
Heizkosten sparen: 9 Tipps für warme Füße für weniger Geld

Klirrende Kälte draußen, wohlige Wärme drinnen. Das muss trotz steigender Gas- und Ölpreise nicht unbezahlbar sein. Aber wie heizt man am günstigsten? Bevor du über alternative Heizsysteme wie Infrarot, Wärmepumpe oder Nachtspeicher nachdenkst, lohnt sich ein Blick auf die Grundlagen: Oft reichen schon sehr einfache Mittel, um spürbare Einsparungen zu erzielen. Die KlarMacher haben 9 Spartipps für dich, mit denen du deinen Energieverbrauch senken und Heizkosten sparen kannst. So schonst du deine Haushaltskasse – und die Umwelt.
Themen in diesem Artikel
- 1. Fenster und Türen abdichten
- 2. Zimmertüren schließen
- 3. Richtig lüften
- 4. Heizkörper freihalten
- 5. Mal richtig „Dampf“ ablassen
- 6. Heizungsnischen dämmen
- 7. Auch im Urlaub heizen
- 8. Thermostate richtig regeln
- 9. Zimmertemperatur optimal einstellen

Auf den Punkt
- Mit einfachen Maßnahmen kannst du die Heizkosten deutlich reduzieren.
- Fenster und Türen abdichten, um Zugluft zu vermeiden und Wärmeverluste zu senken.
- Mehrmals täglich kurz stoßlüften.
- Heizkörper nicht durch Möbel, Vorhänge etc. verdecken und regelmäßig entlüften.
- Raumtemperatur richtig einstellen – jedes Grad weniger spart Energie.
- Im Urlaub Heizung auf niedrige Stufe stellen, um hohen Energiebedarf beim Wiederaufheizen zu vermeiden.
1. Fenster und Türen abdichten
In Wohnungen mit undichten Türen und Fenstern kann es heftig ziehen. Bei Wind kommt kalte Luft ins Zimmer, bei Flaute warme Luft nach draußen. In beiden Fällen musst du unnötig viel heizen. Abhilfe dagegen schaffen selbstklebende Gummileisten. Bei Fenstern bringst du diese auf den Innenseiten durchlässiger Rahmen an. Und bei Türen unten, um die Lücke zwischen Tür und Boden zu schließen. Für Türen gibt es außerdem spezielle Vorleger.
Zusätzlich können Thermovorhänge dabei helfen, Heizenergie zu sparen. Am Fenster oder an der Tür angebracht, kommt weniger kalte Luft rein beziehungsweise geht weniger warme Luft raus.
Aber übertreibe es nicht, denn ein gewisses Maß an Luftaustausch ist wichtig für ein gesundes Wohnklima. Deshalb sind auch moderne Fenster nicht vollkommen dicht. Bist du dir nicht sicher, ob bei dir Zugluft herrscht, frage am besten eine Heizungsfachkraft.
Gaspreis steigt und steigt: Warum eigentlich?
In den Jahren 2021 und 2022 sind die Gaspreise in die Höhe geschossen. Aber auch andere Energieträger wie Strom, Öl und Kohle waren von der extremen Preisentwicklung betroffen. Dies war ist auf die Folgen von gleich zwei Krisen zurückzuführen: der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine. Durch die Unterbrechung der Lieferketten und eine eingeschränkte Gasversorgung aus Russland sank das Angebot – und traf auf eine erhöhte Nachfrage. Das trieb die Preise an.
Die Energiepreise haben sich entspannt. Fachleute rechnen aber dennoch mit zukünftig steigenden Preisen. Grund sind eine weiter steigende Nachfrage aber auch höhere Kosten. Steigende Netzentgelte, Gasspeicherumlagen oder die CO₂ -Steuer müssen am Ende die Verbraucher*innen tragen.
2. Zimmertüren schließen
Offene Türen laden ebenfalls Kälte und Wärme zum Wandern ein. Beheizte Zimmer kühlen aus, unbeheizte Zimmer wärmen sich auf. Das dürfte allen klar sein, wird aber manchmal vergessen. Deshalb denke stets daran: Wenn du Heizkosten sparen willst, schließe die Türen in deiner Wohnung. Wird es dir in einem warmen Raum zu stickig, kannst du kurzzeitig frische Luft durch ein Fenster hereinlassen. Womit wir bereits beim nächsten Tipp sind.
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3. Richtig lüften
Durch richtiges Lüften kannst du eine Menge Heizkosten sparen. Trockene Heizungsluft kann nur wenig Wärme speichern. Es ist also wichtig, regelmäßig Frischluft hereinzulassen. Und das geht ganz einfach: Mache deine Fenster während der Heizperiode mehrmals täglich nur für ein paar Minuten so weit wie möglich auf. Durch dieses Stoßlüften kommt schnell frische Luft in die Wohnung, ohne sie zu sehr auszukühlen.
Noch flotter geht es, wenn du gleichzeitig die Fenster eines gegenüberliegenden Zimmers öffnest und so für Durchzug sorgst. Vorteil: In beiden Fällen muss die Heizung nur die ausgetauschte Luft erwärmen, weil die Wände in den wenigen Minuten nicht auskühlen.

