Eine Frau sitzt entspannt auf einem Sofa und hat ihre Beine auf einem Heizkörper ausgestreckt
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Günstig heizen: Mit diesen 9 Spartipps kosten die warmen Füße weniger Geld

Detlev Neumann
von Detlev Neumann, 17.01.2020

Klirrende Kälte draußen, wohlige Wärme drinnen. Das muss trotz steigender Energiepreise kein Luxus sein. Mit einfachen Mitteln kann jeder günstig heizen. Die KlarMacher haben für Sie 9 Spartipps, die auch in Ihrer Wohnung funktionieren. So schonen Sie Ihre Haushaltskasse – und die Umwelt.

Themen in diesem Artikel

1. Dichten Sie Fenster und Türen ab

In Wohnungen mit undichten Türen und Fenstern kann es heftig ziehen. Bei Wind lassen sie kalte Luft ins Zimmer, bei Flaute warme Luft nach draußen. In beiden Fällen müssen Sie unnötig viel heizen. Bei Fenstern helfen dagegen selbstklebende Gummileisten, die Sie auf den Innenseiten durchlässiger Rahmen anbringen. Eine größere Lücke zwischen Tür und Boden schließen Sie wiederum mit einem speziellen Vorleger.

Aber übertreiben Sie es nicht, denn ein gewisses Maß an Luftaustausch ist wichtig für ein gesundes Wohnklima. Deshalb sind auch moderne Fenster nicht vollkommen dicht. Sind Sie sich nicht sicher, ob bei Ihnen Zugluft herrscht, fragen Sie am besten einen Heizungsfachmann.

2. Schließen Sie die Zimmertüren

Offene Türen laden ebenfalls Kälte und Wärme zum Wandern ein. Beheizte Zimmer kühlen aus, unbeheizte Zimmer wärmen sich auf. Das dürfte jedem klar sein, wird aber manchmal vergessen. Deshalb denken Sie stets daran:  Wenn Sie Heizkosten sparen wollen, halten Sie die Türen in Ihrer Wohnung am besten geschlossen. Wird es Ihnen in einem warmen Raum zu stickig, können Sie kurzzeitig frische Luft durch ein Fenster hereinlassen. Womit wir bereits beim nächsten Tipp sind.

3. Lüften Sie richtig

Eine Frau im Pullover öffnet lächelnd die beiden Flügel eines großen Fensters
© istock/BraunS/2016   Stoßlüften bringt frische Luft ins Zimmer, ohne dass es dabei auskühlt.

Richtiges Lüften ist ganz einfach: Während der Heizperiode machen Sie die Fenster mehrmals täglich nur für ein paar Minuten so weit wie möglich auf. Das nennt man Stoßlüften. Damit kommt schnell frische Luft in die Wohnung.

Noch flotter geht es, wenn Sie gleichzeitig die Fenster eines gegenüberliegenden Zimmers öffnen und so für Durchzug sorgen. Vorteil: In beiden Fällen muss die Heizung nur die ausgetauschte Luft erwärmen, weil die Wände in den wenigen Minuten nicht auskühlen.

4. Halten Sie die Heizkörper frei

Sind Heizkörper durch Möbel oder Vorhänge verdeckt, kann sich ihre Wärme schlecht beziehungsweise nur ungleichmäßig ausbreiten. Achten Sie also schon bei der Einrichtung darauf, dass die Heizkörper frei abstrahlen können. Findet sich trotzdem für das Sofa oder den Schrank kein anderer Platz, sollte das Möbelstück einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern zur Heizung haben.

Übrigens: Mit einer dicken Staubschicht auf den Rippen können Heizkörper ihre Aufgabe ebenfalls nicht optimal erledigen. Günstig heizen bedeutet deshalb auch: Öfter mal den Radiator saubermachen.

5. Lassen Sie mal „Dampf“ ab

Über einem Auffangbecher dreht eine Hand mit einem Entlüftungsschlüssel das Entlüftungsventil eines Heizkörpers auf
© istock/AndreyPopov/2018  Regelmäßiges Entlüften hilft, die Heizkosten zu senken.

Gluckern in den Heizkörpern mag manche Menschen entspannen. Doch das sollte es nicht, weil es signalisiert, dass sich Luft im Leitungsgedärm angesammelt hat. Wo die ist, kommt das warme Wasser der Heizungsanlage nicht an. Dann bleiben Teile eines Heizkörpers kalt. Warum? Weil Luft Wärme deutlich schlechter speichert und leitet als Wasser. Die Folge: Je mehr Luft im System ist, desto länger muss die Heizung arbeiten. Und trotzdem kann ein betreffendes Zimmer nicht richtig warm werden, weil wegen der Luft zu viel Heizenergie verloren geht. Das erhöht die Heizkosten. 

Um das zu ändern, sollten Sie die Luft entweichen lassen. Dazu brauchen Sie bei voll aufgedrehtem Thermostat nur mit einem Entlüfterschlüssel das Entlüftungsventil zu öffnen. Das gibt es an fast jedem Heizkörper. Die darin gefangene Luft entweicht zischend. Vorsicht: Sie kann heiß sein!

Der Heizkörper ist entlüftet, wenn Heizungswasser aus dem Ventil spritzt. Deshalb sollten Sie während des Vorgangs ein kleines Gefäß oder einen Lappen davor halten. Auch das Wasser dürfte eine hohe Temperatur haben! Ist die Luft raus, schließen Sie das Ventil.

