Wohnkosten belasten das Einkommen

30.07.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Wohnkosten bilden einen Großteil der monatlichen Ausgaben © Alterfalter - Fotolia.comDer Immobilienverband IVD präsentiert erstmals eine sogenannte Wohnkostenkarte. Darin werden die Durchschnittsmieten in den TOP-10-Städten Deutschlands ins Verhältnis mit den Einkommen gesetzt.

Bei einem Vergleich der Zahlen von Berlin und München müsste man eigentlich vermuten, dass das Wohnen in München übermäßig teuer ist. Die Nettokaltmiete für eine 70 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung mittleren Wohnwerts beträgt in Berlin durchschnittlich 6,20 Euro pro Quadratmeter und Monat, in München dagegen 10,70 Euro. Doch auf Grund des unterschiedlichen Durchschnittsnettoeinkommens beträgt die durchschnittliche Wohnkostenbelastung in Berlin 23 Prozent und in München 23,7 Prozent. Der Unterschied ist also geringer als gedacht.

Aus der IVD Wohnkostenkarte ergibt sich ein relativ homogenes Deutschland-Bild. Die Wohnkosten von Mietern betragen in den meisten der dargestellten Städte etwa 20 Prozent oder liegen nur leicht darüber. Nach Auskunft des statistischen Bundesamtes gaben die privaten Haushalte – Mieter und Eigentümer – in Deutschland (Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008, neuere Daten gibt es 2013) für den Bereich Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung fast ein Drittel ihres Konsumbudgets aus. Das war der größte Position der Konsumausgaben. Diese Aussage gilt gleichermaßen im früheren Bundesgebiet wie auch in den neuen Ländern.

Auch Banken berücksichtigen bei der Finanzierung eines Eigenheims, wie hoch der Anteil der Wohnkosten am Gesamteinkommen eines Haushaltes ist. Die Ermittlung der persönlichen finanziellen Belastungsgrenze ist einfach: Vom monatlichen Einkommen werden alle monatlichen Ausgaben abgezogen. Die Differenz ist die Summe, die für die Tilgung der Hypothek zur Verfügung steht. Wer vorher zur Miete wohnte, spart zwar die Mietzahlungen, muss aber weiterhin Nebenkosten bezahlen, die heute vielerorts ebenso hoch wie die Nettokaltmiete sind. Immobilieneigentümer sind oft bereit, einen höheren Wohnkostenanteil zu akzpetieren. Eine Faustregel lautet, dass die Gesamtwohnkosten 40 Prozent des Haushaltseinkommens nicht übersteigen sollten.

Schlagwörter: Miete, Wohnkosten, Wohnkostenkarte

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