Wo hat die Weihnacht ihren Ursprung?

14.12.2010 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Geschenk © Carmen Steiner - Fotolia.comWeihnachten – das Fest der Liebe und der Familie. In vielen Ländern wird dieses hohe christliche Fest in der Zeit um den 24. Dezember gefeiert. Wobei die Feste und Gebräuche durchaus regionale Unterschiede aufweisen. Ihren Ursprung haben jedoch alle in alten heidnischen Zeremonien und winterlichen Riten.

Die Geschichte über die Geburt Jesus Christus im Stall zu Bethlehem kennt wohl jeder christlich erzogene Mensch. Weniger bekannt sind die Ursprünge, die hinter so manchem Weihnachtsbrauch stecken. Die frühchristliche Kirche machte sich viele althergebrachte Rituale zu nutze, um bei der Christianisierung der heidnischen Bevölkerung mehr Akzeptanz für ihre Feiertage zu erlangen.
Fern vom römischen Reich, im dunklen, eisigen Norden – in den Ländern der Kelten, Germanen, Lappen, Finnen, Dänen und Hunnen – beschwor man schon seit Urzeiten mit lodernden Feuern in großen Hallen alljährlich durch bestimmte Zeremonien die Wiedergeburt der Sonne. Die Menschen bekränzten sich und ihre Häuser mit Zweigen von Stechapfel, Efeu, Mistel und Tanne – jenen Pflanzen, die den Winter überdauern und deshalb magische Kräfte besaßen. Man hielt Zechgelage ab und brachte den Göttern der Finsternis Opfer dar. Für die Wiederkunft der Sonne und die Fruchtbarkeit der Erde starben Tiere und mitunter auch Menschen.

Das Feuer stand im Mittelpunkt aller Winterbräuche. Es war der Bruder der Sonne; strebte es doch stets dem Himmel entgegen. Riesige Wintersonnwende-Feuer brannten auf den Hügeln Irlands und Schottlands, auf den Berggipfeln in Frankreich und Deutschland und in den Versammlungshallen der nordischen Könige. Wenn die von Rom beherrschten Länder im Bereich des Mittelmeeres ihren festlichen Winterschmaus abhielten, steckte man Wachskerzen an. Ursprünglich hieß dieses Fest Bruma (Wintersonnwende); später erhielt es dann die Bezeichnung Saturnalia. Die Geschichtsschreibung meint, die erste Weihnachtsfeier sei eine Reaktion zur Römischen Sonnenwende gewesen. Ein Erntefest, das die Wintersonnenwende kennzeichnete – die Rückkehr der Sonne. Zudem ehrte man Saturn, den Gott der Saat, daher auch der Name Saturnalia. Es war eine Zeit der Tafelfreuden, man trug grüne Zweige, das Symbol der Lebenskraft, und beschenkte sich gegenseitig.

Datum und Charakter der Winterbräuche und -zeremonien unterschieden sich von Land zu Land. Bei manchen Völkern spielten sich die wichtigsten Feste Anfang November ab, so etwa bei den Kelten, deren Winterzeit Samain, am ersten November, begann. Die Skandinavier feierten ihr Julfest ursprünglich ebenfalls im November. Andere Bräuche verteilten sich über die letzten beiden Monate des Jahres. Sie alle standen in enger Verbindung mit der großen Wende der Natur, die ihren Höhepunkt an dem Tag erreichte, da die Sonne ihren kürzesten und kraftlosesten Auftritt am Himmel hatte, dem heutigen Winteranfang am 21. oder 22. Dezember.

All diese Rituale verschmolzen schließlich im christlichen Weihnachtsfest, und auch wenn die Ursprünge sich meist verwischten, so blieben doch Spuren der alten Kulte erhalten. Sie finden sich in der Vorliebe für Kerzenschein, im festlichen Mahl und in der Wahl der Speisen, in Girlanden aus Stechpalmen und Tannengrün, im Schmücken des Weihnachtsbaumes und im gegenseitigen Beschenken – ja, sie klingen sogar noch in den Worten der Weihnachtslieder an. Das Kind, das sie Gottessohn und Sonne der Gerechten nannten, verhieß Erlösung von der Finsternis und Hoffnung auf das ewige Leben. Sein Geburtsfest mitten im Winter schuf eine Brücke zwischen dem alten und dem neuen Glauben und unterstrich die Bindung des Menschen an den Kreislauf der Natur.

Weihnachten hat in vielen Ländern seine ganz eigenen Figuren hervorgebracht. In Norwegen und Dänemark zum Beispiel bringen Hausgeister, die sogenannten Julnissen, die das Jahr über in Speichern und Scheunen leben, die Weihnachtsgaben. Sie tauchen am Heiligen Abend auf und verstecken die Geschenke. Eine weit verbreitete Weihnachtsgestalt ist Sankt Nikolaus. Am Vorabend des 6. Dezember hört man sein Pferd über die Hausdächer trappeln. Er füllt die Schuhe der Kinder mit Gaben. In Italien reitet in der Nacht zum 6. Januar – dem Epiphanias-Fest – eine uralte Frau namens Befana auf einem Besenstiel durch die Lüfte. Sie kommt durch den Kamin und bringt den braven Kindern Geschenke, den Bösen Kohlestückchen.

Zu den deutschen Kindern kommt am Heiligen Abend das Christkind vom Himmel herab, um ihnen Backwerk und Spielsachen zu bescheren. Dargestellt wird das Christkind als Engel oder als schönes, blondlockiges Kind. In Rußland zieht am Heiligen Abend eine weiß gekleidete Fee mit einem Schlitten von Haus zu Haus. Die Dorfkinder singen ihr zu Ehren Weihnachtslieder, und Koljada belohnt sie mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken. Im „Multi-Kulti-Land“ Amerika haben sich viele der oben genannten Figuren vermischt. So reist hier am Heiligen Abend Santa Claus mit seinem Schlitten, gezogen von seinen neun getreuen Rentieren, über den Himmel. Er schlüpft ebenfalls durch den Kamin und füllt die sorgfältig aufgehängten Kindersocken mit Spielzeug, das seine Elfen am Nordpol das Jahr über dort gefertigt haben.

Der geschmückte Tannenbaum wurde in aller Welt zum Symbol des Weihnachtsfestes. Er geht zurück auf den Weltenbaum der altnordischen Sagen, auf das Grün, mit dem bereits die Römer ihre Häuser schmückten, und auf die Obstzweige, die man in Süddeutschland und Tirol in die Stube holte.

Aber egal wo Weihnachten seinen Ursprung hat, es ist und bleibt eines der schönsten Feste des Jahres, das es lohnt mit seinen Lieben, Freunden und Verwandten zu feiern – Frohe Weihnachten!

Schlagwörter: Sonne, Tannenbaum, Weihnachten, Wintersonnwende

RSS Artikel abonnieren (RSS)
Twitter Folge uns auf Twitter
Newsletter Newsletter abonnieren