Eigentum ist günstiger als Wohnen zur Miete

11.04.2017 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Die eigene Wohnung macht sich bezahlt

Eine umfangreiche Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft hat die Wohnkosten von Mietern und Eigentümern in 402 deutschen Kreisen verglichen. Danach ist „das Wohnen im eigengenutzten Wohneigentum auf breiter Basis deutlich günstiger als das Wohnen zur Miete“. Im bundesdeutschen Durchschnitt wohnen Eigentümer rund 41 Prozent günstiger als Mieter. Wie groß der Vorteil für Wohneigentümer tatsächlich ist, unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. In den Metropolen reicht er von 34 Prozent in München bis zu 47 Prozent in Hamburg. Auf Kreisebene schwankt die Vorteilhaftigkeit zwischen 13 Prozent und 67 Prozent.

Das sagen die Immobilienforschungsinstitute

Das Forschungsinstitut empirica geht davon aus, dass der Kaufpreisauftrieb der vergangenen fünf Jahre bei Eigentumswohnungen in den sieben größten deutschen Städten noch einige Zeit anhalten könnte, aber nicht mehr lange. Das aktuelle „Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2017 des Rates der Immobilienweisen“ rechnet mit einem Trendbruch bei den Preisen. Das Analyse-Institut bulwiengesa AG hält jedoch hohe Preiskorrekturen in den Metropolen für unrealistisch.

Das sagen die Praktiker

Praktiker der Branche halten die vielfach geäußerte Gefahr einer platzenden Blase speziell in Hamburg für völlig unwahrscheinlich. Dafür sorge schon die außerordentlich positive Bevölkerungsentwicklung. Ende 2015 lebten rund 1,8 Millionen Menschen in Hamburg, das waren fast 25.000 mehr als Ende 2014. Die daraus resultierende starke Nachfrage kann weiterhin nur schwer befriedigt werden kann, obwohl die Wohnungswirtschaft mit steigenden Neubauzahlen gegensteuert. Die Vergrößerung des Angebots bremst jedoch die Steigerungsraten der Mieten in Hamburg – was kaum eine andere Großstadt von sich behaupten kann. Dennoch werde nicht auf Vorrat gebaut, betont der Immobilienverband IVD Nord. Jede neue Wohnung wird vermietet oder bezogen.

Betongold trotz hoher Preise höchst attraktiv

Drei Viertel der Deutschen sehen im „Betongold“ die beste Geldanlage. Gut jeder fünfte Mieter beabsichtigt, in den nächsten zehn Jahren eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen. Hamburg ist da keine Ausnahme, obwohl der Immobilienmarkt in der Metropolregion einer der anspruchsvollsten ist. Die Preise bewegen sich insgesamt weiter nach oben, und die Preisspanne zwischen den günstigsten und den teuersten Objekten liegt zwischen rund 1.200 und rund 11.500 Euro pro Quadratmeter.

Zinswende würde Immobilienmarkt maßgeblich bremsen

Nur ein spürbarer Anstieg der Zinsen könnte die Entwicklung zu immer höheren Immobilienpreisen bremsen. Jedoch rechnen nur acht Prozent der Marktteilnehmer damit, dass die Zinsen im Jahr 2017 merklich steigen werden. 40 Prozent gehen davon aus, dass eine Zinswende 2018 erfolgt, weitere 29 Prozent sehen die Zinswende 2019. Immerhin 14 Prozent glauben an einen Anstieg der Zinsen erst nach 2020.


Schlagwörter: Eigentum, Miete, Kosten, Immobilienmarkt

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