In einem Supermarkt registriert die Kassiererin mit einem Lesegerät Treuepunkte für den Einkauf einer Kundin
Sparen

Mit Punkten punkten – lohnen sich Payback und Co.?

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 11.06.2026

An der Supermarktkasse wird heute oft nicht nur bezahlt, sondern auch gescannt: Viele lassen ihre Bonus- oder Kund*innenkarten erfassen – häufig direkt per App auf dem Smartphone. Doch entscheidend ist nicht die Karte selbst, sondern ob die gesammelten Punkte, Rabatte oder Cashback-Angebote am Ende wirklich beim Sparen helfen. Die KlarMacher haben solche Bonusprogramme mal unter die Lupe genommen.

Themen in diesem Artikel

Auf den Punkt: Lohnt sich das Punktesammeln?

  • Punkte sammeln über Bonusprogramme kann sich lohnen – meist aber eher als kleiner Zusatzrabatt als eine große Ersparnis.
  • Der Basisertrag klassischer Punkteprogramme ist oft überschaubar; interessanter wird es meist erst mit Coupons oder Sonderaktionen. 
  • Wirklich sinnvoll sind Punkte vor allem dann, wenn du ohnehin bei teilnehmenden Händlern einkaufst. Nicht, wenn du nur wegen einer Aktion mehr kaufst als geplant.
  • Prämien und Rabatte solltest du immer mit regulären Angeboten vergleichen.
  • Wichtig zu wissen: Kund*innenkarten und Apps erfassen häufig auch Daten über dein Einkaufsverhalten. 

Punkte sammeln: Kaufen und kassieren

Wer beim Einkaufen sparen will, landet über kurz oder lang bei Bonusprogrammen wie Payback. Das Ganze ist für die Nutzer*innen kostenlos. Um dabei zu sein, brauchst du nicht viel zu tun. Die Voraussetzungen sehen meist so aus:

  • Registrierung bei einem Bonusprogramm
  • Rabattkarte, Account oder App (manche Programme bieten auch eine Zahlfunktion)
  • Einkauf in einem teilnehmenden Geschäft des Punkte-Systems

Das Prinzip ist simpel: Die Kundschaft bekommt bei jedem Einkauf Punkte gutgeschrieben (quasi die virtuelle Variante der Punkte, die man in Geschäften sammeln kann). Diese lassen sich sofort oder ab einer bestimmten Menge umwandeln, etwa in:

  • Bargeld oder Guthaben
  • Einkaufsgutscheine
  • Sachprämien von Partnern des Anbieters
  • Spenden für Hilfsorganisationen und -projekte

Deutschlandcard wird eingestellt

Die Deutschlandcard gibt es seit 2008. Das Programm läuft 2026 zwar noch weiter, der Betreiber Bertelsmann hat aber angekündigt, den Geschäftsbetrieb spätestens zum 30. November 2026 einzustellen. Wer dort noch Punkte sammelt, sollte deshalb aktuelle Hinweise und Einlösemöglichkeiten besonders im Blick behalten. 

Zweitens: vom Geschäft. Wie viele Punkte es pro Einkauf gibt, ist unterschiedlich. Das bestimmen nämlich die Partner von Payback und Co., bei denen du shoppst. Mal gibt es einen Punkt pro zwei Euro Umsatz, mal gelten andere Regeln oder zeitlich befristete Extra-Coupons. Ein Punkt entspricht beim Einlösen in der Regel einem Cent. Wie viele Punkte es zum Beispiel mit Payback wo gibt, erfährst du in einer Übersicht der Payback-Partner.

Übrigens: Kund*innenkarten oder Händler-Apps einzelner Unternehmen bringen dir meist nur bei diesem Anbieter oder innerhalb einer bestimmten Kette Punkte. Multipartner-Programme wie Payback bündeln dagegen zahlreiche verschiedene Händler unter einem Dach. 

Eine Kundin hält an einer Supermarktkasse eine Paybackkarte von Rewe bereit
© Payback  Payback hat in Deutschland die meisten Nutzer*innen und teilnehmenden Geschäfte.

Treuepunkte

Neben großen Bonusprogrammen setzen auch einzelne Händler regelmäßig auf eigene Treueaktionen – mit Sammelpunkten, Aufklebern oder digitalen Stempeln in der App. Allerdings funktionieren diese Treuepunkte anders als die von Payback und Deutschlandcard.  

Üblicherweise bekommst du ab einem bestimmten Einkaufswert einen Punkt für ein Sammelheft oder dein Kundenkonto. Meistens gibt es pro Aktion ein eigenes Sammelheft oder eine eigene digitale Aktion. Eine Aktion bedeutet: Die Handelskette bietet ab einem bestimmten Zeitpunkt besondere Waren an, etwa Messer, Küchengeräte oder ähnliches. Wenn du dein Sammelheft voll hast, kannst du diese Waren deutlich günstiger kaufen. 

Beim Tanken hält ein Mann sowohl ein Smartphone mit der DeutschlandCard-App als auch die Karte in den Händen
© DeutschlandCard  Das Programm Deutschlandcard soll im November 2026 eingestellt werden.

Vorteile und Nachteile von Payback und Co.

Der Nutzen von Payback, Cashback und anderen Bonusprogrammen liegt auf der Hand: Es ist der Spareffekt für die Kundinnen und Kunden. Allerdings fällt der sehr unterschiedlich aus.

  • Bei Payback ist der direkte Rabatt oft eher klein: In der Regel beträgt er 0,5 bis 1 Prozent vom Warenwert.  Wirklich interessant wird es häufig erst durch Extra-Coupons, Sonderaktionen oder personalisierte Angebote. 
  • Bei Treuepunkt-Aktionen sind oft Einkäufe von mehreren hundert Euro nötig, bevor du ein bestimmtes Produkt vergünstigt kaufen kannst.

