Besucher in der Vatnajökull-Höhle auf Island, über ihm Gletscher in leuchtendem Türkis
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12 außergewöhnliche Reiseziele, auf die Ihr Nachbar nicht kommt

Thorsten Schierhorn
von Thorsten Schierhorn, 01.07.2019

Mallorca oder Alpenwandern kann ja jeder, finden Sie? Wie wäre es dann mit ein paar neuen Reisezielen? Überwältigend schön oder schön gruselig, Verlassen oder verzaubernd. Um die Ecke oder am Ende der Welt. Steigen Sie ein, schnallen Sie sich an und los geht unser Ausflug zu außergewöhnlichen Reisezielen, von denen Ihr Nachbar womöglich noch nie etwas gehört hat.

Themen in diesem Artikel

1. Länder-Hopping in Baarle

Grenzmarkierungen auf einem Platz vor einem Café in Baarle
© istock/frikde/2014  Einmal den Stuhl zurückgeschoben, und schon ist man in einem anderen Land. Kein Problem in Baarle.

Grenzgänger haben in diesem 9000-Einwohner-Ort ihre helle Freude. Eben noch in den Niederlanden, ist man in Baarle nach wenigen Metern schon in Belgien und einige Schritte weiter schon wieder in den Niederlanden. Warum? Weil Baarle aus Baarle-Nassau (gehört zu den Niederlanden) und Baarle-Hertog (Belgien) besteht. 

Einzelne Gebiete von Baarle-Hertog sind allerdings sogenannte Exklaven, sprich komplett von Baarle-Nassau umgeben – und umgekehrt. Und damit nicht genug: Zwei der Exklaven von Baarle-Hertog, die von Baarle-Nassau umschlossen sind, umschließen ihrerseits Gebiete von Baarle-Nassau. So gibt es sozusagen Exklaven innerhalb von Exklaven. 

Alles klar? Kein Wunder bei diesem Kuddelmuddel, dass einige Grenzen sogar mitten durch Gebäude verlaufen. Ein Spaziergang durch Baarle ist deshalb ein großer Spaß und öffnet die Augen, wie toll offene Grenzen sein können.

2. Übernachten im Kran in Harlingen

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Wer nach dem Länder-Hopping in Baarle noch etwas Zeit in den Niederlanden verbringen will, braucht eine Übernachtungsmöglichkeit. Wie wäre es da mit dem Kommando-Häuschen eines Hafenkrans? In Harlingen in der Provinz Friesland wartet dort ein Hotelzimmer auf schwindelfreie Übernachtungsgäste. Wer mag, kann das Stahl-Ungetüm je nach Wunsch und Aussicht einmal komplett um 360 Grad drehen.

Mehr Informationen gibt es auf dieser Webseite.

3. Fröhlich über den Friedhof in Rumänien

Bunt bemalte Gräber auf einem Friedhof mit Verzierungen und Personenbildern
© istock/davidionut/2013  Fröhlich und farbenfroh empfängt dieser Friedhof seine (lebendigen) Besucher.

“Schluss mit den immergleichen Gräbern.” So oder so ähnlich könnte der Künstler Stan Ioan Pătraș aus dem rumänischen Săpânța gedacht haben. Und er fing an, die hölzernen Grabstelen auf dem örtlichen Friedhof bunt zu verzieren mit Ornamenten, Bildern und auch mit Versen zum Leben der Verstorbenen.

4. “Auslandsreise” nach Sealand

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Das Fürstentum Sealand ist ein selbsternannter Ministaat vor der Ostküste Englands. Es liegt auf einer ehemaligen Seefestung, die 1967 von einem Ex-Major der britischen Armee besetzt wurde. Er führte eine Fahne, eigene Pässe, den Sealand-Dollar, eigene Briefmarken und vieles mehr ein. Laut Völkerrecht ist Sealand zwar kein “richtiger” Staat. Auch nach dem Tod des Gründers im Jahr 2012 wehten aber weiterhin die Sealand-Fahnen auf der Festung.

5. In Teufels Küche in Turkmenistan

Großes Loch im Wüstenboden, in dem heller Feuerschein zu sehen ist
© istock/Iwanami_Photos/2017  Und er brennt und brennt und brennt: der Krater von Derweze.

Ein Trip durch die Karakum-Wüste in Turkmenistan hält eine besonders feurige Überraschung bereit: das “Tor zur Hölle”, wie der brennende Krater nahe der Ortschaft Derweze genannt wird. Hier waren im Jahr 1971 große Erdgas-Vorkommen gefunden worden. Doch der Boden unter der Bohrplattform brach zusammen, die Höhle mit dem Erdgas lag offen. 70 Meter Durchmesser beträgt der Krater. Damit sich das giftige Gas nicht verbreiten kann, wurde es entzündet – und brennt bis heute.

