Frau bezahlt am Tisch im Restaurant einen Salat, indem sie ihr Handy über ein Lesegerät hält.
Bezahlen

Zahlen via Smartphone: 7 Apps, mit denen Mobile Payment heute schon geht

Bianca Sellnow
von Bianca Sellnow, 07.03.2019

Eigentlich wollten Sie nur schnell im Supermarkt eine Cola und Kaugummis kaufen. Doch dann wühlen Sie an der Kasse erst nach dem Geldbeutel und dann nach Kleingeld. Mit einer Wallet-App können Sie sich das künftig sparen. Denn damit wird Ihr Handy zum Portemonnaie, mit dem Sie es immer passend haben. Aber wie funktioniert das Bezahlen mit Smartphone und was kann welche Wallet-App? Hier erfahren Sie es.

 

Themen in diesem Artikel

Vorab geklärt: So funktioniert eine Wallet-App

Bevor Sie im Supermarkt oder auch an der Tankstelle mit dem Handy bezahlen können, müssen Sie eine Wallet-App einrichten. Und das geht so: Sie laden die Anwendung herunter, registrieren sich in der App und geben Ihre Bankdaten ein. Danach hinterlegen Sie das gewünschte Zahlungsmittel. Meistens ist das eine Kreditkarte. Bei manchen Wallet-Apps können Sie aber auch beispielsweise über Ihr Paypal-Konto bezahlen.

Shoppen ist dann ganz einfach: Sie halten das Smartphone an der Kasse an ein Lesegerät, schon ist Ihr Einkauf bezahlt. Das gilt für alle Wallet-Apps – jedenfalls bei kleineren Beträgen. Geht der Einkauf über einen geringen Betrag wie 20-30 Euro hinaus, verlangen viele Apps zu Ihrer Sicherheit das Eingeben einer PIN.

Die meisten Wallet-Apps nutzen eine dieser Techniken

Die meisten Wallet-Apps nutzen eine dieser Techniken

NFC (Near Field Communication): Sie halten das Handy irgendwo direkt an das Lesegerät. Den Einkauf bezahlt die Wallet-App dabei automatisch oder nach Eingabe einer PIN.

Code: Hierbei zeigt Ihr Handy einen Code an, zum Beispiel einen QR-Code. Diesen halten Sie vor den Scanner an der Kasse, um zu bezahlen.

Klingt einfach, ist es auch. Es gibt nur einen kleinen Haken: Nicht alle Geschäfte lassen das Bezahlen mit Handy zu. Aber vor allem größere Händler und Ketten erlauben das kontaktlose Bezahlen über NFC (siehe Kasten oben).

Payback Pay: Ist praktisch für Punktesammler

“Sammeln Sie Payback-Punkte?” Wenn Sie diese Frage an der Kasse nervt, sollten Sie die Wallet-App vielleicht besser meiden. Alle anderen können damit gleichzeitig bezahlen und Punkte sammeln. Die App gibt es für Android und iPhone. Ungewöhnlich ist außerdem: Die Wallet-App hat ein TÜV-Zertifikat. Bezahlen können Sie damit bei Aral, dm, Galeria Kaufhof, Rewe, Alnatura, Tee Gschwendner, Thalia und Penny.

VIMpay: Bezahlt auch mit Anhänger und Uhr

Diese Wallet-App können Sie mit Android und iPhone nutzen. Das Besondere: Die Anwendung lässt sich auch mit einer Smartwatch verwenden. Oder Sie benutzen stattdessen den speziellen Chip von VIMpay, den Sie zusätzlich kaufen und beispielsweise an einem Schlüsselanhänger oder Armband befestigen. Einziger Haken ist, dass die Anwendung nur mit einer Mastercard prepaid funktioniert. Die müssen Sie aufladen, bevor Sie damit bezahlen können.

Mann tippt auf Smartwatch am Handgelenk, auf der ein Dollar-Zeichen zu sehen ist
© iStock/TARIK KIZILKAYA/2017  Über Google Pay und VIMpay können Sie auch mit einer Smartwatch bezahlen.

Google Pay: Erweitert Google-Angebot für Android

Google ist sowieso schon Ihr ständiger Begleiter? Dann können Sie mit Ihrem Android-Handy darüber jetzt auch noch bezahlen. Einfach im Play Store herunterladen, anmelden, Kreditkarte hinzufügen und los geht's. Das gilt allerdings nur, wenn Sie Kunde bei Commerzbank, N26, comdirect oder dem Bezahldienst boon sind.

Dafür hat die App einen großen Vorteil: Sie soll in allen Geschäften einsetzbar sein, in denen kontaktloses Bezahlen möglich ist. Und Sie können damit ebenso gut über eine Smartwatch bezahlen. Ein weiteres Plus:  Die Wallet-App ermöglicht es zusätzlich Punkte und Prämien zu sammeln.

