Hochzeitspaar aus Strohrollen auf dem Feld
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Hochzeit: Das kosten Standesamt, Feier, Fotograf & Co.

Symbolbild Leuchtturm
von Redaktion KlarMacher, 03.03.2020

Der schönste Tag im Leben – der Hochzeitstag – darf auch schon mal etwas kosten. Schließlich heiratet man bestenfalls nur einmal. Dann soll auch alles stimmen: die Einladungen, die Blumen, das Essen, die Location und vor allem das Kleid. Wäre schön, wenn man auch das passende Wetter buchen könnte! Und Fotos von allem sind wichtig, und zwar viele: zum Erinnern, zum Träumen, zum Vorzeigen … Da kommt einiges auf das Portemonnaie zu. Wir erklären, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

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Es gibt viel zu tun: Gute Planung ist alles

Wer grenzenlos viel Geld zur Verfügung hat, der kann bei seiner Hochzeitsplanung einfach loslegen. Alle anderen sollten sich früh auf ein Maximalbudget einigen und überlegen, was für die persönliche Traumhochzeit unverzichtbar ist: das Designerkleid? Die Feier im Schloss? Die Anzahl der Gäste? Denn dann wird auch deutlich, an welchen Stellen gespart werden kann oder muss. Im Durchschnitt geben Paare für ihre Hochzeit in Deutschland 13.000 Euro aus. Damit das viele Geld auch zur erhofften Traumhochzeit führt, lohnt sich eine frühzeitige, realistische Planung. 

Hilfreich ist dabei eine Kalkulation pro Kopf, denn je mehr Gäste, desto höher auch die Kosten für Einladungen, die Verköstigung und vielleicht auch die Location. Experten empfehlen aus Erfahrung einen Richtwert von 100 bis 150 Euro pro Person, je nach Ansprüchen des Hochzeitspaares.

Zu diesem Pro-Kopf-Budget kommen noch andere Ausgaben, die unabhängig von der Anzahl der Gäste anfallen:

  • Brautkleid
  • Hochzeitsanzug
  • Ringe
  • Brautstrauß
  • Dienstleistungen wie ein Fotograf oder ein DJ für die abendliche Tanzparty

Wie viel kommt also insgesamt auf Sie zu? Als – zugegeben sehr, sehr grober Richtwert – kann diese Kalkulation dienen: Pro-Kopf-Budget mal Anzahl der Gäste mal zwei. Beispiel: Bei einer Hochzeit mit 80 Gästen und einem Pro-Kopf-Budget von 150 Euro ergeben sich Kosten von 24.000 Euro.

Noch einmal: Das ist nur eine sehr vage Berechnung. Letzten Endes kommt es auf Ihre Wünsche, Ihren Geschmack und auch auf Ihren Geldbeutel an.

Hochzeitseinladungen mit Karten als Braut und Bräutigam
© istock/zoranm/2016  Schöne Einladungskarten erhöhen die Vorfreude auf die Hochzeit.

Papierkram: Einladungskarten, Menükarten, Danksagungen

Die Kosten für Einladungskarten zur Hochzeit und anderes Gedrucktes (Danksagungen, Tischkarten, Menükarten etc.) sind in erster Linie abhängig von der Anzahl der Gäste. Aber auch davon, wie aufwendig die Gestaltung wird und wie teuer die gewählten Materialien ausfallen. Als Anhaltspunkt können Sie mit 10 Euro pro Person kalkulieren für Karten, Beschriftung und Versand.

Rechtlich verbindlich: die standesamtliche Trauung

Nur die standesamtliche Trauung ist in Deutschland rechtlich verbindlich. Dazu müssen Sie sich „zur Eheschließung anmelden“; früher nannte man das auch „das Aufgebot bestellen“. 

Die Kosten für die standesamtliche Hochzeit sind nicht einheitlich geregelt, sondern variieren von Stadt zu Stadt. Für die Anmeldung zur Eheschließung, die Ausstellung der Urkunden, den Trausaal und den Standesbeamten können Sie durchschnittlich mit rund 100 Euro rechnen; dazu kommt das Stammbuch, für das Sie 30 bis 40 Euro ansetzen können. Sonderwünsche kosten allerdings extra:

  • Bei Trauungen an einem Samstag fallen zusätzliche Gebühren zwischen 70 und 200 Euro an.
  • Soll die Trauung an Örtlichkeiten außerhalb des Standesamtes vollzogen werden, müssen Sie je nach Größe der Räumlichkeiten und Aufwand für das Standesamt mit Zusatzkosten zwischen 30 und 1000 Euro rechnen.
  • Teurer wird es auch, wenn ein Ehepartner eine andere Staatsbürgerschaft hat, einfach weil mehr Formulare und Anträge notwendig sind (zum Beispiel ein Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatstaat oder eine Einbürgerungsurkunde).
Romantisch mit Schleierkraut in kleinen Vasen dekorierte Kirchenbänke
© istock/michaelstabentheiner/2018  Die Trauung in der Kirche ist kostenlos; die Dekoration der Kirchenbänke müssen Sie bezahlen.

