In einem Supermarkt registriert die Kassiererin mit einem Lesegerät Treuepunkte für den Einkauf einer Kundin
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Mit Punkten punkten – lohnen sich Payback und Co.?

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 24.02.2021

Das Portemonnaie oder das Smartphone sind schon längst nicht mehr das einzige, das Sie an der Supermarktkasse zücken? Sondern die Payback-Karte kommt ebenso zum Einsatz? Oder die Kundenkarte? Und Treuepunkte, na klar, die müssen auch noch mit. Aber kommt da unterm Strich eigentlich was rum? Wie viel spart man eigentlich wirklich? Die KlarMacher haben solche Bonusprogramme mal unter die Lupe genommen.

Themen in diesem Artikel

Punkte sammeln: Kaufen und kassieren

Wer beim Einkaufen sparen will, landet über kurz oder lang bei Bonusprogrammen wie Payback. Das Ganze ist für die Nutzer*innen kostenlos. Um dabei zu sein, brauchen sie nicht viel zu tun. Die Voraussetzungen sehen meist so aus:

  • Registrierung bei einem Bonusprogramm
  • Rabattkarte beziehungsweise Account (Bei manchen Anbietern bietet die Rabattkarte auch eine Zahlfunktion)
  • Einkauf in einem teilnehmenden Geschäft des Punkte-Systems

Das Prinzip ist simpel: Die Kundschaft bekommt bei jedem Einkauf Punkte gutgeschrieben (quasi die virtuelle Variante der Treuepunkte, die man in Geschäften sammeln kann). Diese lassen sich sofort oder ab einer bestimmten Menge umwandeln, etwa in:

  • Bargeld an der Kasse
  • Einkaufsgutscheine
  • Sachprämien von Partnern des Anbieters
  • Spenden für Hilfsorganisationen und -projekte

Wie viele Punkte es gibt, hängt von zwei Faktoren ab. Erstens: von Ihnen. Je mehr Sie ausgeben, desto mehr Punkte gibt’s. Die werden beim Bezahlen an der Kasse auf Ihrer Rabattkarte registriert. Die wiederum ist mit einem Konto bei Ihrem Bonusprogramm-Anbieter verknüpft, auf dem er die Punkte für sie gutschreibt. Nach einem ähnlichen Schema läuft das auch beim Einkaufen per Kunden-App und/oder im Internet ab.

Vorbild Rabattmarken

Vorbild Rabattmarken

Die Idee der Bonus- oder auch Kundenprogramme ist nicht neu. Bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gaben beispielsweise Lebensmittelgeschäfte und Drogerien an der Kasse auf Wunsch Rabattmarken aus. Die konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher sammeln und in Rabatthefte einkleben. Wenn die voll waren, nahmen die Händler sie zurück und zahlten im Gegenzug einen bestimmten Betrag aus. Meistens machte er drei Prozent vom Einkaufswert aus.

Allerdings geriet diese Art der Kundenbindung in den 80er Jahren aus der Mode. Aber nicht in Vergessenheit. Seit dem Anfang des Millenniums nahm die Zahl der Programme wieder kräftig zu. Allerdings in moderner Form als virtuelle Punkte.

Zweitens: vom Geschäft. Wie viele Punkte es pro Einkauf gibt, ist unterschiedlich. Das bestimmen nämlich die Partner von Payback und Co., bei denen Sie shoppen. Manche gewähren Ihnen pro ausgegebenen Euro einen Punkt, andere nur einen halben. Ein Punkt entspricht beim Einlösen in der Regel einem Cent.

In Deutschland dominieren die folgenden zwei Anbieter den Markt.

Payback

Startschuss war 2000 in Deutschland. Hier nutzen rund 31 Millionen die sogenannte Payback-Karte sowie zehn Millionen die Payback-App. Mittlerweile bietet das Unternehmen seine Punkte in weiteren zehn Ländern an.

Payback arbeitet mit sogenannten Official-Partnern zusammen. Darunter sind:

  • Rewe
  • Jochen Schweizer
  • Aral
  • DM-Drogerien
  • Penny
  • Telekom
  • WMF

Insgesamt gehören etwa 30 Unternehmen mit mehr als 20.000 stationären Geschäften sowie 600 Onlineshops zu den Payback-Partnern. Abgesehen von den normalen Punkten gibt es von Payback im Rahmen besonderer Aktionen Coupons für Extra-Punkte. Die kommen per Post, online oder aufs mobile Telefon.

Wie viele Punkte es wo gibt, können Sie in einer Übersicht der Payback-Partner erfahren.

Eine Kundin hält an einer Supermarktkasse eine Paybackkarte von Rewe bereit
© Payback  Payback hat in Deutschland die meisten Nutzer und teilnehmenden Geschäfte.

