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Von Trusted Shops bis TÜV: Welches Siegel für Onlineshops taugt was?

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 06.02.2019

Vom Sofa aus shoppen ist viel entspannter als sich zu Fuß durch die Geschäfte zu schleppen. Aber Achtung: Wie im wahren Leben, gibt es auch im Internet zweifelhafte Händler. Gütesiegel helfen dabei, schwarze Schafe von verlässlichen Onlineshops zu unterscheiden. Trotzdem ist ein Zertifikat nicht automatisch ein Freiticket, um völlig gedankenlos auf Einkaufstour zu gehen. Hier lesen Sie, wann Gütesiegel vertrauenswürdig sind und wie Sie Fake-Shops von seriösen Händlern unterscheiden.
 

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Nehmen Sie Onlineshops immer unter die Lupe

Bei Onlineshops aus Deutschland sind Sie in der Regel vor Betrügereien geschützt. Denn dann sichert Sie der Verbraucherschutz grundsätzlich gut ab. Trotzdem können Sie auch hierzulande auf Abzocker treffen – zum Beispiel, wenn Ihnen ein Shop einfach vorgaukelt, in Deutschland ansässig zu sein.

In Wirklichkeit hat der Händler vielleicht eine Briefkastenfirma in einem weit entfernten Land und kümmert sich wenig um unsere Gesetze. Kaufen Sie bei einem solchen Betrüger, können Sie sich in der Regel von Ihrem Geld verabschieden, ohne jemals die bestellte Ware zu bekommen.

Aber was bedeutet das für Sie? Müssen Sie vor jedem Kauf in einem unbekannten Onlineshop erst einen Detektiv engagieren, um den Händler zu überprüfen? Zum Glück geht das viel einfacher: Wenn Sie auf die richtigen Gütesiegel achten, sind Sie bereits auf der sicheren Seite.

Verlassen Sie sich auf diese Gütesiegel

Alle Onlineshops mit vertrauenswürdigen Gütesiegeln halten sich garantiert an die gesetzlichen Vorschriften für den Onlinehandel. Dazu erfüllen sie meistens weitere Anforderungen, die Ihnen als Kunde Vorteile bringen.

Bei den Händlern in der folgenden Liste können Sie sich darauf verlassen, dass sie Produkte und Preise klar darstellen, Lieferzeiten genau eingrenzen und auf Beschwerden zeitnah reagieren. Wichtige Unterschiede finden sich häufig in Einzelheiten und bei zusätzlichen Services.

1. Trusted Shops

Dieses Gütesiegel bietet über grundsätzliche Anforderungen hinaus einen Käuferschutz an. Er schließt eine Geld-zurück-Garantie von mindestens 30 Tagen ein. Dazu zeigt das Siegel eine Sternebewertung, die auf Angaben von Käufern basiert. Auf der Internetseite Trustedshops.de können Sie außerdem nach einzelnen Shops suchen und Kommentare von Kunden lesen. Darüber hinaus finden Sie dort eine Liste mit Betrügern, die das Siegel unerlaubt verwendet haben.

Trusted Shops ist eines der häufigsten Gütesiegel für Onlineshops. Neben Deutschland ist die Gemeinschaft auch im Rest von Europa weit verbreitet. Entsprechend groß ist die Vielfalt an Händlern mit einem Zertifikat. Mehr zu dem Gütesiegel zeigt dieses Video:

Klicken Sie hier, um die Inhalte von YouTube anzuzeigen.

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2. EHI-Siegel

Die Vorgaben für Händler sind bei diesem Siegel teilweise noch deutlich genauer als bei Trusted Shops. Der Schutz für Sie als Verbraucher ist dabei aber vergleichbar. Auf der zugehörigen Internetseite können Sie nach zertifizierten Händlern suchen und Bewertungen von Kunden einsehen. 

3. s@fer-shopping

Dieses Gütesiegel stammt vom TÜV Süd und hat eine lange Liste mit Anforderungen an Onlineshops. Sie sind teilweise jedoch ungenauer formuliert als bei anderen Siegeln. Beispielsweise soll der Händler nur in einem angemessenen Zeitraum auf Anfragen und Reklamationen antworten. Anbieter wie Trusted Shops oder EHI nennen dafür einen festen Zeitraum. Eine Suchfunktion nach Shops gibt es auf der Internetseite von s@fer-shopping, aber keine Kundenbewertungen.

Anbieter prüfen Onlineshops regelmäßig

Anbieter prüfen Onlineshops regelmäßig

Seriöse Gütesiegel gelten nicht auf unbestimmte Zeit. Schließlich können sich die Geschäftspraktiken eines Onlinehändlers auch mal ändern. Deshalb gibt es regelmäßige Prüfungen. Sie sollen sicherstellen, dass der Händler den Anforderungen weiterhin gerecht wird.

