Eine Person steht mit Smartphone an einem Bitcoin-Automaten, hinter ihr warten Leute
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Statistik: Wo gibt es Bitcoins und Co. aus dem Automaten?

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 30.03.2021

Das Geschäft nimmt nur Bargeld, aber das Portemonnaie ist leer? Kein Problem! Einfach zum nächsten Automaten und frische Scheine gezogen. Aber wenn man nun mit Bitcoin oder einer anderen Kryptowährung zahlen will oder soll – doch die Wallet, quasi das Portemonnaie auf einem Smartphone, ist leer? Ganz einfach: Auch für diesen Fall gibt es Automaten. Nur sind die weltweit sehr ungleich verteilt.

In Sachen Digitalisierung gilt Deutschland bekanntlich nicht als Vorreiter. Kein Wunder also, dass sich hier die Automaten für eine digitale Währung wie Bitcoin rarmachen: Rund 50 Stück waren Anfang 2021 republikweit aufgestellt, so die Liste von Coin ATM Radar. Das mag daran liegen, dass sich die Deutschen noch nicht dem virtuellen Zahlungsmittel angefreundet haben. Zu groß sind ihre Vorbehalte gegen den Bitcoin und seine Kollegen, weil deren Wert stark schwankt und manche Rechtsfrage zu ihnen noch ungeklärt ist.

Ganz anders die US-Amerikaner*innen. Bei ihnen stehen wesentlich mehr Bitcoin-Automaten als in der Bundesrepublik. Um genau zu sein: Über 14.000 Exemplare bieten ihre Dienste in den Vereinigten Staaten an. Das ist Weltrekord – mit großem Abstand. Nur den Kanadiern mit rund 1.300 Stück gelingt es, den Tausenderbereich zu erreichen. In Europa führen die Briten mit etwas mehr als 200 Geräten die Liste an.

In manchen der Bitcoin-Automaten werden auch andere Kryptowährungen angeboten, etwa Ethereum oder Litecoin.

Analog und Digital im Wechselspiel

Aber wie soll das überhaupt gehen – eine Kryptowährung aus dem Automaten? Ist es nicht gerade das Besondere an Bitcoin und Co., dass es sie nicht als Scheine und Münzen gibt, sondern nur als Zahlencodes im Computer? Stimmt. Trotzdem ist Bargeld im Spiel. Nämlich die Euro-Scheine (oder Dollar beziehungsweise die landesübliche Währung), die man zum Beispiel in Bitcoin umtauschen will. Die Noten schiebt man in den Automaten und erhält einen Beleg mit einem QR-Code. Dieser Code wird mit dem Smartphone gescannt, die eingezahlte Summe in Bitcoin umgerechnet und an die Wallet-App gesendet, der virtuellen Geldbörse im Smartphone. Das Ganze geht auch umgekehrt: Man lässt Bitcoin von seiner Wallet-App abbuchen und der Automat spuckt daraufhin echte Banknoten aus.

Bitcoin-Automat im Selbsttest

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Visa und Mastercard schielen auf Kryptowährungen

Und der nächste Schritt zum leichten Bezahlen mit Kryptowährungen steht bevor. Das Kreditkartenunternehmen Visa will eine Software entwickeln, mit der die Partnerbanken (darunter auch die Hanseatic Bank) in Zukunft Transaktionen in Bitcoin und Co. über ihre Kreditkarten ermöglichen können. Auch der Konkurrent Mastercard hat angekündigt, Kryptowährungen in seinem Bezahlnetzwerk zuzulassen. Ob dann mehr Menschen mit dem virtuellen Geld bezahlen?  Im Moment, so räumte der Visa-Chef Alfred Kelly zu Jahresbeginn 2021 ein, seien Kryptowährungen eher „digitales Gold“. Sprich: Wer es kauft, betrachte es eher als Geldanlage denn als Zahlungsmittel. Doch das wird sich durch die Pläne von Visa und Mastercard vielleicht bald ändern.

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