Wohnungsnot nicht flächendeckend?

25.09.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Viele Suchende, wenig Wohnungen - dieses Bild trifft nicht überall zu.Eine flächendeckende Wohnungsnot zeichnet sich in Deutschland nicht ab. Lediglich in Metropolen bestehen bereits Nachfrageüberhänge, die zu Preisanstiegen führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Hypothekenbank.

Dagegen lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des Pestel-Instituts, der Mietwohnungsbau müsse verdoppelt werden und auf mindestens 130.000 neue Wohnungen pro Jahr ansteigen, damit sich der Mangel an Wohnungen zumindest nicht weiter vergrößert. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes wurde im Jahr 2011 schon 21,7 Prozent oder 40.700 Wohnungen mehr genehmigt als im Jahr 2010.

Eine Wohnungsnot liegt vor, wenn Mieter nicht in der Lage sind, bezahlbare Wohnungen am Markt zu finden. Prof. Dr. Günter Vornholz, Leiter der Markt-Analyse der Hypothekenbank, erläutert: „Die Wohnkosten sind 2011 aufgrund höherer Energiepreise zwar um gut drei Prozent gestiegen. Allerdings haben sich gleichzeitig die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte positiv entwickelt. Zudem spricht eine im Jahr 2010 zuletzt ermittelte Leerstandsquote von 8,4 Prozent gegen eine allgemeine Wohnungsnot.“

Ein differenziertes Bild ergibt sich bei regionaler Betrachtung: Während in demografisch schwachen Gebieten weitere Preis- und Mietrückgänge zu erwarten sind, übertrifft die Nachfrage in Groß- und Universitätsstädten bereits jetzt deutlich das Angebot. Dort reichen die Baufertigstellungen nicht aus, um den steigenden Bedarf an Wohnungen zu decken. Preisanstiege sind die Folge, so dass es für die Bezieher geringerer Einkommen schwerer wird, bezahlbare Wohnungen zu finden. „Kurz- bis mittelfristig wird sich dieser Trend fortsetzen und damit partiell auch zu einer verschärften Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt führen“, blickt Vornholz voraus.

Bildrechte: adisa – Fotolia.com

Schlagwörter: Nachfrageüberhang, Preisanstieg, Wohnungsnot, Wohungssuche

RSS Artikel abonnieren (RSS)
Twitter Folge uns auf Twitter
Newsletter Newsletter abonnieren