4. Heizkörper freihalten
Sind Heizkörper durch Möbel oder Vorhänge verdeckt, kann sich ihre Wärme schlecht beziehungsweise nur ungleichmäßig ausbreiten. Achte also schon bei der Einrichtung darauf, dass die Heizkörper frei abstrahlen können. Findet sich trotzdem für das Sofa oder den Schrank kein anderer Platz, sollte das Möbelstück einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern zur Heizung haben.
Übrigens: Mit einer dicken Staubschicht auf den Rippen können Heizkörper ihre Aufgabe ebenfalls nicht optimal erledigen. Günstig heizen bedeutet deshalb auch: Öfter mal den Radiator saubermachen.

5. Mal richtig „Dampf“ ablassen
Gluckern in den Heizkörpern mag manche Menschen entspannen. Doch das sollte es nicht, weil es signalisiert, dass sich Luft im Leitungsgedärm angesammelt hat. Wo die ist, kommt das warme Wasser der Heizungsanlage nicht an. Dann bleiben Teile eines Heizkörpers kalt. Warum? Weil Luft Wärme deutlich schlechter speichert und leitet als Wasser. Die Folge: Je mehr Luft im System ist, desto länger muss die Heizung arbeiten. Und trotzdem kann ein betreffendes Zimmer nicht richtig warm werden, weil wegen der Luft zu viel Heizenergie verloren geht. Das erhöht die Heizkosten.
Um das zu ändern, solltest du die Luft entweichen lassen. Dazu brauchst du nur bei voll aufgedrehtem Thermostat mit einem Entlüfterschlüssel das Entlüftungsventil zu öffnen. Das gibt es an fast jedem Heizkörper. Die darin gefangene Luft entweicht zischend. Aber Vorsicht: Sie kann heiß sein!
Der Heizkörper ist entlüftet, wenn Heizungswasser aus dem Ventil spritzt. Deshalb solltest du während des Vorgangs ein kleines Gefäß oder einen Lappen davor halten. Auch das Wasser dürfte eine hohe Temperatur haben! Ist die Luft raus, schließe das Ventil.
Gasanbieter wechseln: Worauf muss ich achten?
Durch einen Gasanbieterwechsel kannst du eventuell ein paar weitere Euros einsparen. Diese Schritte solltest du dabei befolgen:
- Laufenden Vertrag prüfen: Schaue im aktuellen Vertrag nach der Laufzeit und Kündigungsfrist, um doppelte Kosten zu vermeiden.
- Gasversorger auswählen: Wähle einen zuverlässigen und seriösen Anbieter aus. Schlechte Bewertungen zum Service etc. deuten auf das Gegenteil hin.
- Alten Vertrag kündigen: Achte darauf, deinen laufenden Vertrag fristgerecht zu kündigen. Dies wird nach Wunsch häufig auch vom neuen Anbieter übernommen.
- Neuen Vertrag abschließen: Der neue Vertrag sollte eine möglichst kurze Vertragslaufzeit haben. Als Richtwert gilt hier ein Jahr, damit du die Möglichkeit hast wieder zu einem günstigeren Versorger zu wechseln. Auch die Kündigungsfrist sollte kurz sein, sechs Wochen gelten hier als ideal. Zudem kann es sinnvoll sein, einen Vertrag mit Preisgarantie abzuschließen.
Übrigens: Die Tipps gelten auch für einen Stromanbieterwechsel. Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber „Wechseln und Sparen? Was du beim Stromanbieterwechsel beachten musst”.
6. Heizungsnischen dämmen
In älteren Gebäuden sind die Heizungskörper oft in Nischen eingebaut. Das spart zwar Platz, aber erhöht die Heizkosten. Der Grund: In der Einbuchtung ist die Wand dünner. Deshalb schirmt sie die Kälte von außen schlechter ab. Um das zu ändern, hast du vor allem drei Möglichkeiten:
- Versetze den Heizkörper und fülle die leere Nische mit Dämmmaterial.
- Isoliere die Wand hinter dem Heizkörper.
- Dämme die Außenwand vor dem Heizkörper. Das bietet sich an, wenn die Fassade ohnehin im Zuge einer Modernisierung isoliert werden soll.
Solche Isolierungsarbeiten solltest du gewissenhaft ausführen. Andernfalls könnte sich in der Wohnung Schimmel bilden. Lassen die Umbauten deshalb im Zweifel besser von Fachleuten machen.
Und wenn wir schon beim Dämmen sind: Über freiliegende Rohre in unbeheizten Räumen, zum Beispiel im Keller, geht viel Wärme verloren. Das gilt auch für unisolierte Rollladenkästen. Beides solltest du gegebenenfalls ummanteln beziehungsweise dämmen.
Günstig heizen mit Strom?
Elektroheizungen sind in der Regel teurer als Heizungen mit Gas oder Öl und deswegen weniger populär. Doch für Räume und Baulichkeiten, die nur phasenweise statt ganzjährig genutzt werden wie Ferienwohnungen, können sie günstiger sein – sie benötigen schließlich kein Abgassystem. Natürlich sparst du mit unseren Tipps auch bei den elektrischen Heizungen Energiekosten. Wie du deinen Geldbeutel noch mehr schonen kannst, liest du in diesem Ratgeber zum Stromsparen.
7. Auch im Urlaub heizen
Das mag etwas übertrieben klingen, hilft aber trotzdem, Heizkosten zu sparen: Stelle deine Heizung zu Hause nicht komplett ab, wenn du für ein paar Tage in den Winterurlaub fährst. Natürlich braucht sie dann nicht auf Hochtouren zu laufen, doch für 15 Grad Grundtemperatur sollte sie schon sorgen. Das ist wie ein Puffer gegen die Kälte von außen. Andernfalls kann die Wohnung stark abkühlen. Um sie nach der Rückkehr wieder aufzuheizen, würde die Heizung unverhältnismäßig viel Energie verbrauchen.
Klar ist aber auch: Bist du für mehrere Wochen weg, dürfte die Rechnung nicht mehr aufgehen, und du würdest mehr zahlen als sparen. Verreist du längere Zeit, drehe am besten den Regler bis zum Stern-Symbol. So vermeidest du unnötige Kosten und verhinderst gleichzeitig Frostschäden in der Wohnung und im Heizungssystem.
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8. Thermostate richtig regeln
Die meisten Heizkörper besitzen Drehregler zum Einstellen der Wärme. Auf diesen sogenannten Thermostaten gibt es mehrere Markierungen. Jede entspricht einer bestimmten Raumtemperatur.
- Stern: 5 Grad (für Frostschutz)
- 1: 12 Grad
- 2: 16 Grad
- 3: 20 Grad
- 4: 24 Grad
- 5: 28 Grad
Das sind allerdings nur grobe Richtwerte. Wie warm es wirklich im Zimmer wird, hängt unter anderem davon ab, wo der Heizkörper hängt und ob er frei oder verdeckt ist (siehe Tipp 4). Deshalb stehen auf dem Handstück des Thermostats Symbole und keine genauen Grad-Angaben.
Neben den üblichen, mechanischen Heizkörperthermostaten für den Handbetrieb gibt es mittlerweile programmierbare Modelle. Damit lässt sich oft günstiger heizen. Besonders in Haushalten, in denen der Tagesablauf häufig gleich ist. Wer zum Beispiel nicht im Homeoffice arbeitet, kann die Thermostate so einstellen, dass während der Arbeitszeit weniger geheizt wird. Und vor ihrem Feierabend dreht die Heizung wieder bis zur Wohlfühltemperatur hoch. Für jeden Tag sind mehrere solcher Einstellungen möglich.
Noch praktischer sind sogenannte smarte Thermostate, die über das Internet gesteuert werden. Per Smartphone kannst du aus der Ferne jederzeit die Temperatur regeln und die Heizung an- oder ausschalten. Einfach per Smartphone- oder Tablet-App fürs Smart Home. Das macht vernetzte Thermostate flexibler als programmierbare Modelle.