KlarMacher-Video: NFC einfach erklärt

Klicken Sie hier, um die Inhalte von YouTube anzuzeigen.

Meine Zustimmung kann ich jederzeit unter Datenschutz widerrufen.

© Youtube/simpleshow 

Apple Pay: So zahlen alle Apfel-Jünger mit dem Smartphone

Apple Pay hatte im Herbst 2018 nach langem Warten seinen Weg nach Deutschland gefunden. Auch dieses Bezahlsystem läuft über die Wallet-App, die auf dem iPhone vorinstalliert ist. Um Apple Pay zu benutzen, benötigen Sie eine Kreditkarte, die für Apple Pay “zugelassen” ist. Dazu gehören u. a. die Kreditkarten von der Hanseatic Bank, boon, comdirect, N26, der Deutschen Bank und American Express.

Bezahlen können Sie mit Apple Pay nach dem Einrichten auf Ihrem Smartphone in diversen Supermärkten, Restaurants oder auch Hotels. Darunter sind der Apple Store, Aldi Nord und Süd, Aral, Burger King, backwerk, Conrad, Kaufland, H&M, Lidl, dm und viele mehr. Außerdem funktioniert Apple Pay überall dort, wo Sie auch mit NFC bezahlen können.

Das Besondere bei Apple Pay: Der Bezahldienst lässt sich neben dem iPhone auch mit Ihrem iPad oder der Apple Watch verwenden.

Übrigens: Die Einrichtung ist auch über die Hanseatic Bank App möglich. Tippen Sie dafür einfach in der App auf den Button "Apple Pay konfigurieren" (im Bereich "Meine Kreditkarte" oder unter "Konto" > Umsätze) und folgen Sie den Anweisungen.

 

Mann hält Handy mit geöffneter Wallet-App über ein Lesegerät.
© iStock/ersinkisacik/2016  In der Wallet-App speichern Sie Bankdaten, die beim Bezahlen abgerufen werden.

Samsung Pay: Läuft auf neuen Handys des Herstellers

Nur, wer eins der jüngeren Handys von Samsung hat, kann diese Wallet-App nutzen. Ab dem Galaxy S6 und dem Galaxy A5 steht es für viele Geräte im Play Store zur Verfügung.

Speziell an der App: Das Bezahlen funktioniert mit NFC und MST (Magnetic Secure Transmission). MST ist eine ältere Technik, bei der die Zahlkarte einen Magnetstreifen imitiert. Damit können Sie angeblich auch überall dort bezahlen, wo ein einfaches Kartenlesegerät vorhanden ist.

Samsung verrät auf der Webseite zur Wallet-App aber nicht, welche Partnerbanken in Deutschland daran teilnehmen. Fragen Sie am besten bei Ihrer Bank nach, ob sie die App unterstützt.

Wie sicher ist das Bezahlen mit App?

Wie sicher ist das Bezahlen mit App?

Alle Wallet-Apps versenden die Zahlungsdaten über eine verschlüsselte Verbindung. Bei größeren Beträgen gibt die zusätzliche Eingabe der PIN weitere Sicherheit. Selbst wenn einmal jemand anderes auf Ihr Handy zugreift, kann er deshalb in der Regel nur wenig Geld ergaunern. Aufpassen sollten Sie natürlich trotzdem und bei einem Verlust sofort Ihre Bank informieren. Die Bank kann dann das Zahlungsmittel, das Sie in der App nutzen, sperren und unerlaubte Abbuchungen verhindern.

Kwitt und Finanzassistent: Banken bieten eigene Wallets

Die Sparkasse hat die eigene Bezahl-App Kwitt ins Leben gerufen, die für Android und iPhone verfügbar ist. Vorteil für Kunden: Sie bezahlen damit nicht nur mobil, sondern haben mit der Anwendung zudem Ihr gesamtes Konto im Blick. Auch Überweisungen und Daueraufträge sind damit möglich.

Die Postbank bietet ihre App Finanzassistent nur für Kunden mit Android-Handy an. Er bringt ebenfalls die meisten Funktionen des Online-Bankings auf das Smartphone. Dazu bietet die App aber ein weiteres Highlight: Beispielsweise Überweisungen lassen sich über eine Spracheingabe anlegen.

Kontaktlos bezahlen geht auch mit Karte

Kontaktlos bezahlen geht auch mit Karte

Mit NFC können Sie nicht nur über eine Wallet-App einfach und kontaktlos bezahlen. Auch die meisten Bank- und Kreditkarten sind dazu heute fähig. Dazu zählen auch die Kreditkarten der Hanseatic Bank.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

13
1
nach oben