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Vergleichsportale: So sparen Sie damit wirklich!

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 05.07.2021

Ist Ihr Stromanbieter wirklich der preiswerteste? Bekommen Sie Ihre Versicherung vielleicht woanders günstiger? Oder Ihren Handyvertrag? Das und mehr wollen Ihnen Vergleichsportale beantworten. Sie präsentieren Ihnen Listen mit den günstigsten Anbietern. Manche organisieren gleich den Wechsel für Sie. Und das alles ist für Sie kostenlos und angeblich ganz unabhängig. Stimmt das wirklich? Und wie holen Sie das Beste für sich aus Vergleichsportalen heraus? Das haben sich auch die KlarMacher gefragt. Hier sind ihre Antworten.

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Wie seriös sind Vergleichsportale?

Diese Frage ist berechtigt, denn schließlich ist es so: Der Service mag zwar für die Nutzer*innen der Preissuchmaschinen gratis sein. Aber wenn Sie nicht dafür bezahlen, wer dann? Das machen die Unternehmen, deren Produkte und Tarife auf den Portalen verglichen werden. Sie geben deren Betreibern Geld beispielsweise für Werbeanzeigen und Kundendaten. Oder sie gewähren Provisionen für Verträge, die über die Vergleichsportale zustande kommen.

Manche Ergebnisse entstehen damit nicht so unabhängig, wie es auf den ersten Blick aussieht. Das ist auch dem Bundeskartellamt negativ aufgefallen. In einer 2019 veröffentlichten Untersuchung über Vergleichsportale in Deutschland stellte die Behörde fest, dass diese Praxis „nicht dem Idealbild einer neutralen Plattform“ entspricht. Deshalb ist ein gesundes Misstrauen gegenüber den Suchergebnissen angebracht.

Tipps und Tricks – So nutzen Sie Vergleichsportale richtig

Preise suchen, vergleichen und beim günstigsten Anbieter zuschlagen – so einfach können Verbraucher*innen neue Strom- und Telefontarife oder eine andere Versicherung finden. Das versprechen jedenfalls die Vergleichsportale. Aber ist es wirklich so simpel? Die Erfahrung zeigt: Mit Vergleichsportalen lässt sich tatsächlich Geld sparen. Doch wenn Sie wirklich das jeweils beste Angebot finden wollen, sollten Sie sich die Ergebnislisten ganz genau anschauen. Und auch sonst ist noch das ein oder andere Detail zu beachten. Dabei helfen Ihnen folgende Tipps.

Gut vorbereiten

Online-Preisvergleiche finden Sie für alle möglichen Waren und Dienstleistungen: für die Versorgung mit Strom und Gas, für Kfz- und andere Versicherungen, Internet- und Handytarife und vieles mehr. Die Angebote sind so vielfältig, dass leicht der Überblick verloren geht. Deshalb sollten Sie zunächst klären, worauf es Ihnen ankommt. Suchen Sie nur den niedrigsten Preis oder legen Sie auch Wert auf eine bestimmte Leistung, also etwa eine besonders schnelle Internetleitung oder eine bestimmte Produkteigenschaft? Notieren Sie sich die für Sie wichtigsten Punkte, um sie in den Vergleich mit einzubeziehen.

Mehrere Preissuchmaschinen nutzen

Vergleichsportale verwenden für die Preissuche teils unterschiedliche Methoden. Deshalb kann das eine den Tarif A als Top-Ergebnis anzeigen und das andere Tarif B. Damit Sie keine Gelegenheit verpassen, nutzen Sie am besten mehrere parallel. Das ist auch sinnvoll, um möglichst viele Anbieter abzudecken. Denn bei manchen Preissuchmaschinen ist der Marktüberblick lückenhaft – obwohl sie gern anderes von sich behaupten. 

Auf Anzeigenhinweise achten

Einige Ergebnisse in den Listen sind meist gesponsert. Das betrifft häufig die Resultate, die ganz oben stehen. Das müssen also nicht die besten Angebote sein, sondern sind für die Plattformen vielleicht besonders gewinnbringend.

Aber ist es dann nicht Betrug, wenn solche Angebote die Liste anführen? Da behelfen sich die Plattformen mit einem Trick: Offiziell stehen die gesponserten Ergebnisse nicht auf Platz 1, 2 oder 3. Sondern auf der sogenannten 0-Position Außerdem müssen sie mit „Anzeige“, „Werbung“ oder ähnlichen Hinweisen versehen sein. Die sind aber manchmal nur sehr klein oder unauffällig. Sehen Sie sich deshalb jedes Ergebnis genau an. Achtung: Auch Angebote im unteren Teil der Ergebnislisten können gekauft sein.

