Von Kopf bis Rad auf Winter eingestellt

29.11.2011 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Winterausrüstung © Steve Mann-Fotolia.comWer bei winterlichem Wetter oder Glatteis mit Sommerreifen unterwegs ist, muss bei einer Verkehrskontrolle mit einem Bußgeld von 40 € rechnen (siehe auch Artikel “Winterreifen – Pflicht oder nicht“) . Verursacht ein Fahrzeug mit unpassender Bereifung Verkehrsbehinderungen oder gar einen Unfall, kostet das den Fahrer 80 € und meist auch den Versicherungsschutz – eine teure Angelegenheit im Vergleich zu einem Satz Winterreifen oder einer Winterinspektion in der Werkstatt.

Kalte Außentemperaturen und schwierige Straßenverhältnisse durch Eis, Schnee und Matsch erfordern eine entsprechende Ausrüstung und Vorbereitung des Fahrzeugs. Wer sich den Wintercheck nicht allein zutraut, findet in vielen Werkstätten kostengünstige Angebote.

Zu einem wintertauglichen Kraftfahrzeug gehören:
- in erster Linie Winterreifen, die durch ihre spezielle Gummimischung und ihr Profil in ausreichender Höhe (mindestens 4 mm auch wenn nur 1,6 mm gesetzlich vorgeschrieben sind) für deutlich bessere Haftung bei schwierigen Straßenverhältnissen sorgen,
- frostbeständige Kühlflüssigkeit, um Motorschäden zu verhindern,
- eine mit Frostschutzmitteln aufgefüllte Scheibenwaschanlage und intakte Wischerblätter, die jederzeit gute Sicht gewährleisten,
- eine leistungsfähige Batterie, da sie bei Kälte besonders beansprucht wird,
- die richtig eingestellte Beleuchtung am gesamten Fahrzeug.
Sinnvoll sind ebenfalls eine Überprüfung der Bremsen und gegebenenfalls ein Ölwechsel zu dünnflüssigerem Öl, das Startschwierigkeiten vorbeugt.
Winterlich zweckmäßiges Zubehör wie Eiskratzer, Handfeger, Handschuhe, Abschleppseil, eventuell Starthilfekabel, Antibeschlagtuch, je nach Fahrziel auch Schneeketten und eine Decke für den Notfall sollte immer im Auto sein. Hilfreich ist auch ein Türschlossenteiser, nur nicht, wenn er sich im Handschuhfach befindet.

Das winterfit ausgerüstete Auto ist nur eine wichtige Voraussetzung. Entscheidend für die sichere Fahrt durch die dunkle, kalte Jahreszeit ist, dass Fahrer und Fahrweise auf Winter eingestellt sind.
Wenn Sie täglich auf das eigene Fahrzeug angewiesen sind, sollten Sie im Winter bewusst mehr Zeit für die gewohnten Fahrstrecken einplanen, damit unliebsame Überraschungen wie Neuschnee, Eisregen oder Staus und langsames Fortkommen Sie nicht unter gefährlichen Zeitdruck setzen.
Bevor Sie losfahren, sollten Sie Ihr Auto inklusive aller Scheiben, Spiegel, Scheinwerfer und Radkästen von Eis und Schnee befreien, um optimale Sicht nach allen Seiten und die Lenkfähigkeit sicher zu stellen. Vermeiden Sie das Fahren mit beschlagenen Scheiben durch die richtige Wahl der Belüftung und Heizungseinstellung. Saubere Scheiben und ein Antibeschlagtuch können dabei helfen.

Winterliche Straßen bergen viele Risiken. Schlechte Sicht und ungewohnte, sich plötzlich ändernde Fahrbahnverhältnisse lassen Fahrer und Fahrzeug viel schneller anders reagieren als erwartet. Eine unbedachte Lenkbewegung bringt das Auto schon ins Schleudern. Der Bremsweg verdreifacht sich auf schneebedeckter Fahrbahn bereits bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Bei Glatteis ist er bis zu sieben Mal länger. Das erfordert eine den winterlichen Verkehrsbedingungen angepasste Fahrweise:
- Fahren Sie vorausschauend und eher langsam.
- Halten Sie einen entsprechend großen Sicherheitsabstand zu dem Fahrzeug vor Ihnen, damit Sie ausreichend Zeit und Platz für notwendige Brems- und Lenkmanöver haben.
- Vermeiden Sie ruckartige Lenkbewegungen und unnötiges Überholen.
- Bremsen Sie rechtzeitig und gefühlvoll, indem Sie Gas wegnehmen und die Bremse gleichmäßig betätigen. Wenn die Verkehrssituation es erlaubt, testen Sie das Bremsverhalten Ihres Wagens bei Fahrtantritt.
- Versuchen Sie Kurven in gleichbleibend niedriger Geschwindigkeit und ohne Bremsen zu durchfahren.
- Lassen Sie sich durch technische Hilfsmittel wie ABS, ASR oder EPS nicht zu unvorsichtiger Fahrweise verleiten. Die technischen Sicherheitssysteme verbessern die Lenkbarkeit und Beherrschbarkeit des Fahrzeugs, aber auch ihnen sind physikalische Grenzen gesetzt.

Eine sinnvolle Ergänzung im Winterprogramm für Fahrer und Fahrzeug sind die von Automobilclubs und vielen Herstellern angebotenen Sicherheitstrainings. Hier lassen sich die Winterrisiken im Straßenverkehr gefahrlos erfahren. Die Teilnehmer lernen, sich in kritischen Situationen richtig zu verhalten und ihr Fahrzeug entsprechend zu beherrschen – eine gute Voraussetzung für die unfallfreie Fahrt durch den Winter.

Schlagwörter: angepasste Fahrweise, Winterausrüstung, Wintercheck

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