Runter mit den Winterpneus

15.04.2010 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Reifenwechsel © ChristianSchwier.de - Fotolia.comNach Ostern ist es wieder soweit: Die Winterreifen müssen den Sommerreifen weichen. Spätestens wenn sich die Temperaturen dauerhaft im Plusbereich bewegen und nicht mehr mit Schnee und Eis zu rechnen ist, sollten Autofahrer auf den Achsen ihres Wagens Platz für die Sommerpneus machen.

Der zweimal im Jahr stattfindende Wechsel der Reifen macht durchaus Sinn, denn die witterungsbedingten Anforderungen an das Reifenmaterial sind nicht zu unterschätzen. Ein Winterreifen braucht ein festes Gummi mit tieferem Profil um auf glatter Fahrbahn besser greifen zu können. Der Sommerreifen hingegen benötigt mehr Elastizität, um den nötigen „Gripp“ auf einer heißen Asphaltdecke zu erzielen. Mit dem selben Sommerreifen wären Sie im Winter jedoch schlecht beraten, denn das elastischere Gummi würde auf einer geschlossenen Schneedecke keinen Halt finden.

Eine Alternative könnten sogenannte Allwetterreifen oder Ganzjahresreifen sein. Hier gilt es jedoch auf Qualität zu achten. Seit einiger Zeit überfluten Billigreifen aus Fernost den Markt. Diese sind besonders was das Bremsverhalten angeht, mit Vorsicht zu genießen. Bremswegunterschiede von über 30 Metern auf regennasser Fahrbahn können im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden. Bei einem aktuellen Test des ADAC und der Stiftung Warentest wurden entsprechend mangelhafte Ergebnisse bei den billigen „Nippon-Modellen“ erzielt (ADAC 03/2010). Bei der Entscheidung für einen Ganzjahresreifen sollten vor allem Einsatzbereich und Fahrzeugtyp eine wichtige Rolle spielen.

In schneereichen Regionen ist ein Winterreifen immer die bessere Wahl. Bei großen Wagen wie z.B. Nutzfahrzeugen, Geländefahrzeugen oder SUVs sind Reifen grundsätzlich ein großer Kostenfaktor. Daher wäre in diesen Fällen aus wirtschaftlichen Gründen der Kauf von Allwetterreifen ratsam.

Autozeitschriften und -magazine sowie das Internet sind gute Informationsquellen, wenn es um die Reifenauswahl geht. Dort kann man auf entsprechende Reifentests und Preisangebote zurückgreifen. Ab 2012 gibt es zudem ein Energiesparlabel, mit dem Reifen im EU-weiten Handel gekennzeichnet werden. Das Reifenlabel gibt Auskunft über Energieeffizienz, Reifenhaftung und Lärmverhalten.

Auch wenn die Anschaffung von zwei Komplettsätzen an Reifen (also fertig montierte Reifen auf Felgen), einen für den Sommer und einen für den Winter, manchem Autohalter als unnötige Investition erscheint, so schont sie doch auf Dauer den Geldbeutel. Das Wechseln des reinen Reifens ist aus zweierlei Gründen nicht empfehlenswert: Bei der Reifenmontage wirken hohe Kräfte auf den Reifenwulst, da dieser unter Last auf die Felge aufgedreht wird. Das belastet unnötig das Material und führt zu schnellerem Verschleiß. Des Weiteren zahlt man die verhältnismäßig hohen Wechselkosten, die durch das Demontieren und wieder Montieren der Reifen auf die vier einzelnen Felgen und das danach nötige Auswuchten entstehen.

Natürlich ist der Wechsel von Komplettreifensätzen nicht kostenlos, aber durch saisonale Angebote gerade größerer Reifenketten um vieles günstiger. Autofahrer sollten sich durchaus die Mühe machen, vor der Auftragsvergabe die Preise für den Reifenwechsel zu vergleichen. Schnell kommen Preisunterschiede von über 40% von einer Werkstatt zur anderen zu Stande. Die Kosten für einen Reifenwechsel liegen im Bundesdurchschnitt bei 18,00 Euro für den kompletten Satz Räder. Wenn Sie Ihre Räder noch wuchten lassen, rechnen Sie mit weiteren 6,00 Euro pro Rad (lt. Stichprobe des ADAC von 50 Reifendiensten).

Das Auswuchten der Räder ist nicht immer nötig, sollte aber spätestens wenn nach dem Reifenwechsel das Lenkrad „flattert“, durchgeführt werden. Ursache kann eine Materialverformung sein, die durch die Lagerung der Räder entstehen kann. Durch die Verformung verlagern sich die Schwerpunkte im Reifen, das Rad wird „unwuchtig“. Die Fahrstabilität leidet enorm unter unwuchtigen Reifen und kann im schlimmsten Fall zu Unfällen führen.

Was für den Preisvergleich für den reinen Radwechsel gilt, trifft auch für das Einlagern der Reifen zu. Besonders wer über keine eigene Garage, noch einen anderen Lagerplatz für die im Sommer nicht gebrauchten Winterreifen und umgekehrt verfügt, sollte sich um ein kostengünstiges Depot bemühen. Die durchschnittlichen Lagerkosten in Deutschland liegen bei ca. 28,00 Euro, variieren aber bekanntermaßen zwischen Stadt und Land.

Reifenwechsel – gar nicht so schwer

Wenn Sie zu den Fahrzeughaltern gehören, die über Komplettreifensätze, ein wenig handwerkliches Geschick und einen festen Standplatz für ihren Wagen verfügen, können Sie sich auch selbst an den Reifenwechsel wagen. Achten Sie darauf, dass Ihr Auto auf einem festen Untergrund steht und ziehen Sie am besten die Handbremse an, um das Fahrzeug am Wegrollen zu hindern. Vermeiden Sie in jedem Fall, den Radwechsel im Gefälle auszuführen!

Folgende Werkzeuge werden für einen Reifenwechsel benötigt:

  • Radkreuz
  • eventuell Schlüssel für Sicherheitsschloss
  • Drehmomentschlüssel und Wagenheber.

Wie man einen Reifen richtig wechselt ist nicht nur Männersache. Auch für Frauen ist das mit dem richtigen Dreh kein Problem. Und trotzdem hat jeder seine eigene Philosophie. Für all diejenigen, die unsicher sind, wie ein Reifen richtig gewechselt wird, hat der ADAC ein anschauliches Video erstellt, das fast keine Fragen offen lässt.

Schlagwörter: Auswuchten, Ganzjahresreifen, Reifenwechsel, Sicherheit, Sommerreifen

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