Frau legt gefalteten Wahlzettel in eine Wahlurne
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Statistisch gesehen: So viel kostet eine Wählerstimme

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 28.02.2020

Wissen Sie eigentlich, wie viel Sie den Parteien wert sind? Genauer gesagt, Ihre Wählerstimme? Immerhin ist so eine Wahl nicht billig. Wahlstände mit Luftballons und Kugelschreibern, Wahlveranstaltungen mit Würstchen und Freigetränken, Wahlplakate, Wahlspots, Wahlbroschüren – das muss alles bezahlt werden. Wie viel davon am Ende Ihre Wahl beeinflusst, ist schwer zu sagen. Was es kostet, aber schon.

Europäische Wähler sind ein Schnäppchen

Zählt man alle Wahlkampfkosten zusammen, dann investieren die Parteien in Deutschland rund 1,50 Euro in eine Wählerstimme. Ein Schnäppchen im Vergleich mit anderen Ländern: In Großbritannien gaben die Parteien bei der Parlamentswahl 2015 mit umgerechnet knapp 2,80 Euro pro Stimme fast das Doppelte aus. Für die Wahlschlachten um den Brexit wahrscheinlich noch deutlich mehr.

Richtig teuer wird es aber in großen Ländern außerhalb Europas mit sehr vielen Einwohnern. Allen voran: die USA. Umgerechnet über 20 Euro haben die Kandidaten und Parteien bei der letzten Präsidentschaftswahl 2016 in jede einzelne Stimme gesteckt, schätzen Experten. Geradezu günstig ist es da in Indien. Dort soll 2017 die Wahl des Staatsoberhaupts zwar fast 7 Milliarden Euro gekostet haben. Allerdings verteilt sich der Betrag auf 900 Millionen Wahlberechtigte – macht theoretisch etwa 7 Euro für eine Wählerstimme.

Statistik Kosten Wahlkampf Grafik

Wahlwerbung ja – Stimmenkauf nein!

Wahlwerbung gut und schön, aber lässt sich das Geld nicht für einen direkten Stimmenkauf einsetzen? Parteien oder Kandidaten könnten doch Wähler für ihre Stimme belohnen. Als Beweis für das Kreuzchen an der vereinbarten Stelle würde ein Foto vom Wahlzettel genügen. Geht das?

Nein, das ist überhaupt keine gute Idee. Denn in Deutschland ist Stimmenkauf verboten. Schon der Versuch ist strafbar. Das gilt für beide Seiten: Kandidaten und Wähler. Wer es trotzdem macht, riskiert bis zu fünf Jahre Gefängnis. Und: Fotografieren in der Wahlkabine ist ebenfalls verboten – und zwar generell, egal was Sie aufnehmen.

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