QR-Codes verbinden reale und virtuelle Welt

06.11.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

So einfach kann es sein: QR-Code mit dem Smartphone scannen und z.B. direkt Tickets bestellen.Immer häufiger sind sie in Zeitschriften, auf Werbeprospekten, Websites, Bahntickets, Bibliotheksbüchern, Lebensmitteln und vielen anderen Dingen des alltäglichen Lebens zu finden – diese schwarz-weißen Quadrate mit dem kryptischen Muster aus Punkten und Strichen. Was sich hinter einem solchen QR-Code verbirgt, kann man mit bloßem Auge nicht erkennen. Mit den richtigen Hilfsmitteln entschlüsselt, gewährt er dem Leser Zugang zu vielen nützlichen, interessanten, kuriosen oder erstaunlichen Informationen.

Mit einem Klick auf die Handykamera wird z. B. der QR-Code von einem Veranstaltungsplakat fotografiert und direkt auf dem Mobiltelefon ausgeführt, das heißt, der im Code übermittelte Web-Link zur Internetseite oder dem Buchungsservice wird geöffnet. Der Nutzer erhält schnell und bequem unmittelbaren Zugang zu zusätzlichen Informationen und Diensten. Lästige Zwischenschritte wie Linkabschrift und Eingabe in den Browser am heimischen PC entfallen. Die Bezeichnung QR als Abkürzung für Quick Response (im Deutschen schnelle Antwort bzw. Reaktion) ist bewusst gewählt.

Technisch gesehen sind QR-Codes zweidimensionale Strichcodes, die Informationen digital verschlüsselt speichern. Wie in der binären Computersprache erzeugt eine bestimmte Abfolge von hellen und dunklen Punkten einen definierten Wert. Der Code wird dadurch eindeutig und maschinenlesbar, kann schnell gescannt, gespeichert und weiterverarbeitet werden. In der Matrix haben etwa 4.000 Buchstaben, Zahlen oder Zeichen Platz. Gespeichert werden können Telefonnummern, SMS, Internet-Links, Texte, Geo- oder Kontaktdaten. Zur korrekten Entschlüsselung der Daten enthält der Code Zusatzinformationen wie Positionierung, Datenformat, Ausrichtung, Versionsnummer des Codes und Synchronisationselemente.

Die richtige Infrastruktur

Entwickelt wurde das Codierungssystem bereits 1994 zur Unterstützung der Logistik in der Automobilproduktion. In den Werken des Toyota-Konzerns konnten mit Hilfe der Pixelraster Teile und Baugruppen gekennzeichnet und dann automatisch zugeordnet und ausgeliefert werden. Dank eines Fehlerkorrekturmechanismus sind die Informationen selbst bei teilweiser Beschädigung oder Verschmutzung noch korrekt decodierbar.
Mangels alltagstauglicher Lesegeräte blieb die Nutzung von QR-Codes lange Zeit der Industrie vorbehalten.

Erst mit der Verbreitung von leistungsfähigen mobilen Endgeräten wie Handy, Smartphone oder Tablet-PC entdeckten zunächst Werbe- und Marketingfachleute QR-Codes als effektives Kommunikationsmittel im Dialog mit potenziellen Kunden.
Wichtige Voraussetzung für das Funktionieren ist ein schneller, mobiler Internetzugang und stabile Netzverfügbarkeit. Um QR-Codes lesen zu können, benötigt man ein mobiles Endgerät mit Kamera und einer entsprechenden Reader-Software, die die Codes einlesen und decodieren kann. Die Reader-Software ist in den App-Shops der Gerätehersteller meist kostenlos verfügbar oder gehört in neueren Modellen zur Standardausstattung.
Viele Hersteller bieten auch Generatoren an, mit deren Hilfe man eigene QR-Codes online erstellen kann, z. B. für die Kontaktdaten auf der Visitenkarte. Jetzt genügt das Einlesen des QR-Codes, um die Daten auf der Karte unmittelbar im Telefonbuch des Handys unter der entsprechenden Rubrik zu speichern.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

QR-Codes sind einfach und in jeder beliebigen Größe zu erstellen. Sie können auf alle möglichen Materialien aufgebracht werden. Selbst eine in ein Getreidefeld gemähte Matrix ist aus der Vogelperspektive lesbar. Und nicht nur die Werbung profitiert von der einfachen Verbindung zum Internet.

Zeitungen und Zeitschriften versorgen ihre Leser mit Archivartikeln, Filmen oder Hintergrundinformationen aus dem Internet zum aktuellen Thema.
Bei Wiesenhof „Privathof-Geflügel“ kann sich der Kunde über den Herkunftshof seines Hähnchens informieren.
Eine Kochsendung im WDR blendet zum Nachlesen der Rezepte im Internet einen QR-Code ein.
Städte ermöglichen Sightseeing per Handy durch die Kennzeichnung öffentlicher Plätze, Sehenswürdigkeiten und Kunstwerke mit QR-Codes, über die Besucher Informationen zur Geschichte und Bedeutung erhalten.

Der in Museen eingesetzte Audioguide wird zum vielseitigen Mediaguide. Via QR-Code können Museumsbesucher, z. B. im Otto-Lilienthal-Museum Anklam, Informationen, Filme und Fotos zum entsprechenden Exponat auf Smartphones oder Tablet-PCs (auch als Leihgeräte verfügbar) laden. Denkbar sind individuelle Führungen z. B. speziell für Kinder oder Fachleute les- oder hörbar in den verschiedensten Sprachen.

Es gibt Geschenkpapier mit QR-Codes, die Glückwunsch-Videos für den Beschenkten beinhalten. T-Shirts verraten Smartphonebesitzern etwas über den Träger. Und ein englische Firma bietet Hundemarken mit QR-Code für die Profildaten des Hundes. Die Einsatzmöglichkeiten scheinen unendlich.

Bildrechte: Ingo Bartussek – Fotolia.com

Schlagwörter: QR-Code, QR-Code-Reader, Smartphone, Tablet-PC

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