Eine Urlauberin verlässt das Flughafenterminal mit Gepäck
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Trinkgeld: Wie viel ist im Ausland üblich?

Porträt Thomas Stuwe
von Thomas Stuwe, 06.03.2020

Glückwunsch! Kaum sind Sie mit dem Flieger im Ausland gelandet, haben Sie gleich ein Taxi bekommen. Prompt wird auch das erste Trinkgeld fällig. Läuft das so wie zu Hause? Oder bestehen in beliebten Reiseländern wie zum Beispiel den USA oder Italien andere Gewohnheiten? Kein Problem für Sie. Sie geben nicht zu wenig Trinkgeld, schonen aber auch Ihr Portemonnaie. Denn wie viel wo üblich ist, zeigen wir Ihnen hier.

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USA: Kein Essen gehen ohne „tip“

Die Löhne in der Gastronomie sind in den USA sehr niedrig. Die Servicekräfte sind deshalb aufs Trinkgeld (dort „tip“ genannt) als „Belohnung“ angewiesen. 15 bis 20 Prozent Trinkgeld sind darum geradezu ein Muss. Wenn Sie mit dem Service besonders zufrieden waren, darf Ihr Trinkgeld gern auf 25 Prozent oder mehr steigen. Dafür haben Sie auch die Freiheit, das Trinkgeld zu kürzen, wenn Sie mal unzufrieden sind. In Fastfood-Restaurants müssen Sie kein Trinkgeld geben. Ausnahme: Wenn Sie auch hier am Tisch bedient wurden. Dann lassen Sie 1 bis 2 Dollar dort liegen.

Aber nicht nur in der Gastronomie freut man sich über einen tip:

  • Im Hotel wird von Ihnen 1 Dollar pro Übernachtung vom Zimmermädchen erwartet.
  • Bei Taxifahrten sind 15 Prozent okay.
  • Für den Service, dass Ihr Auto geparkt oder aus der Garage gefahren wird, sind 5 Dollar üblich.
  • Wenn Sie sich freuen, dass Ihnen vom Supermarkt die Einkaufstüte zum Auto gebracht wird, geben Sie 1 bis 2 Dollar.
  • Wenn Sie eine Touristenführung mitmachen, geben Sie dem Tourguide 10 Dollar.
  • Und sollten Sie auf Ihrer Reise einen Friseur aufsuchen, sind 15 Prozent und mindestens 1 Dollar der richtige Betrag.

Ganz auf das Trinkgeld können Sie an der Tankstelle verzichten.

Eine Kellnerin steckt ihr Trinkgeld in ein Sammelglas
© istock/SDI Productions/2017  In Ländern wie den USA sind die Löhne niedrig und ein Trinkgeld ist deshalb besonders gern gesehen.

Italien: Wenn schon Trinkgeld, dann in bar

In Restaurants werden Sie oft erleben, dass auf der Rechnung der Posten „coperto“ steht. Das ist eine Pauschale für Leistungen wie Tischdecke, Besteck und Brot. Ein Trinkgeld (italienisch „mancia“) ist damit zwar nicht gemeint, trotzdem ist es eher unüblich. Wenn Sie besonders zufrieden waren, lassen Sie am besten ein paar Münzen auf dem Tisch liegen. Den Rechnungsbetrag aufzurunden ist bestenfalls in Touristenorten bekannt. Ein Italiener käme nicht auf diese Idee.

Sehr wichtig: Auch wenn Sie sich nur eine Kugel Eis kaufen, nehmen Sie bitte die Rechnung mit! Und die bitte erst in die Mülltonne werfen, wenn Sie sich einige Straßen entfernt haben! Die italienischen Beamten überprüfen tatsächlich bei Straßenkontrollen, ob Sie eine Rechnung erhalten haben. 

Sollten Sie bei Ihrem Aufenthalt in einem Hotel übernachten, freut sich das Zimmermädchen über 5 Euro pro Woche. Im Taxi reicht es aus, wenn Sie den Fahrpreis auf einen glatten Euro aufrunden.

Junge Frau bekommt ihren Kaffee über den Tresen vom Barmann
© istock/skynesher/2016  An der Bar entsteht durch Ihr Trinkgeld gleich auf beiden Seiten des Tresens Freude.

Andere Länder, andere Sitten: So viel Trinkgeld gibt man in den anderen Reiseländern

Mal ein hohes Trinkgeld wie in den USA, mal eher wenig wie in Italien: Die Kulturen sind eben verschieden. Wie sieht es im Rest der Welt aus? Blicken wir auf weitere beliebte Reiseländer der Deutschen:

  • Spanien: Trinkgeld ist dort nicht so verbreitet wie in Deutschland, aber natürlich trotzdem gern gesehen. 10 Prozent sind eine angemessene Belohnung, wenn Sie zufrieden waren. Wenn Sie versuchen aufzurunden, ernten Sie dort allerdings ein Schmunzeln. Wie in Italien lassen Sie auch hier einfach ein paar Münzen auf dem Teller liegen.
  • Großbritannien: Dort sind Sie mit 10 bis 15 Prozent auf der richtigen Seite.
  • Frankreich: Auch dort sind 10 bis 15 Prozent der übliche Rahmen.
  • Griechenland: Ihr Trinkgeld wird geradezu erwartet. Im Restaurant sind 10 Prozent üblich. In Tavernen oder im Taxi genügt es, wenn Sie aufrunden. Falls Sie sich beim Zimmerpersonal bedanken möchten, nehmen Sie 1 Euro pro Nacht als Orientierungshilfe.
  • In Ägypten, Marokko und Tunesien sind als „Gabe“ 10 Prozent Trinkgeld angemessen.
  • In Australien und Neuseeland sind bei gutem Service ebenfalls 10 Prozent gern gesehen.
  • In Thailand sind im Restaurant 5 bis 10 Prozent der Rechnungssumme passend. Im Taxi sollte das Trinkgeld aber 20 Baht nicht übersteigen.

Das beliebteste Reiseland der Deutschen ist übrigens: Deutschland. Was hierzulande angemessen ist, lesen Sie im Artikel “Kleiner Bonus? Großer Bonus? Wie viel Trinkgeld ist richtig?”.

Ein Taxifahrer wird am Fahrziel bezahlt und erhält auch ein Trinkgeld
© istock/andresr/2015  Nicht überall freut man sich über ein Trinkgeld. Teilweise ist es sogar verpönt.

In diesen Ländern geht es auch ohne Trinkgeld

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, so der Volksmund. Beim Trinkgeld gibt es davon im Ausland allerdings Ausnahmen:

  • China: Es gibt dort einfach keine Trinkgeld-Tradition. Teilweise wird es sogar als Beleidigung aufgefasst. (Ausnahme sind internationale Hotelketten)
  • Japan ist rigoros. Dort wird die Entgegennahme von Trinkgeldern sogar als würdelos betrachtet.
  • In Norwegen, Finnland und Dänemark sind Trinkgelder eher unüblich. Eine Ausnahme in Skandinavien ist Schweden. Dort reichen aber bereits einige Kronen völlig aus.

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