Zurück zu Kerzenlicht und Lagerfeuer?

26.07.2011 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Strom sparen © by-studio-Fotolia.comSolar oder Wind, Kohle oder Wasser – vom Fachgremium bis zum Stammtisch wird die Energiewende diskutiert. Unabhängig vom Ausgang der Debatte wird die Begrenzung des Energieverbrauchs notwendig sein. Denn die umweltfreundlichste Energie ist diejenige, die gar nicht verbraucht wird. Obwohl die privaten Haushalte nur knapp 30 % des gesamten deutschen Energieverbrauchs bestreiten, lohnen sich auch hier Einsparanstrengungen. Bedeutet doch jede eingesparte Kilowattstunde bares Geld für die Verbraucher.
Der Mythos, dass Strom sparen Verzicht bedeutet, ist längst überholt. Bis zu 25 % ihres Energieverbrauchs können private Haushalte einsparen, ohne auf Komfort oder Arbeitserleichterungen zu verzichten, wenn sie die Einsparpotenziale entdecken und richtig ausschöpfen. Zudem ist Strom die teuerste Energieart. Im Durchschnitt ist der Stromverbrauch für ein Drittel der Energiekosten eines Haushaltes verantwortlich, obwohl er nur ca. 11 % (2009 lt. BMWT) des Gesamtenergieverbrauches ausmacht. Grund genug, über den eigenen Umgang mit Energie nachzudenken.

Oft sind es ganz einfache Dinge oder Verhaltensroutinen, die bereits zu Einspareffekten führen: Standby-und Leerlaufverluste vermeiden, energieeffiziente Geräte einsetzen, Töpfe zudecken, Restwärme von Herd und Backofen nutzen, Kühlschrank regelmäßig enteisen usw. Es gibt lange Listen von Empfehlungen für alle Bereiche des Haushalts, z. B. auf den Ratgeberseiten vieler Stromanbieter und Berater. Wie hoch die Energieverluste im eigenen Haushalt wirklich sind und welche Geräte sich als echte Stromfresser entpuppen, weiß kaum jemand aus dem Hut.

Wer richtig sparen will, beginnt am besten mit einer systematischen Analyse seiner Stromverbraucher. Wie viele grüne Lämpchen leuchten denn überhaupt an Ladegeräten für Handy, iPad oder Laptop? Welche Geräte sind im Standby-Modus und wie viel Strom verbrauchen sie dann?
Internet-Portale wie www.klima-sucht-schutz.de oder www.dena.de (Deutsche Energieagentur) geben einen guten Leitfaden für die Analyse. Neben vielen hilfreichen Tipps, Links und wissenswerten Hintergrundinformationen rund um Energie im Haus, bieten die Seiten interaktive Checks, mit denen man überprüfen kann, ob vielleicht der eigene Kühlschrank ein Stromfresser ist oder wie hoch die Standby-Verluste sind. Die Tools zeigen die größten Stromverbraucher und errechnen, welche Maßnahmen wie viel sparen. Bevorzugen Verbraucher ein persönliches Beratungsgespräch, sind die Energieberatungsstellen der Verbraucherzentralen der richtige Anlaufpunkt. Erfahrene Energieberater geben telefonisch oder persönlich Antwort auf alle Fragen in Sachen Energie, von Stromsparen, über Wärmedämmung bis hin zu Solaranlagen. www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.

Nach der Analyse des Verbrauchs stellt sich die Frage, was davon wirklich notwendig ist. Muss der Espresso-Automat den ganzen Tag eingeschaltet sein? Ist es notwendig, dass Faxgerät, Drucker, Fernseher und DVD-Spieler rund um die Uhr betriebsbereit sind? Trocknet die Wäsche auf der Leine nicht genauso gut? Oft steht hier die Bequemlichkeit dem stromsparenden Verhalten im Weg. Dabei ist es gar nicht so schwer, den Akku nach Abschluss des Ladevorgangs aus der Steckdose zu ziehen oder das Licht beim Verlassen eines Raumes auszuschalten. Manchmal muss man auch ein Vorurteil verwerfen und akzeptieren, dass z.B. Wäsche auch bei 40 oder 60 statt 90 Grad hygienisch sauber wird.

Zu guter Letzt ist zu überlegen, wie man die tatsächlich benötigten elektrischen Geräte am besten stromsparend betreibt. Manche Tricks sind einfach und sehr kostengünstig umzusetzen. Eine schaltbare Steckdosenleiste, mit deren Hilfe man leicht alle Geräte vom Netz trennen kann, gibt es schon für wenige Euro. Soll tatsächlich ein Stromfresser durch ein moderneres Gerät ersetzt werden, lohnt es sich, auf die Energieeffizienz zu achten. Die meisten Elektrogeräte müssen mit dem Energieeffizienz-Label der EU gekennzeichnet sein. Das Label enthält alle wichtigen Informationen zu Verbrauch und Leistungsmerkmalen einer Gerätegruppe und sorgt damit für einfache Vergleichbarkeit. Für die Beleuchtung wird die Energiesparlampe ohnehin schrittweise zum Standard. Im Gegensatz zu ihren Anfängen sind die Lampen heute in verschiedenen Lichtqualitäten und Formen im Handel. Der Schadstoffgehalt unterliegt Grenzwerten aus der EU-Richtlinie. Produkte hoher Qualität erreichen nach kurzer Zeit ihre volle Leuchtkraft und haben trotz häufiger Schaltvorgänge eine vielfach längere Lebensdauer.

Kerzenlicht und Lagerfeuer können auch weiterhin dem Campingurlaub vorbehalten bleiben, der sparsame Umgang mit Energie sollte allerdings Routine werden, denn der Energiepreis hat die Tendenz zu steigen.

Schlagwörter: Energie sparen, Energieeffizienz, Energieverbrauch im Haushalt

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