DeutschlandCard

Das Bonusprogramm von DeutschlandCard gibt es seit 2008. Etwa 20 Millionen Menschen nutzen das Angebot und sammeln damit Punkte beim Einkaufen – mit Kundenkarte oder -App. Möglich ist das bei Partnerunternehmen wie:

  • Edeka
  • Marktkauf
  • Netto
  • Esso
  • Staples
  • Vergölst
  • Hammer

Außerdem dabei sind nach DeutschlandCard-Informationen Restaurants, Bäckereien und Apotheken sowie mehr als 400 Online Shops. Auch DeutschlandCard verteilt regelmäßig Vorteilscoupons, die zusätzliche Punkte bringen. Wer seine gesammelten Punkte einlösen will, braucht mindestens 100.

 Wie viele Punkte Sie wo bekommen, verrät eine Internetseite mit den DeutschlandCard-Partnern.

Beim Tanken hält ein Mann sowohl ein Smartphone mit der DeutschlandCard-App als auch die Karte in den Händen
© DeutschlandCard  Wie bei anderen Anbietern können die Nutzerinnen und Nutzer von DeutschlandCard die Punkte per Karte oder per App verbuchen lassen.

Treuepunkte

Auch einzelne Handelsketten vergeben Punkte – nämlich sogenannte Treuepunkte oder Sammelpunkte. Die gibt es zum Beispiel bei Rewe, Real, Kaufland und Netto. Allerdings funktionieren sie anders als die von Payback und DeutschlandCard. In der Regel müssen Sie für fünf Euro einkaufen, um einen Treuepunkt zu bekommen. Den erhalten Sie als kleinen Aufkleber, den Sie in ein Sammelheft kleben können. Meistens gibt es ein Sammelheft pro Aktion. Eine Aktion bedeutet: Die Handelskette bietet ab einem bestimmten Zeitpunkt besondere Waren an, etwa Messer, Küchengeräte oder ähnliches. Wenn Sie Ihr Sammelheft voll haben, können Sie diese Waren deutlich günstiger kaufen.

Vorteile und Nachteile von Payback und Co.

Der Nutzen von Payback, DeutschlandCard, Cashback und anderen Bonusprogrammen liegt auf der Hand: Es ist der Spareffekt für die Kundinnen und Kunden. Allerdings fällt der sehr unterschiedlich aus.

  • Bei Payback und DeutschlandCard beträgt er in der Regel 0,5 bis 1 Prozent vom Warenwert – abgesehen von Extra-Punkten und Sonderaktionen.
  • Bei Treuepunkten müssen Sie im Schnitt für bis zu 350 Euro einkaufen, bevor eine Prämie drin ist. Die besteht dann meist darin, ein festgelegtes Produkt für einige Euro günstiger zu bekommen als im freien Handel.

Doch ob wenig oder viel: Jedes System bietet einen Spareffekt. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte:

  • Je nach Anbieter kann es Monate oder Jahre dauern, bis eine nennenswerte Anzahl von Punkten auf dem Konto ist.
  • Punkte verfallen nach einer Kündigung und wenn sie längere Zeit nicht umgewandelt werden.
  • Die Anbieter sammeln viele Daten über die Nutzer*innen.
  • Verluste durch Rabatte fangen die Partnerunternehmen durch allgemein höhere Preise auf.
  • Prämien gibt es woanders als normale Ware deutlich günstiger.

Was ist der Unterschied zwischen Rabattkarten und Kundenkarten?

Was ist der Unterschied zwischen Rabattkarten und Kundenkarten?

Mit Rabattkarten von Payback oder DeutschlandCard können Sie bei vielen unterschiedlichen Geschäften Treuepunkte sammeln. Kundenkarten geben einzelne Läden oder Ketten aus. Und nur bei diesen gibt es Punkte. Deshalb ist bei Kundenkarten die Auswahl an Geschäften wesentlich geringer als bei Rabattkarten.

Welche Bonussysteme gibt es sonst noch?

An Kundenbindung sind alle Unternehmen interessiert. Deshalb bieten viele ebenfalls Kundenkarten, Prämien- und Bonusprogramme an. Hier einige Bespiele.