6. Dämmen Sie Heizungsnischen

In älteren Gebäuden sind die Heizungskörper oft in Nischen eingebaut. Das spart zwar Platz, aber erhöht die Heizkosten. Der Grund: In der Einbuchtung ist die Wand dünner. Deshalb schirmt sie die Kälte von außen schlechter ab. Um das zu ändern, haben Sie vor allem drei Möglichkeiten:

  • Versetzen Sie den Heizkörper und füllen Sie die leere Nische mit Dämmmaterial.
  • Isolieren Sie die Wand hinter dem Heizkörper.
  • Dämmen Sie die Außenwand vor dem Heizkörper. Das bietet sich an, wenn die Fassade ohnehin im Zuge einer Modernisierung isoliert werden soll.

Diese Arbeiten sollten Sie gewissenhaft ausführen. Andernfalls könnte sich in der Wohnung Schimmel bilden. Lassen Sie die Umbauten deshalb im Zweifel besser von Fachleuten machen.

Und wenn wir schon beim Dämmen sind: Über freiliegende Rohre in unbeheizten Räumen, zum Beispiel im Keller, geht viel Wärme verloren. Das gilt auch für unisolierte Rollladenkästen. Beides sollten Sie gegebenenfalls ummanteln beziehungsweise dämmen.

7. Heizen Sie auch im Urlaub

Das mag etwas übertrieben klingen, hilft aber trotzdem, Heizkosten zu sparen: Stellen Sie Ihre Heizung zu Hause nicht ab, während Sie für ein paar Tage im Winterurlaub sind. Natürlich braucht sie dann nicht auf Hochtouren zu laufen, doch für 15 Grad Grundtemperatur sollte sie schon sorgen. Das ist wie ein Puffer gegen die Kälte von außen. Andernfalls kann die Wohnung stark abkühlen. Um sie nach der Rückkehr wieder aufzuheizen, würde unverhältnismäßig viel Energie verbrauchen.

Klar ist aber auch: Sind Sie für mehrere Wochen weg, dann könnte die Rechnung nicht mehr aufgehen, und Sie würden mehr zahlen als sparen. Verreisen Sie längere Zeit, drehen Sie am besten den Regler bis zum Stern-Symbol. So vermeiden Sie unnötige Kosten und verhindern gleichzeitig Frostschäden in der Wohnung und im Heizungssystem.

8. Regeln Sie die Thermostate richtig

Die meisten Heizkörper besitzen Drehregler zum Einstellen der Wärme. Auf diesen sogenannten Thermostaten gibt es mehrere Markierungen. Jede entspricht einer bestimmten Raumtemperatur.

  • Stern: 5 Grad (für Frostschutz)
  • 1: 12 Grad
  • 2: 16 Grad
  • 3: 20 Grad
  • 4: 24 Grad
  • 5: 28 Grad

Das sind allerdings nur grobe Richtwerte. Wie warm es wirklich im Zimmer wird, hängt unter anderem davon ab, wo der Heizkörper hängt und ob er frei oder verdeckt ist (siehe Tipp 4). Deshalb stehen auf dem Handstück des Thermostats Symbole und keine genauen Grad-Angaben.

Neben den üblichen, mechanischen Heizkörperthermostaten für den Handbetrieb gibt es mittlerweile programmierbare Modelle. Damit lässt sich oft günstiger heizen. Besonders in Haushalten, in denen der Tagesablauf häufig gleich ist. Berufstätige zum Beispiel können die Thermostate so einstellen, dass während ihrer Arbeitszeit weniger geheizt wird. Und vor ihrem Feierabend dreht die Heizung wieder bis zur Wohlfühltemperatur hoch. Für jeden Tag sind mehrere solcher Einstellungen möglich.

Noch praktischer sind sogenannte smarte Thermostate, die über das Internet gesteuert werden. Per Smartphone können die Nutzer aus der Ferne jederzeit die Temperatur regeln und die Heizung an- oder ausschalten. Einfach per Smartphone- oder Tablet-App fürs Smart Home. Das macht vernetzte Thermostate flexibler als programmierbare Modelle.

9. Stellen Sie die Zimmertemperatur optimal ein

Eine Familie sitzt mit dicken Wollsocken nebeneinander auf dem Wohnzimmerboden
© istock/ranckreporter/2018  Wer trotz Heizung in der Wohnung friert, sollte wärmere Kleidung anziehen, bevor er den Thermostat hochdreht.

Günstig zu heizen bedeutet nicht zuletzt die optimale Temperatur für jeden Raum zu finden. Ratsam sind folgende Richtwerte:

  • Wohnzimmer/Arbeitszimmer/Kinderzimmer: 20 bis 22 Grad, Thermostateinstellung zwischen 3 und 4
  • Küche: 18 bis 20 Grad, Thermostateinstellung zwischen 2 und 3
  • Schlafzimmer: 16 bis 18 Grad, Thermostateinstellung zwischen 2 und 3
  • Badezimmer: 24 bis 26 Grad, Thermostateinstellung zwischen 4 und 5

In Räumen, die Sie dauerhaft oder vorübergehend nicht nutzen, genügen Temperaturen um die 12 Grad. Das entspricht der Reglereinstellung 1. Ob die gewünschten Werte erreicht werden, können Sie mit einem Thermometer prüfen. Zeigt es zu viel oder zu wenig an, dann regeln Sie den Thermostat entsprechend nach.

Und noch ein Tipp zum Thema Heizkosten sparen: Falls es Ihnen mal zu kühl in einem Raum sein sollte, dann ziehen Sie sich einfach wärmer an, bevor Sie die Heizung hochdrehen. Denn im Durchschnitt spart ein Grad weniger ungefähr sechs Prozent Heizkosten.

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