"SEPA" – Welche Veränderungen betreffen Sie?

29.06.2013 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Die Single Euro Payment Area, auch kurz SEPA genannt, steht übersetzt für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Dazu gehören alle 27 EU-Staaten, die Schweiz, Monaco, sowie Island und Liechtenstein als Länder des EWR.

Obwohl die Länder heute zusammen wachsen, gelten beim Zahlungsverkehr heute noch die spezifischen Verfahren der einzelnen Länder. Der 1. Februar 2014 gilt als Stichtag für eine Vereinheitlichung von Lastschriftverfahren und Überweisungen im Euro-Zahlungsraum.

Kernelemente der Verordnung: Umstellung auf SEPA betrifft jeden

Eine Kooperation aus Kreditwirtschaft und Politik hat Regelungen für die Vereinheitlichung beim Zahlungsverkehr auf nationaler und europäischer Ebene festgelegt. Doch weiß längst nicht jeder, welche Veränderungen mit der Umstellung auf SEPA für den einzelnen Verbraucher verbunden sind.

Grundsätzlich gilt, dass jeder Kontoinhaber, ob private Person oder Betriebe, mit der Umstellung auf SEPA ab 1. Februar 2014 konfrontiert wird. Bislang werden bereits eine sogenannte Basisvariante und ein Verfahren ausschließlich für Geschäftskunden angeboten. Die Europäische Kommission definierte Ende 2010 den Auslauftermin, damit alle technischen Voraussetzungen geschaffen sind, einheitlich an den Start gehen zu können.

Konkret bedeutet dies für den Verbraucher, dass sämtliche Lastschriften und Überweisungen in Euro, die auf nationaler wie auch internationaler Ebene ausgeführt werden, die International Bank Account Number, kurz IBAN, Kontonummer und Bankleitzahl ersetzt. Nach dem 1. Februar 2014 gilt für Inlandszahlungen und nach dem 1. Februar 2016 für grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, dass Bankkunden nicht mehr die BIC, die internationale definierte Bankleitzahl, angeben müssen.

Jedoch macht es die SEPA-Verordnung möglich, dass Verbraucher bis zum 1. Februar 2016 die geläufigen Kennungen wie Bankleitzahl und Kontonummer weiterhin nutzen dürfen und die jeweilige Bank eine kostenlose Konvertierung in die IBAN durchführen wird.

SEPA-Überweisung: sicher und schnell

Die SEPA - Überweisung wird ab Februar 2014 das herkömmliche Überweisungsverfahren in allen Euroländern ablösen. Sie macht es möglich, dass der Zahlungsdienstleister, der überweisende Bankkunde und der Begünstigte durch die IBAN und den BIC identifiziert werden können. Die gute alte Kontonummer und die Bankleitzahl haben dann ausgedient. Aller Voraussicht nach, wird der BIC bei Überweisungen im Inland bereits ab Februar 2014 entfallen, wobei der bei SEPA-Überweisungen bis zum Februar 2016 noch angegeben werden muss.

Die Europäische Union hat die Vorgabe definiert, dass im bargeldlosen Zahlungsverkehr wie beim Online-Banking, der Überweisungsbetrag nach einem Banktag zur Verfügung stehen muss. Wird bei einem Kreditinstitut ein Überweisungsträger eingereicht, kann sich die Ausführungsfrist auf höchstens zwei Tage verlängern. Jedoch gilt, dass SEPA-Zahlungen nur in Euro ausgeführt werden dürfen. Werden europäische Währungen wie Dänische Kronen oder das Britische Pfund angewiesen, sind auch in Zukunft spezielle Auslandsüberweisungen erforderlich.

SEPA-Lastschrift: Verfahren für private und geschäftliche Kunden

Für SEPA-Lastschriften gelten zwei Verfahren: die SEPA-Firmenlastschrift und die SEPA-Basislastschrift. Das SEPA-Firmenlastschriftverfahren ähnelt dem aktuell gültigen Abbuchungsverfahren und auch das Verfahren für private Nutzer beinhaltet viele bekannte Kriterien aus dem Einzugsermächtigungslastschriftverfahren. Die SEPA-Regelung stärkt auch Verbraucherrechte bei Lastschriften innerhalb der Euro-Länder. Banken sollen in Zukunft Kontoinhabern ermöglichen, den Betrag von Lastschriften zu begrenzen und auf spezielle Zahlungsempfänger zu beschränken.

Existiert bereits eine Einzugsermächtigung für eine Lastschrift, ändert sich auch nichts mit der Einführung des SEPA-Lastschriftmandats. Diese Regelung basiert auf einer Aktualisierung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen deutscher Kreditinstitute, auch kurz AGB genannt vom Sommer 2012. Jedoch muss hierbei beachtet werden, dass der Einreicher einer Lastschrift den Einzahler vor dem ersten SEPA-Lastschrifteinzugs über den Wechsel informieren muss. In schriftlicher Form muss die Mandatsreferenz wie auch die Gläubiger-Identifikationsnummer dokumentiert werden. Doch keine Angst: die Deutsche Kreditwirtschaft hat sich darauf geeinigt, Beispielschreiben für die Umstellung auf das SEPA-Verfahren zur Verfügung zu stellen. Banken haben bereits signalisiert, bei Fragen rund um SEPA & Co ihre Kunden zu beraten.

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Schlagwörter: Lastschrift, SEPA, Zahlungsverkehr

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