Zwei junge Frauen sitzen nebeneinander auf dem Oktoberfest und trinken jeweils eine Maß Bier.
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Statistisch gesehen: So überteuert ist die Oktoberfest-Maß

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 02.09.2019

Die Diskussionen über den Bierpreis auf dem Oktoberfest sind vermutlich schon so alt wie die Wiesn selbst. Alles nur das übliche bayerische Gegrantel? Nein. Die Statistik beweist: Was die Wirte pro Maß verlangen, ist manchmal wirklich ganz schön maßlos.

Statistik Entwicklung des Bierpreises auf dem Oktoberfest (180 %) und allgemein (42 %)

 

Dirndl, Blasmusik, Ochsenbraten, „O’zapft is!”. Tradition wird großgeschrieben auf dem Oktoberfest. Auch schon Tradition: Der Bierpreis steigt. Und das bleibt so. Dieses Jahr müssen Wiesn-Besucher zwischen 10,80 und 11,80 Euro für eine Maß auf den (Bier-)Tisch legen. Ein Plus von 3,11 Prozent gegenüber 2018.

3,11 Prozent? Müssen die Wirte denn so viel mehr bezahlen, um genug Bier für die Wiesn-Besucher parat zu haben? Ja, sagt die Statistik. Zwar stiegen die Preise von Juli 2018 bis Juli 2019 in Deutschland nur um 1,7 Prozent – aber der Bierpreis um durchschnittlich 3,5 Prozent. Diesmal gleichen die Wirte also nur in etwa die Preissteigerung aus. Doch das war nicht immer so. In den Jahren davor ging die Spanne zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis ganz schön auseinander. Und das über Jahre und Jahrzehnte. Beweis gefällig? Die Maß auf dem Oktoberfest ist heute 180 Prozent teurer als noch 1991. Der Bierpreis stieg im selben Zeitraum aber nur um 42 Prozent.

Früher war alles besser? Tatsächlich. Ab 1900 zum Beispiel blieb der Bierpreis auf der Wiesn über Jahre konstant. Erst 1906 gab es wieder eine Erhöhung: Eine Maß kostete dann 37 statt 35 Kreuzer.

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