Mit Gottes Segen: die kirchliche Trauung

Sie ist nicht vorgeschrieben, für viele Paare aber unverzichtbar und gefühlt die eigentliche Hochzeit: die kirchliche Trauung. Die gute Nachricht: Die kirchliche Trauung an sich kostet nichts, jedenfalls wenn Sie in der Kirche Ihrer Gemeinde heiraten. Möchten Sie sich in einer anderen Kirche das Ja-Wort geben, kann diese allerdings für die Fremdtrauung eine Gebühr berechnen, die zwischen 15 und 200 Euro betragen kann – in Ausnahmefällen auch mehr.

Und auch wenn die Kirche für die Trauungszeremonie kein Geld verlangt: Einige Wünsche kosten Sie dennoch zusätzliches Geld.

  • Für einen Organisten müssen Sie zwischen 40 und 80 Euro kalkulieren. Wünschen Sie darüber hinaus vielleicht einen Musiker oder Sänger, planen Sie 100 bis 250 Euro mehr ein.
  • Für Blumenschmuck nach Ihren Vorstellungen können Sie je nach Jahreszeit und Art der Blumen pro Kirchenbank mit 5 Euro bis 8 Euro (für kleinere Sträuße mit einfacher Schleife) bis hin zu 25 Euro (für aufwendige Sträuße) rechnen.
  • Für ein Kirchenprogramm, dem die Gäste den Ablauf der Trauung entnehmen können, sind Sie selbst verantwortlich. Genauso wie für ein Liedblatt, wenn Sie nicht auf Lieder aus dem offen ausliegenden Gesangbuch zurückgreifen wollen. Beides können Sie selbst am PC entwerfen und drucken und damit die Kosten niedrig halten oder – passend zu Ihren Einladungskarten – bei einer Druckerei bestellen. Das kostet Sie zwischen 100 und 650 Euro.

Außerdem freut sich die Kirche über eine Spende als Dankeschön für die Zeremonie, die meist zwischen 50 und 200 Euro liegt. Außerdem können Sie mit dem Pfarrer vereinbaren, für welchen Zweck die gesammelte Kollekte verwendet werden soll.

Kleine Kinder laufen als Braut und Bräutigam verkleidet durch eine Wiese.
© istock/portishead1/2019  Die Ausstattung von Braut und Bräutigam ist ein beträchtlicher Kostenfaktor bei der Hochzeit.

Einmal Prinzessin: Ausstattung von Braut und Bräutigam

Viele Bräute träumen schon von Kindesbeinen an davon, am schönsten Tag des Lebens als strahlende Prinzessin in üppiger glitzernder Robe in die Kirche zu schweben. Dieser Traum ist allerdings nicht ganz billig. Diese Kosten sollten Sie einplanen:

  • Mindestens 1.000 Euro für das Brautkleid mit Schleier, Kopfschmuck und Dessous. Nach oben sind dabei keine Grenzen gesetzt. 
  • Rund 200 Euro für Frisur, Make-up und Maniküre.
  • 80 Euro für den unverzichtbaren Brautstrauß.

Tipp: Sie können sparen, wenn Sie sich nach gebrauchten Hochzeitskleidern umsehen – meist werden die edlen Roben ja nur ein einziges Mal getragen und sind nach der Reinigung so gut wie neu. Andere Alternative: Inzwischen verleihen darauf spezialisierte Läden auch Brautmoden. Dann erlaubt das Budget vielleicht sogar einen Designertraum, der normalerweise nie in frage käme.

Der Ausstattung des Bräutigams fällt in der Regel etwas preiswerter aus: Für einen Anzug mit Krawatte oder Fliege, Hemd und Schuhe fallen aber immer noch mindestens 500 Euro an.

Und dann wären da noch die Ringe: Die können je nach Material und Gestaltung zwischen 500 und 2.000 Euro kosten. Auch hier gilt: Das sind nur Richtwerte, teurer geht es natürlich immer.