9. Zimmertemperatur optimal einstellen
Günstig zu heizen bedeutet nicht zuletzt, die optimale Temperatur für jeden Raum zu finden. Nicht überall muss es gleich warm sein. Ratsam sind folgende Richtwerte:
- Wohnzimmer/Arbeitszimmer/Kinderzimmer: 20 bis 22 Grad, Thermostateinstellung zwischen 3 und 4
- Küche: 18 bis 20 Grad, Thermostateinstellung zwischen 2 und 3
- Schlafzimmer: 16 bis 18 Grad, Thermostateinstellung zwischen 2 und 3
- Badezimmer: 24 bis 26 Grad, Thermostateinstellung zwischen 4 und 5
In Räumen, die du dauerhaft oder vorübergehend nicht nutzt, genügen Temperaturen um die 12 Grad. Das entspricht der Reglereinstellung 1. Ob die gewünschten Werte erreicht werden, kannst du mit einem Zimmerthermometer prüfen. Zeigt es zu viel oder zu wenig an, dann regelst du den Thermostat entsprechend nach.
Und noch ein Tipp zum Thema kostengünstig heizen: Falls es dir mal zu kühl in einem Raum sein sollte, reicht es vielleicht, dich wärmer anzuziehen? Dann musst du die Heizung nicht hochdrehen. Denn im Durchschnitt spart ein Grad weniger ungefähr sechs Prozent Heizkosten. Das ist definitiv mehr als der Preis für ein Paar neue Kuschelsocken.
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