4. ips (internet privacy standard)

Wer besonders an der Sicherheit seiner Daten interessiert ist, sollte auf dieses Siegel achten. Die Betreiber zeichnen sich durch ihr besonders umfangreiches Datenschutz-Management aus. Eine Liste mit Inhabern des Zertifikats ist auf der zugehörigen Internetseite zu finden.

Eine Frau tippt auf eine Seite im Tablet, auf der groß Sale steht
© iStock/scanrail/2018  Lassen Sie sich nicht von unrealistischen Angeboten blenden, dahinter kann ein Fake-Shop stecken.

Prüfen Sie jedes Zertifikat mit einem Klick

Oben auf der Seite prangt deutlich ein bekanntes Gütesiegel? Dann kann es ja losgehen mit dem Shoppen? Noch nicht ganz. Oft fälschen Händler die Zertifikate, um sich das Vertrauen von Kunden zu erschleichen. Prüfen Sie vor dem Einkaufen deshalb zuerst die Echtheit.

Klicken Sie dafür einfach auf das Siegel. Der Link muss zur Internetseite des Anbieters führen. Dort finden Sie ein Zertifikat, das erklärt, warum dieser Shop das Siegel tragen darf. Auch Bewertungen können Sie hier einsehen. Ist das Siegel nicht verlinkt oder führt ins Nirgendwo, handelt es sich wahrscheinlich um eine Fälschung. 

Wollen Sie es ganz genau wissen, suchen Sie beim Anbieter des Gütesiegels nach dem Shop. Oder fragen Sie dort direkt nach, ob er ein Zertifikat für den Händler ausgestellt hat.

Geben Sie Onlineshops ohne Siegel eine Chance

Nicht jeder vertrauenswürdige Onlineshop hat ein Gütesiegel. Der einfache Grund: Das Zertifikat kostet Geld. Gerade kleine Händler können sich deshalb die Mitgliedschaft bei Trusted Shops und Co. nicht immer leisten. Trotzdem können Sie in solchen Onlineshops einkaufen. Dabei sollten Sie aber einiges beachten, zum Beispiel:

Impressum: Ein seriöser Onlineshop gibt immer mindestens eine volle Adresse und eine Telefonnummer an. Zweifeln Sie trotz ausgiebiger Daten an dem Händler, googeln Sie den Standort einfach mal. Oder rufen Sie die angegebene Nummer an. Existiert die gar nicht oder geht auch zu Geschäftszeiten nie jemand ans Telefon, sollten Sie den Shop vergessen.

Bewertungen: Lesen Sie nicht nur eine Bewertung für den Onlineshop. Graben Sie ruhig tiefer nach möglichen Leichen im Keller. Oft versuchen unseriöse Händler nämlich, miese Kommentare unter jeder Menge Lobgesängen von eingekauften Usern zu verstecken. Neben sehr schlechten Bewertungen sollten Sie aber auch zu viele extrem positive Kommentare stutzig machen. Überall glatte fünf Sterne und nur total begeisterte Käufer könnten auf Fälschungen hinweisen.

Doppelt absichern hält besser

Doppelt absichern hält besser

Sie möchten im Onlineshop nicht nur von Gütesiegeln und eigenen Einschätzungen abhängig sein? Dann sichern Sie sich darüber hinaus beim Bezahlen ab. Das geht zum Beispiel, indem Sie besonders sichere Zahlungsarten wie Rechnung und Paypal nutzen. 

Sie können aber auch mit Kreditkarte online sicher bezahlen, indem Sie die Kreditkarten der Hanseatic Bank mit Verified by Visa schützen. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in den Zusatzleistungen für unsere Kreditkarten.

Bezahlung: Verdächtig macht sich ein Onlineshop speziell, wenn er nur Vorkasse als Zahlungsmittel anbietet. Denn das ist für Sie sehr unsicher: Sie überweisen das Geld und haben keine Möglichkeit, es zurückzubekommen. Vertrauenswürdige Händler bieten auch Rechnung, Kreditkarte oder Paypal an. 

Bestellbedingungen: Sind die Angaben sehr schwammig, was die Lieferzeiten oder die Bedingungen für Rückgaben angeht? Dann lassen Sie Ihr Geld besser woanders. Hier könnte ein Fake-Shop dahinterstecken.

Super Sales: Nicht jedes Mega-Angebot ist eine Falle. Aber Betrüger locken gerne mit extrem niedrigen Preisen. Wirkt ein Angebot unrealistisch, sollten Sie wenigstens skeptisch werden und genauer hinsehen.

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