Steuervorteile für Hauseigentümer

16.02.2017 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Das Finanzamt unterstützt Sie, wenn Sie eine Putzhilfe beschäftigen oder Arbeiten vergeben wie Haustiere  versorgen oder Mahlzeiten vorbereiten.

Holen Sie sich mit der nächsten Steuererklärung mehrere hundert Euro vom Finanzamt zurück für Arbeiten, die normalerweise Mitglieder Ihres Haushalts ausführen würden. Wenn Sie eine Firma beauftragen, gewährt der Staat Steuervorteile, um Schwarzarbeit zu vermeiden. Auch die Sicherung des Hauses gegen Einbruch und der altersgerechte Umbau sind steuerbegünstigt.

Handwerkerleistungen: 20 Prozent der Lohnkosten eines Handwerkers für Reparaturen, Austauscharbeiten oder Renovierungen können steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen Arbeiten am Dach und im Garten, die Feuerlöscherwartung, Graffiti-Beseitigung, Taubenabwehr oder der Kellerausbau. Die Steuerersparnis ist auf 1.200 Euro im Jahr begrenzt. Das Finanzamt erkennt auch Kosten für Immobilien an, die eigenen Kindern mietfrei überlassen werden, zum Beispiel eine Wohnung am Ausbildungsort, sowie Kosten für eine selbst genutzte Ferienwohnung. Steuerlich begünstigt sind jedoch nur die reinen Kosten für die Arbeit, nicht aber für Material. Achtung: Ohne Rechnung gewährt das Finanzamt keine Erstattung.

Im Rahmen haushaltsnaher Dienstleistungen können Kosten für die Haushaltshilfe oder den Hausmeister steuerlich geltend gemacht werden. 20 Prozent des Arbeitslohns für Kochen, Putzen oder Schnee fegen können direkt von der Steuer abgezogen werden, maximal 4.000 Euro. Oft erbringen Minijobber, die bei der Minijobzentrale gemeldet sind, diese Leistungen. Dafür kann der Arbeitgeber 20 Prozent, jedoch maximal 510 Euro pro Jahr absetzen. Für sozialversicherungspflichtige Hilfskräfte oder Selbstständige gibt es bis zu 4.000 Euro Steuerentlastung.

Mitglieder einer Wohneigentümergemeinschaft können bestimmte Arbeiten an der Wohnanlage anteilsmäßig von der Steuer abzusetzen, auch wenn sie nicht selbst, sondern wenn die Eigentümergemeinschaft der Auftraggeber ist. Dazu gehören Wartungskosten für die Heizung oder den Aufzug, Kosten für die Schornstein- oder Dachrinnenreinigung, den Hausmeister und die Gartenpflege.

Wer in den Einbruchschutz investiert und zum Beispiel Mehrfachverriegelungssysteme, Gegensprechanlage, einbruchhemmende Fenster, Bewegungsmelder oder eine Alarmanlage einbauen lässt, kann 20 Prozent oder maximal 1.200 Euro der Kosten für Arbeitslohn, Fahrt- und Maschinenkosten in die Steuererklärung eintragen. Übrigens: Der Staat fördert seit 2015 Maßnahmen zum Einbruchschutz. Eigenheimbesitzer können einbruchhemmende Baumaßnahmen mit einem Kredit oder Zuschüssen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanzieren. Aber: Wer die Förderung in Anspruch nimmt, kommt nicht in den Genuss des Steuervorteils.

Den Einbau eines Treppenlifts, einer Rollstuhlrampe oder den Umbau der Treppe kann das Finanzamt als außergewöhnliche Belastung anerkennen, wenn er medizinisch erforderlich und der Aufwand verhältnismäßig ist. Weil es darum jahrelangen Streit gab, ist es empfehlenswert, vor dem Einbau ein ärztliches Gutachten einzuholen.

Als außergewöhnliche Belastung können auch Kosten für die Asbestsanierung abgesetzt werden, wenn das Gebäude vor 1990 gebaut wurde. Die Verwendung von Asbest ist gesundheitsgefährdend und in Deutschland seit 1993 verboten. Auch die Kosten für die Beseitigung von Hausschwamm, PCB- oder Formaldehyd-Belastungen sowie die Folgen von Brand- und Hochwasserschäden können als steuermindernd in Ansatz gebracht werden.

Bei der Beseitigung von Schäden durch Unwetter wie Hagel, Sturm und Überschwemmung bekommen Betroffene nach einer Naturkatastrophe mit Breitenwirkung im Einzelfall besondere Steuererleichterungen. Normalerweise regulieren die Gebäudeversicherungen oder Hausratversicherungen solche Schäden.

Wer ein Denkmal selbst bewohnt, kann zehn Jahre lang jedes Jahr neun Prozent der Kosten zur Erhaltung, Renovierung und Restaurierung als Absetzung für Abnutzung (AfA) des Gebäudes in der Steuererklärung eintragen – insgesamt also 90 Prozent der Kosten.

Riestervertrag: Wer Beiträge in die Eigenheimrente einzahlt, kann dafür bis zu einer Höchstgrenze von 2.100 Euro Sonderausgaben in die Steuererklärung eintragen.


Schlagwörter: Hauseigentümer, Steuervorteile, Steuererklärung, Finanzamt, sparen

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