Eine Frau hält einen roten und einen grünen Apfel in ihren Händen
© istock/Madrolly/2019  Wer online Preise vergleichen will, sollte dabei nicht nur aufs Geld schauen, sondern auch auf die Details der Angebote.

Das Kleingedruckte lesen

Ein und derselbe Anbieter taucht in den Ergebnislisten mehrerer Vergleichsportale auf – aber mit teils ganz anderen Preisen? Das kann passieren, wenn die Suchmaschinen jeweils unterschiedliche Tarife von ihm verwenden. Dann sollten Sie die jeweiligen Vertragsbedingungen und Leistungen unter die Lupe nehmen. Denn der niedrigste Preis allein ist nicht immer das wichtigste Kriterium. Vielmehr muss auch der Rest, also das Gesamtpaket des Anbieters, zu Ihren Bedürfnissen passen.

So ist vielleicht ist bei einem Internettarif eine 100-MBit-Leitung inklusive und bei einem anderen nur eine 50-MBit-Leitung. Oder Versicherung A übernimmt bei einem Schaden alle Kosten, während Versicherung B von Ihnen eine Selbstbeteiligung verlangt.

Tarife des Originalanbieters prüfen

Nur, weil Ihnen ein Vergleichsportal einen Preis anzeigt, muss der nicht automatisch besonders niedrig sein. Manchmal steckt eine Prämie für das Vergleichsportal mit drin. Dann kann der direkte Abschluss beim betreffenden Anbieter sogar noch günstiger sein. Deshalb lohnt sich der Tarifvergleich zwischen ihm und der Preissuchmaschine.

Sucheinstellungen anpassen

Sie können den Suchfilter (und damit die Ergebnisse) mit ein paar Klicks nach Ihren Wünschen anpassen. Beispiel Strom und Gas: Hier gibt es je nach Vergleichsportal veränderbare Kategorien wie Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, Anzahl der Personen im Haushalt oder Verbrauch. Diese Möglichkeit sollten Sie nutzen. Ansonsten erfolgt der Vergleich nach standardisierten Voreinstellungen. Aber die passen nicht unbedingt zu Ihren individuellen Bedürfnissen.

Video: Richtiger Umgang mit Vergleichsportalen im Interne

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© Bundeskartellamt 

Vorsicht bei Gütesiegeln

Manche Vergleichsportale werben auf ihren Seiten mit Gütesiegeln. Die beziehen sich allerdings meist auf Dinge wie Datensicherheit oder die Serviceleistung der Preissuchmaschinen. Eine Aussage für die Qualität der Suchergebnisse treffen sie nicht unbedingt. Außerdem schmücken sich einige Portale mit selbst verliehenen Auszeichnungen. Im Zweifel sollten Sie überprüfen, ob die Zertifikate und Siegel tatsächlich von einer unabhängigen Quelle stammen.

Dazu klicken Sie mit der Maus auf das jeweilige Emblem, um (direkt oder per angezeigtem Link) die Internetseite des Siegelanbieters zu öffnen. Dort geben Sie in einer Suchmaske (Beispiel TÜV Süd) den Namen der Vergleichsplattform ein. Ist sie gelistet, sehen Sie anschließend Details zu den vergebenen Siegeln oder Zertifikaten. Das funktioniert in der Regel bei allen seriösen Siegelanbietern nach diesem oder einem ähnlichen Prinzip.

Bedingungen für Tiefpreisgarantie kontrollieren

Vergleichsportale versprechen teils, dass Sie bei ihnen die günstigsten Tarife bekommen. Bedeutet: Sollte sich nach einem Abschluss herausstellen, dass andere doch bessere Angebote haben, erstattet Ihnen das Portal den Preisaufschlag. Allerdings gilt das oft nur eingeschränkt und unter ganz bestimmten Voraussetzungen, die meist nur im Kleingedruckten stehen.

Kundenbewertungen kritisch sehen

Kundenbewertungen gibt es auch bei den Preisvergleichsportalen. Und ebenso wie bei anderen Plattformen sind die Beurteilungen nicht immer zuverlässig. So können sie bezahlt und damit unglaubwürdig sein. Außerdem entscheiden die Portale, welche Kundenbewertungen sie veröffentlichen. Seien Sie also misstrauisch bei besonders vielen positiven Meinungen.

Nicht unter Zeitdruck setzen lassen

Einige Angebote sind nur in begrenzter Stückzahl vorhanden. Aber lassen Sie sich davon nicht verrückt machen. Oft taucht das gleiche Angebot nach kurzer Angebot wieder auf oder Sie finden es bei einem anderen Vergleichsportal.

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