Süßes sonst gibt’s Saures

26.10.2010 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Halloweenkürbis © Reinhold_Föger - Fotolia.comHalloween gilt hierzulande als eines der amerikanischsten Feste überhaupt. Es wird traditionell am Abend des 31. Oktober, also am Vorabend von Allerheiligen, gefeiert. Der Brauch, Halloween zu feiern, wurde um 1830 von irischen Auswanderern in die USA gebracht und verbreitete sich dort rasant. Auch in Europa hat sich Halloween mittlerweile fest etabliert. Das Wort Halloween ist eine Abkürzung von “All Hallows’ Even”, dem englischen Ausdruck für Allerheiligen.

Der Ursprung des Halloween-Festes ist wissenschaftlich nicht exakt zu belegen. Es wird davon ausgegangen, dass das Fest keltischer Herkunft ist und vor etwa 5000 Jahren zum ersten mal begangen wurde. Dem keltischen Kalender nach begann am 1. November der Winter und der Sommer wurde verabschiedet. Die Erntesaison ging zu Ende und die Kelten sprachen dem Winter eine Art Todessymbolik zu. Die Festlichkeiten, “Samhain” (Sommer’s Ende) genannt, beinhalteten Festmahle und Opferzeremonien, bei welchen vor allem Lebensmittel geopfert wurden.

Bevor der Halloween-Brauch nach Amerika kam, wurde das Fest überwiegend in den katholischen Gebieten der britischen Inseln, vorwiegend in Irland, gefeiert. Die zahlreichen irischen Auswanderer, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den USA ihr Glück suchten, praktizierten dort ihre Feste und Traditionen, unter anderem auch Halloween, weiter. Kinder anderer Auswanderernationen sorgten daraufhin für eine rasche Verbreitung des Halloween-Brauches in ganz Amerika. Während Halloween in Europa außerhalb der britischen Inseln nahezu unbekannt war, verblasste die Tradition in den nächsten Jahrzehnten auch in den Ursprungsgebieten selbst. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts schwappte der Halloween-Hype, der in den USA immer größer wurde, auch nach Europa. Dass Halloween heute auch hierzulande verbreitet ist, liegt dabei nicht zuletzt an den Medien, die häufig über dieses, vor allem für Kinder, attraktive Fest berichteten.

Aufgrund der detaillierten Berichterstattung über Art und Weise, wie Halloween gefeiert wird, sind die europäischen Gebräuche mit den amerikanischen Sitten nahezu identisch. Kürbisse werden zu furchterregenden Fratzen geschnitzt und eine Kerze beziehungsweise ein Licht hineingestellt, um böse Geister abzuschrecken. Kinder verkleiden sich mit gruseligen Kostümen, beispielsweise als Geister, Hexen oder Skelette, und ziehen von Tür zu Tür, um Süßigkeiten von den Bewohnern zu ergattern. Jedoch nicht ohne vorher ein Gedicht aufgesagt zu haben oder den bekannten Satz “Trick or Treat”, der in Deutschland zu “Süßes sonst gibt’s Saures” umgewandelt wurde, ausgesprochen zu haben. Obwohl in Irland heute die verbreiteten, amerikanischen Bräuche überwiegen, hat man sich dort eine besondere Tradition bewahren können. Durch sie soll ein Blick in die Zukunft, der laut Glaube nur an diesem Tag möglich ist, erfolgen. So schält man ein möglichst langes Stück Schale von einem Apfel und wirft dieses über den Rücken. Daraufhin versucht man, einen Buchstaben aus der am Boden liegenden Schale zu entziffern, der gleichzeitig der Anfangsbuchstabe des künftigen Ehepartners darstellen soll.

Halloween wird heute aufgrund seiner kommerziellen Ausrichtung vielfach kritisiert. Die enorme Medienpräsenz und der aktuelle Fantasy- und Mysterie-Trend verstärken jedoch die Kommerzialisierung des ursprünglich religiösen Festes immer mehr.

Schlagwörter: Allerheiligen, Bräuche, Halloween, Tradition

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