Das Haus ist versichert: Ein Ehepaar steht Arm in Arm und blickt auf sein Haus
Versichern

Heim und Herd sind welche Versicherung wert?

Symbolbild Leuchtturm
von Redaktion KlarMacher, 22.04.2019

Das eigene Haus: Für die meisten Menschen die teuerste Anschaffung ihres Lebens. Wenn damit etwas passiert, kann das schnell in den finanziellen Ruin führen. Eine Versicherung scheint daher nur vernünftig. Wer sein Wohneigentum mit einem Bankdarlehen finanziert, hat sogar gar keine Wahl: Banken bestehen darauf. Welche Versicherungen sind also notwendig, welche sinnvoll und mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Themen in diesem Artikel

Wohngebäudeversicherung: Für Hausbesitzer ein Muss

Wer ein Haus kauft, für den ist eine Wohngebäudeversicherung unbedingt empfehlenswert. Denn was ist, wenn die Immobilie durch Feuer, Leitungswasser oder Sturm beschädigt oder zerstört wird? Das kann für einen Hausbesitzer den Ruin bedeuten. Aber nicht mit einer Wohngebäudeversicherung: Sie übernimmt die Kosten für Reparatur, Wiederaufbau und sogar Neubau. Deckt ein Sturm das Dach ab oder beschädigt ein Feuer das Haus oder brennt es sogar ganz nieder, kommt die Wohngebäudeversicherung dafür auf.

Sie zahlt dabei allerdings nur Schäden am Haus selbst und dem festen Inventar. Zum festen Inventar gehören zum Beispiel die Einbauküche, Heizungsanlage, Sanitärobjekte und fest verlegte Fußböden. Nicht dazu gehören aber Möbel, Teppiche oder Elektrogeräte. Wer das ersetzt haben möchte, braucht eine Hausratversicherung.

Tipp: Achten Sie darauf, dass auch die Kosten für Aufräumarbeiten, Abbruch des Hauses und Schuttbeseitigung übernommen werden. Denn das kann richtig teuer werden.

Bei solchen Schäden zahlt die Versicherung

Im Einzelnen deckt die Wohngebäudeversicherung folgende Risiken ab:

  • Schäden am Haus, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion entstehen. Wichtig: Rauchmelder sind in den Bauverordnungen der meisten Bundesländer für Schlafräume, Kinderzimmer und Flure vorgeschrieben. Wenn sie fehlen, verweigert im Schadensfall die Versicherung die Zahlung.
  • Schäden durch Leitungswasser, Frost und Rohrbruch. Diese können zum Beispiel entstehen, wenn kalkhaltiges Wasser oder Frost die Wasserleitungen platzen lassen.
  • Schäden durch Stürme ab Windstärke 8, wenn zum Beispiel der Sturm das Dach abdeckt. Die Versicherung übernimmt auch Folgekosten, etwa wenn es durch das abgedeckte Dach ins Haus regnet.
  • Schäden durch Hagel.
  • Schäden am Haus, die durch einen Einbruch entstanden sind.
  • Manche Versicherungen übernehmen sogar die Entfernung von Graffiti, allerdings nicht die anschließenden Malerarbeiten.
  • Manche Versicherungen ersetzen Schäden durch umgestürzte gesunde Bäume, Flugkörper, Rauch oder Brandstiftung. 

Tipp: Achten Sie bei Vertragsabschluss darauf, dass Ihr Vertrag grobe Fahrlässigkeit einschließt, sonst kann die Versicherung in manchen Fällen die Zahlung verweigern. Beispiel: Weil Sie im Winter nicht heizen, bricht in Ihrem Haus ein Wasserrohr. Dann würde die Versicherung trotzdem zahlen.

Ein Feuerwehrmann entfernt mit einer Kettensäge einen Baum, der auf ein Haus gestürzt ist.
© istock/tiborgartner/2014  Sturmschäden übernimmt die Wohngebäudeversicherung ab Windstärke 8.

Das umfasst die Gebäudeversicherung nicht

Die Wohngebäudeversicherung deckt einen Großteil der Risiken eines Hauseigentümers ab, aber nicht alle. 

Sie zahlt nicht

  • bei Schäden vor Fertigstellung des Hauses.
  • bei vorsätzlich herbeigeführten Schäden, also die Sie selbst mit Absicht angerichtet haben.
  • bei Schäden infolge von Krieg oder inneren Unruhen.
  • bei Schäden nach einem Kaminbrand oder anderen Bränden von Gegenständen, die Sie bewusst anzünden, wie den Adventskranz oder Tannenbaum.
  • bei Wasserschäden, die nicht durch Leitungswasser verursacht werden. Dazu zählt Grundwasser, Überschwemmung oder Rückstau. So nennt man es, wenn die Kanalisation bei Starkregen das Wasser nicht mehr aufnehmen kann und es deshalb an ungewollter Stelle nach oben drückt. Wichtig: Wasser aus einem auslaufenden Aquarium zählt nicht als Leitungswasser!
  • bei Schäden, die aufgrund eines offenen oder undichten Fensters entstehen.