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Doch ob wenig oder viel: Jedes System bietet einen Spareffekt. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte:

  • Je nach Anbieter kann es Monate oder Jahre dauern, bis eine nennenswerte Anzahl von Punkten auf dem Konto ist.
  • Punkte verfallen nach einer Kündigung und wenn sie längere Zeit nicht eingelöst werden. 
  • Die Anbieter sammeln viele Daten über Einkaufsverhalten und Vorlieben der Nutzer*innen. 
  • Die Kosten für Rabatte und Bonusprogramme fließen oft in die Preise mit ein. 
  • Oft kosten die als Prämie beworbenen Produkte im freien Handel weniger als im Bonusprogramm.
Ein Mann sitzt im Flugzeug und blickt gut gelaunt auf den Bildschirm seines Smartphones
© iStock/izusek/2017  Mit Treueprogrammen lassen sich zum Beispiel Rabatte beim Fliegen sammeln.

Lohnt sich die Punktesammelei?

Die Programme von Payback und ähnlichen Anbietern wirken oft wenig lohnend: Die Rabatte sind klein, und bis eine nennenswerte Punktzahl erreicht ist, vergehen meist Zeit und viele Einkäufe.  

Ein Beispiel-Rechnung von Payback: Gibt es einen Punkt pro 2 Euro Umsatz und ist ein Punkt einen Cent wert, dann bringen 50 Euro Einkaufswert 25 Punkte – also 25 Cent. Bei 50 Euro pro Woche summiert sich das auf 12 Euro im Jahr bei 2.600 Euro Umsatz. Der Spar-Effekt bleibt also überschaubar.

Treueaktionen einzelner Händler lohnen sich meist nur dann, wenn du ohnehin regelmäßig dort einkaufst und die beworbene Prämie wirklich haben möchtest. Sonst verleitet dich das Sammeln am Ende nur zu zusätzlichen Ausgaben.  

Der KlarMacher Tipp: Melde dich nicht wahllos bei möglichst vielen Programmen an. Sinnvoller ist es, gezielt die Angebote zu nutzen, die zu deinem Einkaufsalltag passen. Besonders wichtig: Preise vergleichen, Coupons nur bei ohnehin geplanten Käufen einsetzen und Punkte möglichst in Bargeld, Guthaben oder wirklich nützliche Gutscheine umwandeln.

Die Verbraucherzentrale weist ebenfalls darauf hin, dass sich Kund*innenkarten oft erst in Verbindung mit Sonderaktionen lohnen – und dass du dabei immer auch mit deinen Daten zahlst.

Ein Mann liest von einem Smartphone seine Anmeldedaten zum Onlineshopping ab und tippt sie in einen Laptop ein
© istock/ljubaphoto/2019  Cashback-Bonuspunkte gibt es vor allem beim Onlineshopping.

Cashback: Preisnachlass statt Punkte

In der Regel ganz ohne Punktesammeln funktioniert ein anderes Bonusmodell: Cashback. Das Prinzip dahinter: Kaufst du bei einem Partner des jeweiligen Cashback-Anbieters ein, wird dir ein bestimmter Betrag oder Prozentsatz auf deinem Cashback-Konto gutgeschrieben. Die Höhe der Rückvergütung variiert je nach Shop, Aktion und Anbieter – und kann teilweise höher ausfallen als die Vorteile klassischer Punkteprogramme.

Sobald ein Mindestbetrag erreicht ist – je nach Anbieter oft zwischen 1 und 30 Euro –, kannst du dir das Guthaben auf dein Bankkonto oder Paypal-Konto auszahlen lassen. Besonders verbreitet ist das Cashback-Prinzip im Onlinehandel, aber inzwischen setzen auch Händler und Supermärkte wie Denn’s Biomarkt auf eigene Cashback-Aktionen und Rabattsysteme.

Zu den bekanntesten Cashback-Portalen in Deutschland zählen unter anderem:

  • Getmore
  • Shoop
  • Topcashback  

Wichtig bleibt aber auch hier: Cashback lohnt sich vor allem dann, wenn du ohnehin etwas kaufen wolltest – und der Preis nicht höher ist als in einem anderen Shop.  

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten

Was bringen Payback und Co. wirklich?

Bonusprogramme wie Payback bringen meist nur einen kleinen finanziellen Vorteil. Besonders lohnend werden sie oft erst durch Coupons, Sonderaktionen oder zusätzliche Rabatte. Wirklich sparen kannst du damit vor allem dann, wenn du ohnehin bei den teilnehmenden Händlern einkaufst und dich nicht zu unnötigen Käufen verleiten lässt.

Punkte sammeln oder ist Cashback: Was ist besser?

Das hängt vor allem von deinem Einkaufsverhalten ab. Klassische Punkteprogramme lohnen sich eher für Menschen, die regelmäßig bei denselben Partnern einkaufen. Cashback kann besonders beim Onlineshopping attraktiv sein, weil du direkt Geld zurückbekommst. Inzwischen bieten aber auch immer mehr Händler und Supermärkte Cashback-Aktionen an. Entscheidend bleibt: Nur wenn der Preis auch mit Cashback attraktiv ist, sparst du tatsächlich.

Worauf sollte ich bei Bonusprogrammen achten?

Wichtig sind vor allem drei Punkte: Erstens solltest du prüfen, wie hoch der tatsächliche Gegenwert der Punkte oder Rabatte ist. Zweitens lohnt sich ein Blick auf mögliche Einschränkungen, etwa ob Punkte verfallen können oder Mindestbeträge gelten. Drittens solltest du bedenken, dass viele Programme Daten über dein Einkaufsverhalten sammeln und für personalisierte Werbung nutzen.

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