Eine für eine Hochzeitsfeier festlich weiß dekorierte Scheune
© istock/tomtom022/2015  Als Location für eine Hochzeit eignen sich unterschiedliche Örtlichkeiten zu unterschiedlichen Kosten.

Hochzeitsfeier: Location und Dekoration, Catering und Hochzeitstorte

Die eigentliche Hochzeitsfeier mit Speisen, Getränken und Musik stellt den Hauptkostenfaktor bei einer Hochzeit dar. Gleichzeitig lässt sich hier einiges sparen, ohne an Qualität einzubüßen. Ob Sie eine Feier in der Stadt oder auf dem Land planen, kann schon einen erheblichen Unterschied ausmachen. Mit diesen Angaben dienen als Anhaltspunkte:

Feier in einem Lokal mit angeschlossener Küche:

  • 60 bis 70 Euro pro Person für ein Menü mit Getränkepauschale auf dem Land; 80 bis 100 Euro in der Stadt. Dafür in der Regel keine Raummiete und keine sonstigen Kosten.

Anmietung von Räumlichkeiten und Nutzung eines Catering-Service:

  • Kosten für das Hochzeitsbuffet zwischen 30 und 60 Euro pro Person. Bei einer Hochzeit mit 80 Personen müssen Sie also etwa 2.400 bis 4.800 Euro rechnen.
  • Dazu Saalmiete (zwischen 300 und 2000 Euro), wenn die nicht bereits im Buffet mit eingerechnet ist
  • Miete für Servietten, Besteck und Geschirr (5 Euro pro Person), wenn das zusätzlich zum Buffet bestellt werden muss
  • Lohn für das Servicepersonal (mindestens 10 Euro pro Person und Stunde) 
  • Getränke (10 Euro pro Person)

Hinzu kommen:

  • Hochzeitstorte 300 bis 500 Euro
  • Blumenschmuck auf den Tischen mindestens 30 Euro pro Tisch. Wenn es ausgefallener sein soll, können es auch bis zu 200 Euro werden. 
  • DJ mindestens 1.000 Euro oder Tanzband je nach Anzahl der Bandmitglieder 2.500 bis 4.000 Euro.

Für die Erinnerung: der Fotograf

Hochzeitsfotos bringen den besonderen Tag immer wieder in Erinnerung. Viele Paare verpflichten daher einen professionellen Fotografen. Der hat seinen Preis: Begleitet er das Paar über sechs Stunden, müssen Sie mindestens mit 1.800 Euro rechnen, bleibt er sogar zehn Stunden, werden es eher 2.300 Euro. Dafür bekommen Sie in der Regel das Fotoshooting und die Bearbeitung und Bereitstellung der Bilder (online und/oder als Fotobuch). 

Mehr ein Partyspaß ist das Aufstellen einer Fotobox bei der Hochzeitsfeier. Damit können sich Ihre Gäste selbst fotografieren lassen – in wechselnden Gruppen, mit oder ohne Requisiten. Das ersetzt keinen professionellen Fotografen, kann aber für zusätzliche, etwas ausgefallenere Erinnerungsfotos sogen. Für das Vergnügen sollten Sie 200 bis 500 Euro einplanen.

Ein für eine Hochzeit festlich mit Blumen dekorierter Oldtimer.
© istock/manx_in_the_world/2019  Ein erfüllbarer Traum: Mit einem Oldtimer zur Hochzeit.

Was es sonst noch gibt: das gewisse Etwas

  • Mit einem Foodtruck kann man zum Beispiel längere (Ess-)Pausen zwischen einer Trauung am Vormittag und dem feierlichen Abendessen überbrücken. Das Angebot reicht von Milcheis vom Bauernhof oder Cocktails über Flammkuchen, Hot Dogs und Schnitzel bis hin zum Drei-Gang-Menü oder Spezialitäten aus aller Herren Länder. Entsprechend variieren auch die Kosten – von 3 Euro bis zu 15 Euro pro Person.
  • Für eine private Lasershow zur Hochzeit liegen die Kosten für eine knapp 15-minütige Vorstellung zwischen 750 und 2.500 Euro – je nachdem, wie individuell und exklusiv Sie es gern hätten.
  • Wer ganz romantisch nach der Trauung weiße Tauben aufsteigen lassen möchte: Auch das geht! 12 Tauben bekommen Sie ab rund 170 Euro; mehr Tauben sind entsprechend teurer.
  • Sie möchten sich von einem Chauffeur in einem Oldtimer, einer Stretchlimousine oder einem Rolls Royce zur Kirche bringen lassen? Die Erfüllung dieses Traums kostet Sie zwischen 350 und 600 Euro.

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