6. Eiszauber auf Island

Person steht vor dem Eingang einer riesigen Gletscherhöhle
© istock/golfer2015/2018  Bizarre Formationen erwarten den Besucher im Vatnajökull-Gletscher auf Island.

Der Vatnajökull-Gletscher auf Island ist der größte Gletscher Europas. Wenn im Sommer die Wärme das Eis teilweise taut, entstehen einzelne Höhlen voller bizarrer Formationen und Muster. Obendrein färben sich die Höhlenwände in zauberhaftes Blau-Türkis, wie auch das Artikelbild oben zeigt. Aber Vorsicht: Besuchen Sie die Höhlen nur mit einem erfahrenen Führer.

7. Wildwest in Kalifornien

Schrottauto vor verfallenen Holzhäusern
© istock/greta6/2014  Manche Überbleibsel des kalifornischen Goldrausches gibt es noch heute zu besichtigen.

Zu seinen Glanzzeiten Ende des 19. Jahrhunderts lebten in dem Goldgräberort Bodie in Kalifornien (USA) um die 8.000 Menschen. Als der Goldrausch vorbei war, ging es auch mit Bodie bergab. Seit den 1940er-Jahren ist der Ort verlassen. Doch die Häuser stehen noch und teilweise findet man sogar noch Einrichtungsgegenstände darin – eine Art Pompeji der Neuzeit. Wer sich also auf die Spuren der Goldgräber des Wilden Westens begeben will: Auf nach Kalifornien!

8. Alles auf Rot in Panjin/China

Fluss durchzieht rot gefärbte Landschaft
© istock/Riverwill/2017  Rot, so weit das Auge blickt. Eine spezielle Pflanzenart macht es möglich.

Wenn sich bei uns im Herbst die Blätter leicht rötlich färben, legt die Natur auch in China mächtig los. Genauer gesagt: In Panjin, einer Küstenstadt im Nordosten des Landes. Dort in der Nähe wächst die Strand-Sode, ein Strauchgewächs. Im Frühjahr und Sommer noch grün, färbt sich die Pflanze ab September in knalliges Rot – und mit ihr die gesamte Landschaft über eine Länge von rund 30 Kilometern. Allerdings kann man das Naturwunder nur aus der Ferne bewundern: Die Gegend ist Schutzgebiet, allenfalls einen kleinen Teil des “Red Beach” dürfen Besucher betreten.

9. Steinerne Wunder in Shilin/China

Pagode inmitten steil aufragender Felsformationen
© istock/KingWu/2014  Tiefe Schluchten, Grotten und überall meterhohe Steinberge bilden den Steinwald in Shilin.

Bis zu 30 Meter hoch sind die bizarren Sandstein-Formationen im sogenannten “Steinwald” im chinesischen Kreis Shilin. Seit 2007 gehört die Landschaft zum UNESCO-Weltkulturerbe. Trotzdem kann man sie das ganze Jahr durchwandern, Wege und Brücken weisen die beste Route.

10. Unter blauem Regen in Kitakyushu, Japan

© istock/takafumi99/2015  Was so aussieht wie eine gemalte Fantasielandschaft, kann man in Japan ganz real durchwandern.

Blauregen, auch Wisterie oder Glyzinie genannt, ist der Star in einem speziellen Tunnel im japanischen Kitakyushu, einer Großstadt auf der Insel Kyūshū. Rund 150 Glyzinien aus 20 verschiedenen Spezies überwölben dort den Spaziergänger. Der Tunnel ist Teil des Kawachi Fujien Wisteria Garden, in dem die Pflanze noch für viele weitere märchenhafte Eindrücke sorgt.

11. Farbenpracht im Carrera-See/Chile

Höhlen aus farbigem Marmor über einem türkis schimmernden See
© istock/Mehmet_KILIC/2018  Nur per Boot erreichbar, dafür umso spektakulärer: die Marmorhöhlen des Carrera-Sees.

Sechs Jahrtausende lang arbeiteten sich die Wellen durch die Berge rund um den Lago General Carrera an der Grenze von Chile zu Argentinien. Entstanden ist eine einzigartige Höhlenlandschaft, durchzogen von weißem Marmor und voller faszinierender Farben und Muster. Wer in Chile unterwegs ist, sollte auf jeden Fall einen Abstecher hierher machen. Zahlreiche Boote am Ufer warten nur darauf, mit den Touristen durch die einzigartigen Marmorhöhlen zu fahren.

12. Pretty in Pink in Indonesien

Rosa Strand vor malerischer Meereskulisse
© istock/asnidamarwani/2018  Kein Photoshop, dieser Strand ist tatsächlich rosa – und liegt in Indonesien.

Eine malerische Kulisse wie aus einem romantischen Südseefilm findet man nahe der Insel Komodo in Indonesien. Der Clou: Durch die Rückstände kleiner Orgelpfeifen-Korallen ist der Strand rosa eingefärbt. Trotz der spektakulären Optik ist der “Pink Beach” an manchen Abschnitten fast menschenleer.

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