million verkaufter Fahrräder in Deutschland einen Elektroantrieb – also jedes vierte, das über den Ladentisch rollte.

Elektrofahrräder kommen als E-Bikes oder Pedelecs in den Handel. Der wichtigste Unterschied: Pedelecs unterstützen den Fahrer nur, wenn der in die Pedale tritt, während E-Bikes auch eine Anfahrhilfe besitzen können. Die Unterstützung gibt es von beiden, aber nur bis zu einer Grenze von 25 Kilometern pro Stunde. Wer schneller sein will, muss das ohne E-Unterstützung schaffen. 

Blick von hinten auf eine Frau, die mit einem Pedelec einen Hügel hochfährt vor einem Bergpanorama
© istock/AscentXmedia/2018  Vor allem bergauf kommt einem die Motor-Unterstützung bei einem Elektrofahrrad sehr gelegen.

Doch ob E-Bike oder Pedelec: Ein Elektrofahrrad ist deutlich teurer als sein stromloser Kollege. Zum einen sind die Materialien oft hochwertiger, um das ständige Beschleunigen und Bremsen besser auszuhalten. Dann kommen noch der Akku, der Motor und das Bediengerät hinzu. Die Folge: Im Durchschnitt geben die Deutschen im Fachhandel zwischen 2.000 und 2.500 Euro für einen Elektro-Drahtesel aus. Es gibt zwar auch Billig-Modelle unter 1.000 Euro, doch die machen in Verbrauchertests schnell schlapp.

Nicht unterschätzen sollte man die Folgekosten. Eine Akku-Ladung ist mit 10-20 Cent recht günstig. Allerdings muss ein Akku nach 500-1.000 Ladezyklen ausgetauscht werden. Ein neuer Stromspeicher kostet je nach Leistung zwischen 300 und 800 Euro. Und auch Reparaturen oder der Austausch von Motor und Elektronik schlagen schnell mit einem dreistelligen Euro-Betrag zu Buche. Für das E-Bike, das auch ohne Muskelkraft fahren kann und deshalb als “Kleinkraftrad” gilt, benötigen Sie neben einem (Mofa)-Führerschein außerdem eine Kfz-Haftpflichtversicherung.

Elektroscooter: Der City-Flitzer

Seit Sommer 2019 sind Elektroscooter auch im deutschen Straßenverkehr erlaubt. Über Nacht tauchten daraufhin in den Großstädten zahlreiche Leihstationen für die modernen City-Flitzer auf. Optisch ähneln sie Tretrollern, nur dass ein Motor für zusätzlichen Schub sorgt. Bei 20 Stundenkilometern ist allerdings Schluss mit der E-Kraft. Entfalten dürfen sie Elektroscooter auf dem Radweg. Gibt es keinen, müssen sie auf die Fahrbahn für Autos ausweichen. Fußwege sind für sie tabu.

Junge Frau fährt auf einem E-Scooter durch eine deutsche Innenstadt
© istock/ollo/2019  Schon kurz nach dem offiziellen Deutschland-Start im Sommer 2019 gehörten E-Scooter wie selbstverständlich zum Stadtbild.

Sie wollen lieber kaufen als leihen? Im Handel finden Sie Elektroscooter auch unter der Bezeichnung Elektroroller, allerdings können damit ebenso Motorroller mit Akkubetrieb gemeint sein. Die günstigsten E-Tretroller gibt es ab etwa 150 Euro. Höherwertige Versionen können über 1.000 Euro kosten, die halten dann auch die Dauernutzung von Berufspendlern aus.

Die Stromladung für 100 Kilometer beträgt umgerechnet rund 30 Cent. Allerdings steht der Akku maximal nur rund 1.500 Ladezyklen durch, dann muss er ausgetauscht werden. Dafür werden 30 Euro und mehr fällig. Außerdem benötigen Sie eine spezielle Kfz-Haftpflichtversicherung, die nochmal rund 30 Euro pro Jahr kosten kann.

Segway: Die Luxus-Variante

Vor allem Touristengruppen fahren mit ihnen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit: Segways, die Eine-Person-Plattformen auf zwei auffälligen Rädern. Segway ist übrigens auch der Name der Herstellerfirma, also wundern Sie sich nicht, wenn Sie auf der Suche nach einem eigenen Gefährt auch auf Elektroroller und Hoverboards von derselben Marke stoßen.

Gruppe fährt auf Segways mit Tour-Kennzeichnung auf einer palmengesäumten Promenade
© istock/andreygonchar/2019  Touristen bewegen sich besonders gern per Segway durch die Stadt.

Wie der Elektroroller ist auch der Segway für den deutschen Straßenverkehr zugelassen, sofern der Fahrer mindestens 14 Jahre alt ist und es ein Versicherungszeichen beziehungsweise eine Versicherungsplakette für das Fahrzeug gibt. Ein Führerschein ist seit Sommer 2019 nicht mehr nötig.

Dafür immer noch jede Menge Kleingeld. Selbst Einsteigermodelle kosten häufig über 1.000 Euro. Standard- und Luxusversionen kratzen schnell an der 10.000-Euro-Marke. Günstig sind dafür die Folgekosten: Mit einer Stromladung von rund 30 Cent kommt man je nach Gerät, Strecke und Fahrergewicht zwischen 20 und 40 Kilometer weit.

Hoverboard, E-Skateboard, E-Einrad: Für den privaten Spaß

Viele andere E-Scooter dürfen auch nach der neuen Rechtslage vom Sommer 2019 nicht im deutschen Straßenverkehr mitmischen. Denn eine der Zulassungskriterien ist eine Lenk- oder Haltestange. Doch die richtige Balance zu halten – gerade darin besteht für die Fahrer von Hoverboard, E-Skateboard und E-Einrad der Spaß. 

Fahren ist also nur im “abgegrenzten nicht-öffentlichen Verkehr“ erlaubt, so der ADAC. Das können abgesperrte Privatparkplätze sein oder Innenhöfe.

Mann auf einem E-Einrad auf einem breiten Platz, im Hintergrund eine städtische Häuserkulisse
© istock/ninelutsk/2017  Ob dieser Bereich Privatgelände ist? Sonst ist dieser Einradfahrer unerlaubt unterwegs.

Was der Spaß kostet, ist von Gefährt zu Gefährt und je nach Qualität unterschiedlich. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt, weshalb die folgenden Angaben nur den durchschnittlichen Kostenrahmen angeben.

  • Hoverboards kosten zwischen 100 und 400 Euro.
  • Bei E-Skateboards reicht die Preisspanne von 300 bis 1.200 Euro.
  • E-Einräder starten ebenfalls bei rund 300 Euro, können aber sogar bis zu 1.800 Euro kosten.

Auch hier gilt es zu bedenken, dass kein Akku ewig hält und dann ein neuer bezahlt werden muss.

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