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Digitales Geld der Zukunft: 8 Kryptowährungen mit Potenzial

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 07.02.2019

Der Sparstrumpf will und will nicht wachsen? Und aus der Zeitung grinst schon wieder ein frischgebackener Millionär, der mit der richtigen Anlage ein Vermögen gemacht hat? Vielleicht sollten Sie es auch einmal mit diesem virtuellen Geld ausprobieren, denken Sie? Viele der sogenannten Kryptowährungen steigen schließlich kometenhaft im Wert. Doch es gibt mittlerweile weit über 1.000 von ihnen – und die werden kaum alle überleben. Welche Währung hat das Potenzial, dass die Finanzwelt auch übermorgen noch damit handelt? Die aussichtsreichsten Kandidaten stellen wir Ihnen in dieser Liste vor.

Themen in diesem Artikel

1. Ethereum: Der Liebling der Händler

Die Kryptowährung Ethereum ist besonders bei Unternehmen beliebt. Sie kann nämlich deutlich mehr als der bekannteste Vertreter des digitalen Geldes – der Bitcoin. Während man mit dem Platzhirsch unter den Kryptowährungen nur bezahlen oder auf steigende Kurse hoffen kann, sind mit Ethereum auch sogenannte intelligente Verträge möglich. Das heißt: Über das System schließen zwei Firmen einen Vertrag. Wird dann zum Beispiel eine festgelegte Summe überwiesen, tritt der Vertrag automatisch in Kraft. Das funktioniert dank der ausgeklügelten Blockchain-Technologie, die hinter allen Kryptowährungens steht. Mittlerweile werden täglich über eine halbe Million Transaktionen per Ethereum abgewickelt. Da hält keine andere Kryptowährung mit.

2. Ripple: Der Währungs-Jongleur

Im Ripple-Netzwerk wird nicht nur mit der eigenen Kryptowährung bezahlt, dem sogenannten Ripple. Auch Zahlungen in Dollar, Euro oder Yen gehen hier über die Bühne. Das macht Ripple vor allem bei Banken beliebt. Über Ripple wickeln zum Beispiel schon die Bank of America oder die Schweizer UBS ihre Transaktionen ab. Auch der Geldtransferdienst MoneyGram International ist mit an Bord. Mit diesen starken Partnern könnte Ripple eine große Zukunft bevorstehen.

Auszahlung von US-Dollar am Geldtransfer-Schalter
© istock/Juanmonino/2012  In Euro einzahlen, in einer Kryptowährung weiterleiten, in Dollar auszahlen – so läuft schon heute mancher grenzüberschreitende Geldtransfer ab.

3. Bitcoin: Der ungekrönte König

Was der Dollar im realen Leben ist, ist Bitcoin in der digitalen Welt. Der Leitwolf. Der Chef. Kein Online-Geld ist bekannter, keines hat mehr Nutzer. Bitcoin ist im Sommer 2018 mehr wert als alle anderen Kryptowährungen zusammen. Mit diesem Vorsprung sollten die virtuellen Münzen noch lange die Nummer 1 bleiben. Ihr Wert kann aber stark schwanken.

Wenn Sie mitzocken möchten: Seriöse Händler finden Sie im Artikel Kryptowährung kaufen? Diese 5 Händler sind seriös!

4. Bitcoin Cash: Der Turbo-Bitcoin

Der kleine Bruder des Bitcoin. Oder besser: der schnelle Bruder. Denn Bitcoin Cash spaltete sich vom ursprünglichen Bitcoin ab, damit achtmal mehr Transaktionen möglich werden – in der gleichen Zeit. Der Pionier Bitcoin erlaubt "nur" maximal sieben An- oder Verkäufe pro Sekunde. Die Währung Bitcoin Cash ist erst seit Sommer 2017 auf dem Markt. Ihr Wert kann also noch stärker steigen als der von etablierten Kryptowährungen.

