Pendeln mit positivem Ausschlag auf dem Konto

09.08.2011 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Jeder Pendler hat sicher gute Gründe, mit dem eigenen PKW zu fahren: Unabhängigkeit, Flexibilität, keine Unstimmigkeiten wegen Kosten, Fahrstil, Versicherung, Pünktlichkeit usw. Doch die gegenwärtigen Kraftstoffpreise, die nur die Entwicklung nach oben zu kennen scheinen, ebenso der tägliche Stress, dem sich Berufspendler im morgendlichen Stop-and-Go aussetzen, sind gute Gründe, die Vorteile einer Fahrgemeinschaft stärker in Betracht zu ziehen.

Fahrgemeinschaft von Pendlern, Bildrechte Pavel Losevsky - Fotolia.comFahrgemeinschaften helfen Kosten zu sparen. Geht man von Benzin- und Nebenkosten von 20 bis 25 Cent pro gefahrenem Kilometer mit einem Klein- bis Mittelklassewagen aus, entstehen für einen einfachen Arbeitsweg von 10 km bei 190 Arbeitstagen Kosten von 760 € pro Jahr. Geteilt durch zwei oder mehr Mitfahrer, ergibt sich eine deutliche Ersparnis. Ein weiterer finanzieller Vorteil erwächst daraus, dass jeder Mitfahrer die Entfernungspauschale für seinen Arbeitsweg in voller Höhe steuerlich ansetzen kann. Bezüglich der Versicherung geht der Fahrer kein zusätzliches Risiko ein. Die Mitfahrer sind über die Kfz-Haftpflicht versichert. Die Berufsgenossenschaften werten Umwege wegen der Abholung von Kollegen oder zur Kindertagesstätte als Arbeitsweg und zahlen bei sogenannten Wegeunfällen auch für Fahrgemeinschaften.

Wechseln sich die Fahrer ab, sinken die sonstigen Fahrzeugkosten und der Wertverlust. Und Menschen, die nicht allein im Auto sitzen, bewältigen den Verkehrsstress nachweislich besser und fahren zudem weniger risikobereit als ohne Beifahrer.

Ganz nebenbei entlasten Fahrgemeinschaften Straßen, Parkplätze und die Umwelt. Viele Kommunen unterstützen daher regionale Pendlernetze und werben um Unternehmen, die sich an ihnen beteiligen, indem sie die Bildung von Fahrgemeinschaften in ihrer Belegschaft fördern.

Wer keine Kollegen oder Nachbarn findet, die regelmäßig dieselbe Strecke fahren, kann mit Hilfe von Vermittlungsplattformen im Internet Mitfahrer oder Mitfahrgelegenheiten suchen. Auf www.pendlernetz.de, www.mifaz.de, www.pendlerportal.de, www.citypendler.de oder www.mitfahrzentrale.de z. B. kann man sich einfach und kostenlos einer passenden Fahrgemeinschaft anschließen oder selbst ein Inserat aufgeben. Viele der Portale sind mit den Seiten des öffentlichen Nahverkehrs oder der Bahn verknüpft und bieten mit ihren Fahrtkostenrechnern Anhaltspunkte zur Fahrpreisgestaltung. Zu empfehlen ist auch www.hopping.de, eine Website, die alle Angebote aus derzeit 20 verschiedenen Mitfahrportalen anzeigt, die auf die Suchanfrage passen.

Ob täglich oder nur an bestimmten Wochentagen, ob von Haustür zu Haustür oder zum S-Bahnhof, ob mitfahren, selbstfahren oder abwechseln – alles ist eine Frage der Abstimmung. Offene Kommunikation und Zuverlässigkeit der Teilnehmer sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine funktionierende Fahrgemeinschaft. Finden sich einander Unbekannte zusammen, ist eine vereinbarte Probezeit eine Möglichkeit, um sich kennen zu lernen und auszutesten, ob man dauerhaft gut miteinander auskommt. Die konkrete Kostenbeteiligung, Treffpunkt, Abfahrtzeit und die Modalitäten für Wartezeiten und Nichterscheinen sollten unbedingt vorher ausgehandelt werden. Ein Fahrtenbuch kann helfen, die Aufwände der einzelnen Fahrer zu dokumentieren und damit die Gleichverteilung der Kosten zu gewährleisten. Ein bisschen Selbstdisziplin gehört auch dazu, denn niemand möchte unpünktlich zur Arbeit erscheinen. Im Zeitalter von Handy und E-Mail dürften unvorhergesehene Ereignisse keine unüberwindliche Hürde mehr sein.

Neben der Kostenersparnis sind auch andere Anreize für die Bildung von Fahrgemeinschaften vorstellbar, z. B. reservierte Stellplätze auf dem Firmenparkplatz oder freie Fahrt auf einer Extraspur. Wenn das Konzept der Pendlerfahrgemeinschaft Schule macht, wäre das ein großer Gewinn sowohl für gestresste Fahrer als auch für Straßen, Parkplätze und die Umwelt.

Schlagwörter: Fahrgemeinschaft, Fahrkosten, Pendler, Pendlernetz, Versicherung

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