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Carsharing vs. eigenes Auto: Wer gewinnt den Preis-Leistungs-Grand-Prix?

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 06.12.2019

Es bringt uns zum Einkaufen, zur Arbeit, in die Berge, an den Strand und auch überall sonst hin. Selbst wer den öffentlichen Verkehr direkt vor der Haustür hat, kann meist nicht ganz ohne Auto. Aber muss es dann immer gleich ein gekauftes sein? Die KlarMacher haben das eigene Auto gegen Carsharing ins Rennen um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis geschickt.

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Preis: Ist Carsharing oder das eigene Auto günstiger?

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Daher braucht es bei vielen schon harte Fakten, um dem Carsharing überhaupt eine Chance zu geben. Und genau diese vielleicht unliebsamen Fakten schafft der preisliche Vergleich. So zeigen diverse Berechnungen, dass sich ein eigenes Auto erst ab 10.000 bis 15.000 Kilometern Fahrt pro Jahr gegenüber dem Carsharing lohnt. Obwohl das natürlich auch von Auto, Versicherung und Fahrweise abhängt.

Wer im Durchschnitt mehr fährt, kann beruhigt sein Auto behalten, jedenfalls wenn es um die Kosten geht. Mehr als 70 Prozent der Deutschen schaffen es aber nicht über 15.000 km pro Jahr, wie laut Statista eine Befragung für das Jahr 2019 zeigt.

In der Regel gilt also, dass Carsharing günstiger ist als das eigene Auto. Deshalb schafft es der Leihwagen in diesem Punkt auf die Pole Position und zum Zwischenstand 1:0.

Fahrspaß: Was bietet mehr fürs Geld?

Geld ist ja nicht alles, schließlich soll Autofahren vor allem auch Spaß machen. Und da punktet das eigene Auto, denn Sie können es genau auf Ihre Bedürfnisse abstimmen – vom Modell über die PS unter der Haube bis hin zu den kleinen Extras, die aus einem PKW erst ein fahrendes Wohn- oder Spielzimmer machen. Und Ihr Auto kennen Sie nach ein paar Monaten in- und auswendig. Sie wissen genau, wie es sich in Kurven verhält, wie es bei Regen, Schnee oder Glätte reagiert. Diese Vertrautheit trägt zum Fahrspaß bei.

Schiebt sich damit das eigene Auto im Rennen schon nach vorne? Nicht ganz, denn nach dem Boxenstopp holt das Carsharing nochmal auf. Damit können Sie nämlich nach Belieben jeden Tag in ein anderes Auto steigen. Von der spritzigen Knutschkugel bis zum geräumigen Kombi ist hier alles drin. Und wenn Sie wollen, geht es in Cabrio, SUV oder Limousine auf Tour. Zwar haben nicht alle Anbieter jede Fahrzeugklasse im Fuhrpark, trotzdem bringt das Carsharing jede Menge Vielfalt auf die Strecke.

Womit sich zeigt: Das eigene Auto und Carsharing haben beim Fahrspaß jeweils ihre Vorteile. Und deshalb liegen die Rivalen in diesem Punkt gleichauf. Zwischenstand: 2:1.

Junge Frau schließt ein Elektroauto an eine Ladesäule an
© istock/praetorianphoto/2019  Ob Benzin oder Strom, Tanken gehört beim eigenen Auto dazu. Beim Carsharing ist es meist nicht nötig.

Vorbereitung: Womit fährt es sich flexibler?

Ein Auto suchen, reservieren, hinlaufen, Buchung freischalten – oder einfach in den Wagen steigen und losfahren. Was beim Carsharing einiges an Mühe kostet, ist beim eigenen Auto richtig komfortabel. Den Leihwagen dürfen Sie nicht mal auf jedem Parkplatz stehen lassen. Und auch nicht unbedingt überall damit hinfahren. Zum Carsharing gehört deshalb immer auch ein Plan.

Das eigene Auto wartet abfahrbereit, wo Sie wollen – ob nun direkt vor Ihrer Tür, auf irgendeinem öffentlichen Parkplatz oder auch mitten in der Pampa. Außer Sie werden abgeschleppt. Aber das kann Ihnen auch mit einem Mietauto passieren.

Was die Flexibilität angeht, hat das eigene Auto damit klar im Rennen die Nase vorn und kann damit auf gleiche Höhe aufschließen. Zwischenstand 2:2.

Aufwand: Bei welchem fallen weniger To-Dos an?

Mal abgesehen vom Suchen, Finden, Finanzieren, Versichern und Anmelden eines eigenen Wagens fallen für Autobesitzer auch lange nach dem Kauf noch so einige Pflichten an. Zum Beispiel: das Schmuckstück regelmäßig aussaugen. In die Waschanlage fahren. Wischwasser auffüllen. Reifen- und Ölwechsel. Den Steinschlag beseitigen. Oder den Auspuff reparieren lassen. Dazu sollten Sie auch noch Ihre Kfz-Versicherung immer im Blick behalten und unter Umständen alle paar Jahre wechseln. Denn die Tarife können sehr stark schwanken.

Beim Carsharing ist das alles im Preis inklusive – und häufig noch viel mehr. Im Grunde heißt es hier nur reinsetzen, losfahren und irgendwo wieder abstellen. Ganz ohne jede Wartung des Autos. Meist müssen Sie den Wagen nicht mal tanken. Ist es doch nötig, bekommen Sie dafür häufig ein paar Credits oder Euro gutgeschrieben.

Beim Carsharing-Rundum-Sorglos-Paket haben Sie zwar keinen Einfluss auf Ausstattung, Bereifung oder auch Versicherungstarif. Aber der Aufwand für ein eigenes Auto steht dazu in keinem Verhältnis. Deshalb setzt sich das Carsharing mit diesem Punkt noch auf der letzten Geraden ab und schießt als erstes über die Ziellinie. Endstand: 3:2.

Fazit: Das eigene Auto hat oft ausgedient, aber nicht immer

Fazit: Das eigene Auto hat oft ausgedient, aber nicht immer

Wer passende Carsharing-Angebote in der Nähe hat, fährt damit meist besser. Es ist oft günstiger und geliehene Autos müssen Sie nicht reparieren oder putzen. Und auch der Umwelt kommt es zugute, wenn Sie auf den eigenen Wagen verzichten.

Wer aber keine Leihstation oder Bus und Bahn vor der Nase hat und jedes Jahr viele Kilometer sammelt, für den ist das Auto alternativlos – und auch günstiger. Erst recht, wenn Sie zum Beispiel mit einem Kollegen gemeinsam in einem Auto zur Arbeit fahren. Oder Ihr Auto verleihen, wenn Sie es nicht brauchen. Suchen Sie einfach nach „privates Carsharing“ im Internet, schon erfahren Sie, wie das geht. Davon profitiert dann nicht nur Ihr Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.
 

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