5. Nano: Der Tempo-Titan

Über die Geschwindigkeit von Bitcoin und Bitcoin Cash kann man bei Nano nur müde schmunzeln. In diesem Netzwerk sind satte 7.000 Transaktionen pro Sekunde drin. Denn statt einer einzigen großen vernetzten Blockchain für alle Transaktionen wie bei Bitcoin haben Nano-Nutzer jeweils ihre eigene Blockchain.  Eine Transaktion läuft dann in zwei Schritten: Der eine Nutzer gibt Geld von seinem Konto frei, der andere muss es akzeptieren.

Block... was? Die KlarMacher erklären’s!

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Sie verstehen bei Blockchain nur Bahnhof? Keine Sorge, damit sind Sie nicht allein. Was es mit dieser Technologie auf sich hat und was sie mit Kryptowährungen zu tun hat, lesen Sie im KlarMacher-Artikel “Was ist ein Bitcoin? Kryptowährung einfach erklärt”.

6. Dash: Das Gehört-allen-Netzwerk

Dash ist ein sogenanntes Open-Source-Projekt. Das bedeutet: Die Programmierung ist nicht geheim, jeder kann sie einsehen. Die Idee hinter Dash (kurz für “Digital Cash”, also digitales Bargeld) ist, dass sich alle Netzwerk-Mitglieder aktiv beteiligen können. Es gibt keinen richtigen Chef oder eine Geschäftsführung. Doch ganz so einfach ist es nicht. Die wirkliche Macht haben die Betreiber der sogenannten “Master Nodes”, dem Grundgerüst des Systems. Doch dafür muss man 1.000 Dash besitzen – je nach Kurs sind das mehrere Hunderttausend Euro.

Zum Konzept dieser sehr gemeinschaftlich erscheinenden Kryptowährung gehört, dass jeder seine Ideen einreichen kann, um Dash zu verbessern. So basisdemokratisch wie es klingt, ist es dann doch nicht: Wer einen Verbesserungsvorschlag machen will, muss nämlich fünf Dash bezahlen – was abhängig vom Kurs immerhin einige Hundert Euro sind. Dennoch könnte Dash durch die Gruppenmacht noch lange zu den Top Ten der Kryptowährungen gehören.

In welche Kryptowährungen sollte man investieren?

In welche Kryptowährungen sollte man investieren?

In gar keine. Zumindest dann nicht, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen. Denn sollte die Währung vom Markt verschwinden, ist Ihr Geld komplett verloren. Nur wer das Geld wirklich übrig hat, kann es in eine der Währungen aus dieser Liste stecken.

7. Qtum: Der China-Bitcoin

Qtum ist eine Mischung aus Bitcoin und Ethereum. Auch hier gibt es intelligente Verträge. Warum Qtum neben den beiden etablierten Kryptowährungen dennoch Potenzial hat? Die Antwort ist ganz einfach: Weil es chinesisch ist. Schon jetzt sind große Unternehmen aus dem Reich der Mitte mit an Bord und arbeiten mit Qtum zusammen.

Wenn es der Kryptowährung gelingt, in China ein starkes Netzwerk aufzubauen, stehen die Chancen gut, den Bitcoin zu überflügeln. Denn China wird als der dominierende Markt der Zukunft gehandelt. Und was den Einsatz digitaler Technologien betrifft, ist die asiatische Volksrepublik westlichen Ländern längst weit voraus. Das Bezahlen mit Bargeld hat in China heute schon fast Seltenheitswert.

8. IOTA: Der Anti-Bitcoin

Das Netzwerk der Kryptowährung IOTA ist technisch ganz anders aufgebaut als Bitcoin & Co. Hier gibt es keine Blockchain und auch keine Transaktionskosten. Stattdessen setzt IOTA auf die smarten Geräte der Zukunft: selbstfahrende Autos zum Beispiel oder kontaktlose Kassen. Dann könnte man zum Beispiel nach dem Tanken einfach losfahren – das Geld für den Strom oder das Benzin zieht die Zapfsäule automatisch vom virtuellen IOTA-Konto des Autobesitzers ab. Der Vorteil: Normalerweise werden Transaktionen langsamer, wenn mehr Menschen beim Netzwerk mitmachen. Bei IOTA zieht das Tempo an.

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