Elementarversicherung schützt vor weiteren Risiken

Die Wohngebäudeversicherung ersetzt keine sogenannten Elementarschäden. Darunter versteht man Folgen von Hochwasser, Lawinen, Erdrutschen, Erdbeben oder auch Starkregen und starkem Schneefall. Um diese Risiken abzudecken, können Sie eine Elementarschadenversicherung abschließen. Sie kann unter Umständen sehr teuer werden – je nachdem, wo Ihr Haus steht. Je größer die Gefahr, dass ein solcher Schaden eintritt, desto höher die Kosten für diese Haus-Versicherung. Sollten Sie also in einer Gegend wohnen, in der die Naturgewalten häufig wüten, ist die Elementarversicherung für Sie also besonders teuer – aber gerade dann besonders empfehlenswert.

Wichtig: Schäden durch Grundwasser sind auch in einer Elementarversicherung in der Regel nicht enthalten; eine Ausnahme bilden manche alten Verträge. Bevor Sie Ihre Versicherung wechseln, sollten Sie das abklären.

Sandsäcke im Vordergrund sollen Häuser schützen, dahinter ein Schlauchboot mit Helfern auf einer überschwemmten Straße
© istock/Marc Bruxelle/2017  Bei Hochwasserschäden zahlt nur eine zusätzliche Elementarschutzversicherung.

Viele Faktoren bestimmen die Kosten

Die Kosten sowohl der Gebäudeversicherung wie auch der Elementarversicherung hängen von drei verschiedenen Faktoren ab – eine pauschale Aussage lässt sich daher nicht treffen. 

  1. Das Haus: Wie groß und wie alt ist es? Gibt es Nebengebäude?
  2. Die Lage des Hauses: Liegt es in einem Gefahrengebiet für Hochwasser oder Erdbeben, an einem Gewässer oder Hang?
  3. Der Leistungsumfang: Welcher Schaden soll bis zu welchem Betrag versichert werden?

Um ein konkretes Angebot zu bekommen, müssen Hausbesitzer einen umfangreichen Fragenkatalog ausfüllen und genau benennen, welche Leistungen sie erwarten. Dabei lohnt es sich unbedingt, verschiedene Angebote einzuholen. Zwischen den einzelnen Versicherungen bestehen oft gewaltige Unterschiede hinsichtlich Leistungsumfang und Kosten.

Wichtig: Melden Sie Ihrer Wohngebäudeversicherung Veränderungen am Haus, zum Beispiel einen An- oder Ausbau oder die Anschaffung einer Solar- oder Photovoltaikanlage. Solche Maßnahmen erhöhen in der Regel den Wert der Immobilie und verursachen eine Erhöhung der Beiträge. Wenn Sie das nicht tun, sind zu wenig versichert (in der Fachsprache “Unterversicherung” genannt). Die Folge: Im Schadensfall kann die Versicherung die Zahlungen kürzen oder sogar ganz verweigern. Informieren Sie die Versicherung auch, wenn Ihr Haus leer steht, denn das wird als sogenannter gefahrenerhöhender Zustand gewertet.

Feuerrohbauversicherung schützt den Bauherren

Die Wohngebäudeversicherung greift erst beim fertigen Haus. Aber auch in einem Rohbau steckt schon viel Geld. Ein Brand an der Baustelle wäre für die Bauherren ein finanzielles Desaster: Die Kosten steigen noch mehr und zusätzlich verlängert sich auch noch die Bauzeit. Schutz bietet die Feuerrohbauversicherung. Sie kommt für Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion während der Bauphase auf, so lange der Rohbau noch nicht bezugsfertig ist.

Es empfiehlt sich, die Versicherung schon vor Baubeginn abzuschließen – wenn Sie einen Baukredit benötigen, verlangen das viele Banken sogar.

Die Feuerrohbauversicherung zahlt nicht nur für die durch das Feuer verursachten Schäden. Auch bei Folgeschäden durch Rauchentwicklung oder Löschwasser springt sie ein. Dabei deckt sie den Rohbau und sämtliche Baumaterialien gleichermaßen ab.

Tipp: Viele Versicherungen bieten Kombi-Angebote an, die neben der Wohngebäudeversicherung eine Feuerrohbauversicherung für bis zu zwei Jahren beinhalten. Und das ohne Mehrkosten. Dazu müssen Sie nur schon vor Baubeginn eine Wohngebäudeversicherung für das fertige Haus abschließen. Der Feuerschutz für Ihren Rohbau ist dann kostenlos enthalten.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

1
nach oben