  • Miles & More von der Lufthansa gibt es bereits seit 1931 und wird von 30 Millionen Vielfliegern genutzt. Die können Flugmeilen nicht nur mit der deutschen Airline sammeln, sondern auch mit rund 40 anderen. Punkte bekommen sie außerdem bei etwa 270 weiteren Unternehmen, darunter Hotelketten, Versicherungen, Mietwagenanbieter und Elektronikfachmärkten. Dort können sie ihre Treue in Rabatte oder sonstige Prämien verwandeln. Der Wert liegt zwischen 0,3 bis 3 Cent pro Flugmeile.
  • Ikea-Famila-Card bietet Vorteile für Stammkunden des Möbelhauses. Mit jedem Einkauf wächst ihr Punktekonto. Im Gegenzug erhalten sie Rabatte, eine Transportversicherung oder nehmen an Verlosungen für Reisen oder Geldgewinne teil.
  • Mediamarkt-Club heißt das Angebot von Mediamarkt. Wer dabei mitmacht, profitiert beispielsweise von einem Willkommensgeschenk, einer längeren Umtausch- und Finanzierungsfrist sowie der Chance auf Einladungen zu Veranstaltungen mit prominenten Bands.
  • TchiboCard nennt Kaffeeröster Tchibo sein Treueprogramm. Statt Punkte sammelt die Kundschaft damit Bohnen. Pro Euro gibt es davon zwei. Die Bohnen lassen sich für Rabatte nutzen oder in Prämien umsetzen. Außerdem können Kundinnen und Kunden Artikel aus dem Tchibo-Sortiment eine Woche früher bestellen als andere.
  • Shell ClubSmart richtet sich an Kundinnen und Kunden der Tankstellenkette Shell. Sie sammeln Punkte beim Zapfen von Treibstoff, Einkaufen im Shell Shop oder Autowaschen in Shell Car Wash-Anlagen. Dabei bekommen sie bis zu 5 Punkte pro Euro. Eintauschen lassen sich die Punkte in Prämien aus einem Katalog oder in Aktionsware direkt in der Shell-Station.
Ein Mann sitzt im Flugzeug und blickt gut gelaunt auf den Bildschirm seines Smartphones
© iStock/izusek/2017  Mit Treueprogrammen lassen sich zum Beispiel Rabatte beim Fliegen sammeln.

Lohnt sich die Punktesammelei?

Das System von Payback, DeutschlandCard und ähnlichen Anbietern wirkt nicht besonders attraktiv, weil die Rabatte vergleichsweise gering sind. Zumal es viel Zeit und Geld kostet, bis Sie eine größere Anzahl von Punkten beisammen haben. Ein Beispiel: Kaufen Sie pro Woche für 50 Euro bei Penny ein, erhalten Sie 25 Treuepunkte. Das entspricht 25 Cent. Berechnet auf einen vierwöchigen Monat ergibt das einen Rabatt in Höhe von 1 Euro. Gesehen auf ein Jahr macht das 12 Euro – für die Sie insgesamt 2.600 Euro ausgeben mussten. Das ist nicht viel.

Die hauseigenen Treuepunkte von Penny – wie auch bei anderen Handelsketten – lohnen sich nur, wenn Sie Stammkunde sind und wegen einer bestimmten Prämie nicht mehr einkaufen als normalerweise. Zudem müssen Sie das Produkt, das vergünstigt als Prämie angeboten wird – auch wirklich benötigen. Sonst ist jede Zuzahlung verschwendetes Geld.

Der KlarMacher-Tipp: Damit sich das Sammeln von Punkten für Sie eher lohnt, sollten Sie sich bei mehreren Anbietern und Systemen anmelden. So haben Sie eine größere Bandbreite von teilnehmenden Geschäften. Aber vergessen Sie dabei nicht die Angebote anderer Händler. Damit können Sie manchmal auf einen Schlag mehr sparen als in Monaten mit Treuepunkten.

Cashback: Preisnachlass statt Punkte

In der Regel ganz ohne Punktesammeln funktioniert ein anderes Bonusprinzip: Cashback. Das ist im Gegensatz zu Payback oder DeutschlandCard kein einzelnes Unternehmen, sondern der Überbegriff für ein spezielles Treuesystem im Internet. Angeboten wird es von mehreren Cashback-Portalen. Wenn Sie sich dort registrieren, können Sie darüber bei zahlreichen Onlineshops einkaufen. Im Gegenzug bekommen Sie Cashback, also Geld zurück. Und wirklich nur Geld. Das heißt, es gibt meist weder Rabattkarten noch Prämien oder Gutscheine.

Das Cashback-Prinzip: Wer bei dem Partner eines Cashback-Portals shoppt, bekommt den Treuerabatt auf sein Cashback-Konto gutgeschrieben. Die Höhe des Preisnachlasses fällt je nach Cashback-Portal und der jeweiligen Partner unterschiedlich hoch aus. Er kann bis zu zehn Prozent ausmachen. Manchmal ist sogar noch mehr für Sie drin. Das heißt, dass Sie bei Cashback durchschnittlich deutlich höhere Rabatte als bei Payback bekommen. Ab einem bestimmten Geldwert – je nach Portal zwischen 1 und 30 Euro – bekommen Sie Ihr Guthaben automatisch auf Ihr eigenes Bank- oder Paypalkonto.

Zu den beliebtesten Cashback-Portalen zählen nach einer Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität:

  • Shoop
  • Aklamio
  • Cashback World
  • Getmore
  • Cashsparen

Auch die Hanseatic Bank bietet attraktive Vergünstigungen bei vielen Partnern. Mehr dazu finden Sie auf der Hanseatic Bank Vorteilswelt.

Ein Mann liest von einem Smartphone seine Anmeldedaten zum Onlineshopping ab und tippt sie in einen Laptop ein
© istock/ljubaphoto/2019  Cashback-Bonuspunkte gibt es nur beim Onlineshopping.

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