Frau öffnet eine Kreditkarten-App auf ihrem Smartphone per Fingerabdruck
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Die KlarMacher testen Finanz-Apps: Welche Kreditkarten-Apps sind sinnvoll?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 28.08.2019

Kreditkarte gezückt, gezahlt – fertig. Und die Rechnung kommt einmal im Monat per Mail oder Post. Wozu braucht man da noch eine App? Das fragen sich auch die KlarMacher Tanja und Thorsten. Doch die eine oder andere Funktion kann doch ganz nützlich sein, finden sie heraus. Ihre Eindrücke fassen sie hier zusammen.

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„SperrApp”: Alternative für Onlinebanking-Verweigerer (Tanja)

Wenn man beruflich „was mit Internet” macht, kann man sich fast sicher sein, zum persönlichen IT-Support für Eltern, Opa und den Rest der Verwandtschaft zu werden. Auch wenn man – wie ich – nur schreibt. Klar, dass ich Ansprechpartnerin Nr. 1 war, als Großtante Elisabeth neulich ihr erstes eigenes Smartphone in den Händen hielt. Ob ich das nicht „mit diesen Apps” bestücken könnte?

Da die rüstige Dame viel in der Welt unterwegs ist, installierte ich ihr zunächst einige Reise-Apps. Aber was, wenn ihr die Kreditkarte gestohlen wird und gesperrt werden muss? Also auch noch die App ihrer Hausbank. Aber nicht mit Großtante Elisabeth. Onlinebanking lehnt sie kategorisch ab. Viel zu unsicher, meint sie, mit Daten solle man doch vorsichtig sein. Da nützten auch alle meine Ausführungen zur Datensicherheit nichts – die Dame blieb resolut.

Also gut, schließlich gibt es eine Alternative für alle, die ihre Bank- und Kreditkarten nicht online verwalten: die „SperrApp” des zentralen Sperr-Notrufs 116 116 (Version für iOS und Android), zu dem sich diverse Banken zusammengeschlossen haben, darunter auch die von Großtante Elisabeth. Ihre große Stärke spielt die App zwar nur beim Sperren der normalen Girocard aus, aber auch für die Kreditkarte ist sie sinnvoll. Und in vielen Fällen ist ja nicht nur eine Karte weg, sondern gleich beide.

Eine offenbar verlorene Damengeldbörse liegt auf dem Gehweg
© istock/ozgurkeser/2018  Geldbörse weg? Die „SperrApp” hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren und alle wichtigen Karten zu sperren.

Die Funktionsweise ist simpel: In einem passwortgeschützten Bereich legt man die Daten seiner Bank- und Kreditkarten an. Das löst schon mal ein grundlegendes Problem bei der Kartensperrung: Wie an die Kreditkarten- oder Kontonummer kommen, die für das Sperren nötig ist? Dabei zählt schließlich jede Minute – ärgerlich, wenn man dann erst mal nach Hause muss, um den Zettel mit den notierten Kartennummern zu suchen.

Girokarten können ganz einfach per Klick auf einen Button direkt in der App gesperrt werden. Besonders praktisch ist das im Ausland, denn von dort fallen sonst Kosten für den Anruf beim Sperr-Notruf an. Für die Sperrung von Kreditkarten ist leider trotzdem ein Anruf bei der Hotline nötig. Den kann man direkt aus der App tätigen. So spart man sich all die Panik, die eine abhandengekommene Karte mit sich bringt, also zumindest das Raussuchen der Nummer.

„Hanseatic Bank Mobile”: Schnell eingerichtet, schnell verstanden (Thorsten)

Tanjas Großtante Elisabeth und ich scheinen Geschwister im Geiste zu sein. Auch bei mir muss nichts aufs Handy, was da nicht zwingend hingehört. Die App von der Hanseatic Bank habe ich dennoch (gibt es für iOS und Android). Erstens, weil das als KlarMacher-Redakteur für die Hanseatic Bank ohnehin nicht schaden kann. Zweitens, weil ich die App statt der zentralen Notrufnummer zum Sperren meiner Kreditkarte brauche. Und zum Dritten, weil ich meine GenialCard vor allem unterwegs benutze. Da komme ich mit meiner Vorliebe zum Onlinebanking vom heimischen PC aus nicht weiter.

Also die App. Und während ich eigentlich noch wie Tanjas Großtante grantelte, dass nun doch wieder mein Smartphone herhalten muss, hatte ich die auch schon einsatzbereit bekommen. Denn nach der Installation brauchte ich nur meine Kreditkarte einzuscannen – fertig. Und durch den übersichtlichen Menü-Aufbau fand ich mich ebenso schnell zurecht.

Screenshots von drei Funktionen der Hanseatic Bank App
© Hanseatic Bank  Freischalt-Optionen, Überweisung aufs eigene Konto und Geldautomatenfinder: Nur drei der Funktionen in der App „Hanseatic Bank Mobile”.

Im Gegensatz zu anderen Apps nutze ich hier sogar recht viele Funktionen. Zum Beispiel die Festlegung der Rückzahlungsrate. Soll mir der Betrag, den ich im vergangenen Monat per Kreditkarte bezahlt habe, am Monatsende komplett vom Girokonto abgezogen werden? Oder lieber in Raten von 20, 30 oder mehr Prozent? Das entscheide ich mithilfe der App selbst. Auch nützlich: der Geldautomatenfinder. Falls das Eiscafé mal wieder keine Kreditkarte akzeptiert.  

Mein Favorit sind aber die verschiedenen Freischalt-Optionen: Damit kann ich unter anderem festlegen, ob die Kreditkarte zum Abheben von Bargeld am Geldautomaten genutzt werden kann und ob das kontaktlose Bezahlen per NFC (einfach durchs Hinhalten des Smartphones) möglich sein soll.

Aber Achtung: Aus Sicherheitsgründen hatte ich die Karte für Zugriffe aus dem Ausland gesperrt – und das bei meiner letzten Reise prompt vergessen. Beim Bäcker dachte ich noch, sein Lesegerät sei kaputt. Und bekam das Brötchen sogar geschenkt. Doch im Museum schon wieder ein kaputtes Gerät? Nun ahnte ich den Grund. Und durfte ausnahmsweise das hauseigene WLAN benutzen, um die Karte freizuschalten.

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