Mann tippt mit Finger auf ein Schloss-Symbol aus Zahlen, das mit weiteren in einer Kette verbunden ist
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Einfach erklärt: Wie eine Blockchain funktioniert

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 09.08.2019

Block… was bitte?! Vielleicht haben Sie das Wort schon mal gehört, können aber nicht so richtig etwas damit anfangen. Dann nützt Ihnen meistens auch die deutsche Übersetzung „Blockkette” nur wenig. Dabei soll sie doch bei Kryptowährungen und Co. so eine große Rolle spielen. Also was genau ist nun eine Blockchain und wie funktioniert sie? Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat.

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Was ist eine Blockchain?

Wer das gute alte Kassenbuch noch kennt, ist von der Blockchain gar nicht so weit weg. Beide haben nämlich die gleiche Funktion – und zwar Einnahmen und Ausgaben festzuhalten. So steht darin jeweils unter anderem der Betrag, wann er ausgegeben wurde und worum es sich bei der Transaktion handelt. Ein ganz einfaches Beispiel wäre:

  • Datum: 12. Juli 2019
  • Ausgabe: 250 Euro
  • Verwendung: Rate Bankkredit

Soweit ähneln sich Kassenbuch und Blockchain. Der grundsätzliche Unterschied: Die Blockchain ist immer und ausschließlich digital vorhanden. Und während im Kassenbuch die Transaktionen meistens wie in einer Liste untereinander stehen, fasst die Blockchain sie in digitalen Blöcken zusammen.

Vollständige Blöcke vereinen sich dann zu einzelnen Gliedern an einer Kette. Je mehr Transaktionen, desto länger wird die Kette. Daher auch der Name Blockchain, also Blockkette. Auf diese Weise kann eine Blockchain theoretisch unendlich weiter wachsen und dabei auch unterschiedliche Kassenbücher miteinander vereinen.

Übrigens: Um Teil eines solchen Netzwerkes zu werden, ist nicht viel nötig. In der Regel muss man nur ein Programm herunterladen und es installieren. Häufig kann man sich danach entscheiden, ob man als reiner Nutzer dabei sein möchte, oder ob man seinen Computer auch als „Prüfer” zur Verfügung stellt.

Welche Vorteile hat die Kette?

Der größte Vorteil der Blockchain: Sie gilt als fälschungssicher. Wie das? Die Blockchain liegt mit ihren verschlüsselten Datensätzen gleichzeitig auf einer Vielzahl von Computern. Die Rechner prüfen und bestätigen jede hinzukommende Transaktion binnen wenigen Augenblicken. Danach gilt die Buchung als abgeschlossen und wird fest in der Blockchain verankert.

Würde jemand versuchen, eine Transaktion nachträglich zu verändern, müsste er dies auf sämtlichen teilnehmenden Rechnern machen. Deshalb gilt es als unwahrscheinlich bis unmöglich, eine Blockchain zu manipulieren.

Darüber hinaus funktioniert die Blockkette im Gegensatz zum klassischen Kassenbuch auch bei sehr komplexen Transaktionen. Zum Beispiel, wenn es um sogenannte smarte Verträge geht, die Wenn-Dann-Funktionen enthalten. 

Zum Beispiel: Herr M. hat einen Vertrag über ein Autoleasing abgeschlossen. Wenn er aber eine Rate für das Autoleasing nicht bezahlt, dann wird der Motor des betreffenden Wagens automatisch elektronisch gesperrt. Wenn er die Rate überwiesen hat, dann schaltet sich das Auto wieder frei. Und all das läuft komplett automatisch über die Blockchain ab. Klingt spannend? Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel über Smart Contracts.

Ein Smartphone-Display zeigt das Symbol eines Bitcoins
© iStock/tolgart/2018  Mit der digitalen Währung Bitcoin fing alles an: Für sie wurde die Blockchain ursprünglich entwickelt.

Warum fing das alles mit Bitcoins an?

Zuerst war die Kryptowährung Bitcoin, dann kam die Blockchain. Der einfache Grund: Nachdem Satoshi Nakamoto den Bitcoin erfunden hatte, suchte er nach einer Möglichkeit, um mit der digitalen Währung sichere Zahlungen vornehmen zu können.

Aus dieser Not heraus wurde im Jahr 2008 die Blockkette geboren, um die Transaktionen mit Bitcoins abzubilden. Inzwischen ist die fälschungssichere Kette jedoch längst über die Kryptowährung hinaus gewachsen und zu einem sicheren, digitalen Verzeichnis unterschiedlichster Art geworden.

Bisher stecken die Entwicklungen zwar oft noch in den Kinderschuhen. Mögliche Anwendungsbereiche sind aber beispielsweise die Verwendung personalisierter Patientenakten in der Medizin, das sichere Datenmanagement von Verwaltungen oder auch der Schutz vor Raubkopien beim Verkauf von Kunst und Musik.

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