Daten sind das Herzstück sozialer Netzwerke

24.04.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Persönliche Daten in sozialen Netzwerken © imaginando - Fotolia.com„Weil Thessa vergaß, eine Facebook-Einladung privat zu halten, kamen 1.000 Leute nach Bramfeld…“ (Abendblatt.de 03. 06. 2011) Solche Meldungen zeigen drastische Folgen unüberlegten Verhaltens in sozialen Netzwerken. Wer als Mitglied von Facebook und Co. ins Internet geht, veröffentlicht persönliche und private Daten und sollte sich vorher über mögliche Folgen im Klaren sein.

Immer mehr Menschen sind fasziniert von den Möglichkeiten moderner Kommunikation, die virtuelle Gemeinschaften wie Xing, Facebook, „Wer kennt wen“, SchülerVZ u. a. bieten. Sie ermöglichen auf einfache Weise Kontaktaufnahme mit Gleichgesinnten, Beziehungsmanagement und Selbstdarstellung. Während man in Nutzerforen, Chatrooms oder beim Spielen als „Schlaudenker“ oder „zockerghost“ anonym bleiben kann, basieren soziale Netzwerke auf persönlichen Informationen ihrer Mitglieder und machen sie damit identifizierbar. Man muss sich zeigen, um gefunden zu werden. Man kann sich nicht sozial vernetzen, ohne Persönliches bekannt zu geben.

Mit der Entscheidung für ein eigenes Profil gibt der Nutzer freiwillig und bewusst einen Teil seiner Privatsphäre auf, ebenso wie die uneingeschränkte Kontrolle über die von ihm veröffentlichten Daten. Selbst bei bewusst vorsichtigem Umgang mit den persönlichen Daten kann niemand weder einschätzen noch beeinflussen, was die Spuren, die er hinterlässt, über ihn verraten und was mit seinen Daten geschieht. Wie die aktuelle Diskussion um die neuen Nutzungsbedingungen von Google zeigt, sammeln und speichern die Anbieter gerätespezifische und Standortdaten und verknüpfen sie mit personenbezogenen Daten zu aussagekräftigen Nutzerprofilen, die dann z. B. zur Schaltung personifizierter Werbung genutzt werden. Oder Freunde und Bekannte verbreiten ungewollt persönliche Informationen anderer über Kommentare, selbst eingestellte Fotos oder Zugriffsrechte ihres eigenen Netzwerkes.

Geraten die persönlichen Daten in falsche Hände bzw. auf die Bildschirme böswilliger Zeitgenossen, kann ein Netzwerkmitglied zum Opfer von Cyber-Mobbing, Cyber-Stalking, Beleidigungen, ungewollter Kontaktaufnahme oder Identitätsdiebstahl (Erstellung eines falschen negativen Profils, Posts etc. zu einem existierenden Namen) mit weitreichenden unangenehmen Folgen im realen Leben werden.

Die Freiheit, die das Internet seinen Nutzern bietet, erfordert von ihnen auch, die Verantwortung für den sicheren Umgang mit persönlichen Daten in sozialen Netzwerken selbst zu übernehmen. Das eigene angemessene Verhalten trägt wesentlich dazu bei, dass Vorteile und Mehrwerte virtueller Netze sicher genutzt werden können.

So schützen Sie Ihre persönlichen Daten

Alle technischen Schutzmöglichkeiten nutzen
Alle Einstellungen zur Privatsphäre sollten so restriktiv wie möglich gehalten werden, damit man im Einzelfall entscheiden kann, wer was und wie viel sehen kann. Informationen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Schutz der Privatsphäre in den unterschiedlichen Netzwerken gibt es online z. B. unter klicksafe.de, schau-hin.info oder in Fachzeitschriften und Nutzerforen.

Erst nachdenken, dann schreiben
Das gilt sowohl für sensible Angaben wie Alter, Adresse oder Telefonnummer, über die der Nutzer eindeutig identifizierbar und, nicht nur für Freunde, lokalisierbar ist, als auch für alle öffentlich geäußerten Meinungen, Kommentare, Werte und ganz Persönliches. Eine unbedachte Äußerung ist schnell unwiderruflich verbreitet, aber auch schnell bereut.

Persönlichkeitsrechte und Interessen Dritter wahren
Nicht alles, was geht ist auch erlaubt und vertretbar. Und nicht jeder hat die gleiche Auffassung zu Privatsphäre und öffentlichem Interesse. Vor dem Hochladen von Bildern und Inhalten oder der Vergabe von Zugriffsrechten sollte genau geprüft werden, ob auch alle Betroffenen damit einverstanden sind.

Aktiv am Schutz der eigenen Privatsphäre und dem guten Ruf im Netz arbeiten
Nutzer sollten Freundschaftsanfragen von Unbekannten und zweifelhaften Angeboten mit gesundem Misstrauen begegnen und sich nicht scheuen unangemessene Fotos und Inhalte zu melden oder gegen aufdringliche Kontakte vorzugehen. Wer regelmäßig nach Daten über sich selbst sucht, kann zeitnah die Weiterverbreitung unerwünschter Inhalte verhindern.

Berücksichtigung der Netz-Etikette
Wie im realen Leben funktioniert Kommunikation in einer Gemeinschaft nur gut, wenn alle Mitglieder sich an bestimmte Umgangsformen halten und ihrem, wenn auch unsichtbaren Gegenüber mit Respekt und Höflichkeit begegnen. Die Regeln zum angemessenen Verhalten werden z. B. in der Social Media Etiquette zusammengefasst.

Schlagwörter: Persönliche Daten, Schutz der Privatsphäre, Soziale Netzwerke

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