Wie wohnen wir im Alter?

12.09.2013 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Älteres EhepaarLängst hat es sich herumgesprochen: Deutschland wird weniger, älter und bunter. Diese Entwicklung bezeichnet den demografischen Wandel, in dem Schrumpfung und Alterung die zentralen Begriffe sind.

Die Biografien der Menschen ändern sich und mit ihnen die Art und Weise, wie sie im Alter leben wollen. Nicht immer stehen Krankheit und Pflege im Mittelpunkt. Viele Menschen erreichen ein hohes Alter bei bester Gesundheit und haben individuelle Vorstellungen davon, wie sie diesen Lebensabschnitt gestalten wollen.

Schon jetzt fehlen vielerorts altersgerechte Wohnungen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Auch zukünftig wird der Bedarf an altersgerechten Wohnungen größer sein als der vorhandene Bestand.

Die Anforderungen an die Wohnungsversorgung gehen dabei über die Bereitstellung alterstauglicher Wohnungen hinaus. Gefragt sind auch ein barrierefreies Wohnumfeld, eine wohnortnahe Infrastruktur und soziale Angebote im Stadtteil. Vollkommene Barrierefreiheit nachträglich in einem Altbau herzustellen, ist allerdings oft nicht realisierbar. Daher sind auch pragmatische und kostengünstige Lösungen unterhalb eines formalen Standards gefragt.

Eine zunehmende Bedeutung gewinnt auch das nachbarschaftliche Wohnen im Alter. In Deutschland werden zurzeit viele Wohnprojekte durch ältere Menschen auf den Weg gebracht und Initiatoren schaffen sich so eine Alternative zu dem oft wenig selbstbestimmten Umzug in eine stationäre Einrichtung. Die neuen, jungen Alten planen den letzten Lebensabschnitt oft ganz bewusst, solange noch leicht neue Kontakte aufgebaut und Aktivitäten gestartet werden können. Bei der Planung können aber auch andere Zielgruppen als Senioren berücksichtigt werden, zum Beispiel Familien mit Kindern, denen Barrierefreiheit und ein funktionierendes soziales Umfeld ebenfalls zugute kommt.

Das Interesse an Projekten, in denen gemeinschaftliche Wohnformen realisiert werden können, rückt immer mehr in den Vordergrund. Dabei sind auch Konzepte für selbst nutzende Eigentümer gefragt. In vielen Städten gibt es inzwischen Gemeinschaftsprojekte, die auch darüber beraten, auf welche Weise Senioren sich in die altersgerechte Entwicklung ihres Stadtquartiers einbringen können.

Bildrechte: contrastwerkstatt - Fotolia.com

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