Vorbeugen ist besser als Heilen

09.11.2011 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Vorbeugen ist besser als Heilen © rcx-Fotolia.comPlötzlich gibt der PC komische Geräusche von sich, zeigt alarmierende Meldungen und ungewöhnliches Verhalten. Der Nutzer sieht buchstäblich schwarz? Nein, blau! Was auch immer passiert ist, sämtliche Familienfotos, die gesamte Korrespondenz, die Musiksammlung, das Filmarchiv und alle anderen eigenen Dateien auf der Festplatte sind nicht mehr zugänglich. Eine Katastrophe für jeden Anwender. Der kluge PC-Nutzer baut vor und bedient sich einer der vielen Möglichkeiten zur zuverlässigen und regelmäßigen Datensicherung.

Bei der Vielfalt der Ursachen für Datenverlust und dem Ausmaß seiner Folgen lohnt es, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine der eigenen Nutzung angepasste Sicherungs- und Wiederherstellunsstrategie zu entwickeln und zu installieren.

Wer nur gelegentlich Briefe schreibt und seine Fotos archiviert, hat mit dateiweisem Kopieren seiner persönlichen Dokumente per Hand auf einen externen Datenträger in regelmäßigen Abständen schon vorgesorgt. Meist wird der PC aber viel umfangreicher genutzt und den persönlichen Bedürfnissen angepasst, so dass es sinnvoll ist, einen Spiegel der Festplatte zu erzeugen, d. h. auch Betriebssystem, Konfigurations- und Programmdateien zu sichern. Das bedarf der systematischen Unterstützung durch spezielle Sicherungssoftware. In modernen Betriebssystemen sind bereits Backup-Programme vorinstalliert, die für die Sicherungen und einfache Wiederherstellung von Daten gut geeignet sind.
Backup-Software von Drittanbietern z. B. Acronis, Paragon oder Symantec bietet oft höhere Funktionalität und mehr Bedienkomfort. Für den Privatanwender gibt es gute Softwarepakete für alle Betriebssysteme und Anforderungen schon für relativ wenig Geld oder sogar als kostenlose Alternative.

Für die sichere Aufbewahrung der Backups verwendet man externe Speichermedien wie DVD, CD-ROM, USB-Sticks, Speicherkarten oder externe Festplatten, die am besten räumlich getrennt von den zu sichernden Daten aufbewahrt werden. Eine Lösung für die Ewigkeit ist das aber nicht, denn physische Speichermedien unterliegen dem Verschleiß, können beschädigt werden oder selbst verloren gehen und mit ihnen die sicher geglaubten Daten.

Eine Alternative ohne diese Nachteile ist das Speichern im Internet. Bekannt sind die Angebote von E-Mail-Providern für das Anlegen von Online-Fotoalben. Viele Unternehmen bieten neben dem virtuellen Speicherplatz auch Backup- und Synchronisationsfunktionen. Der Kunde kann jederzeit von beinahe jedem elektronischen Gerät plattformübergreifend auf seine aktuellen Daten zugreifen, die Daten unkompliziert mit anderen teilen und Zeit und Ressourcen für die Datensicherung sparen. Der Anbieter sichert die Daten verteilt auf mehrere Server in Rechenzentren mit Notstrom, Klimaanlage, Feuerlöscher, Bewachung und 24-Stunden-Betrieb.

Sicherer können die Daten nicht sein – rein technisch betrachtet. Dagegen muss der Online-Nutzer andere Risiken genau abwägen. Z. B. wo lagern die Daten tatsächlich? Wer garantiert wie den Zugriff darauf? Wie sicher ist der Fortbestand des Dienstleisters? Und wie gewährleistet er die notwendige Vertraulichkeit? Der Kunde muss sich im Klaren darüber sein, dass seine Daten zumindest von den Verwaltern der Server eingesehen werden können und selbst entscheiden, ob besonders sensible Daten nicht doch sicherer auf einer DVD aufgehoben sind. Die Verschlüsselung der Daten vor dem Upload und der Verbindung selbst ist eine Mindestanforderung jeder vernünftigen Online-Backup-Lösung. Neben Gmx, Google und Microsoft bieten auch Unternehmen wie dropbox, SumoDrive, SugarSync u. v. a. begrenzte Speicherkapazität kostenlos an. Schon für geringe monatliche Beträge (ab 3,40 €) kann der Nutzer erweiterten Speicherplatz, zusätzliche Sicherheitsfunktionen und andere Extras dazukaufen.

Was passiert aber, wenn die Festplatte vor dem ersten funktionsfähigen Backup einen Headcrash (die Schreib- und Leseköpfe berühren die Magnetscheibe und beschädigen sie) erleidet? Dann ist die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos, denn es gibt spezielle Software Tools zur Rettung verlorener Daten. Wer als Nutzer selbst einen Rettungsversuch unternehmen will, sollte erfahren im Umgang mit Software sein und die Risiken einer solchen Aktion kennen. Sind die Daten so wichtig, dass man um keinen Preis endgültig auf sie verzichten kann, heißt es, Ruhe bewahren, Rechner ausschalten und mit einem professionellen Datenrettungslabor in Verbindung treten. Jede weitere Aktion wird die Situation nur „verschlimmbessern“. Als privater Nutzer wird man sehr gründlich überlegen, ob man die Datenrettungsdienste in Anspruch nimmt. Denn nach einer oft kostenlosen Analyse kann die Wiederherstellung defekter Festplatten je nach Datenmenge mehrere Hundert Euro kosten.

Anleitungen zur Datensicherung und –wiederherstellung sowie zur Handhabung entsprechender Programme, Informationen und Erfahrungsberichte zu Hard- und Software und Online-Anbietern finden sich im Internet in einschlägigen Online-Zeitschriften und zahlreichen PC-Foren. Und sicherlich hilft auch der freundliche Mitarbeiter aus dem kleinen Computerladen vor Ort gegen ein gut angelegtes Entgelt bei der Auswahl und Installation des eigenen Sicherungspaketes.

Schlagwörter: Backup, Datenrettung, Datensicherung, Datenverlust, Online-Speicher

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