Ostern – zwischen Religion und Brauchtum

25.03.2010 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Ostern ist neben Weihnachten das wichtigste Fest der Christen. Aber nicht nur die Leidensgeschichte Jesu ist mit Ostern verbunden. Auch zahlreiche Bräuche und Traditionen werden mit der Zeit um Ostern in Verbindung gebracht. Dabei sind der Osterhase und die Ostereier wohl die bekanntesten. Sonnenfeste und das feiern des Frühlings dagegen eher weniger. Osterhasen vor Osterglocken © LianeM @ FotoliaTraditionell wird Ostern als christliches Fest über mehrere Tage gefeiert. Hierbei wird dem Leiden und der Auferstehung Jesu Christi über die Osterzeit gedacht. An Gründonnerstag war das letzte Abendmahl Jesu mit den Jüngern, an Karfreitag gedenkt man der Kreuzigung und an Karsamstag der Grabesruhe. An Ostersonntag feiert man schließlich die Auferstehung Jesu von den Toten. In vielen Ländern klingt die Osterzeit mit Ostermontag als letztem Feiertag aus. Ostern ist im Gegensatz zu Weihnachten ein bewegliches Fest, dessen Datum sich jährlich ändern kann. Ostern hängt vom Frühlingsanfang ab und Ostersonntag ist immer der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsanfang. Da der Frühlingsanfang immer zwischen 19. und 21. März liegt, kann der Ostersonntag frühestens am 22. März und spätestens am 25. April sein. Viele weitere christliche Feiertage hängen vom Datum des Osterfestes ab. So ist Pfingsten immer 50 Tage nach Ostern. Über die Herkunft der Bezeichnung „Ostern“ gibt es unterschiedliche Meinungen. So sagen die einen, dass der Name aus der Zeit stammt, in der man den Frühlingsanfang nach der im Osten aufgehenden Sonne gefeiert hat. Andere behaupten, Ostern würde vom Namen einer altgermanischen Göttin namens Ostara abgeleitet. Mit Ostern sind viele Bräuche eng verbunden. So hat das Osterlamm durchaus einen religiösen Hintergrund, denn Jesus wurde auch als Lamm Gottes bezeichnet. Das Osterlamm als Opfergabe kommt dagegen aus dem jüdischen Glauben, wo am Passahfest ein Lamm zum Gedenken Gottes geschlachtet wird. Eier wurden erstmals im 12. Jahrhundert mit Ostern in Verbindung gebracht. Im Mittelalter als Zahlungs- und Nahrungsmittel begehrt galten sie zudem als Fruchtbarkeitssymbol. Das Schlüpfen eines Kükens aus dem Ei wurde auch mit der Auferstehung Jesu gleichgesetzt. Bemalte Ostereier wurden erst später überliefert. Da in der Fastenzeit auch keine Eier gegessen werden durften, wurden diese gesammelt, bemalt und als Besonderheiten geweiht. Den Osterhasen als Überbringer der bunten Ostereier kennt man erst seit Ende des 16. Jahrhunderts. Der Überlieferung nach kamen die Hasen im Frühjahr zur Futtersuche immer häufiger in die Nähe menschlicher Ansiedlungen. Dieses ungewöhnliche Auftreten wurde gleichzeitig mit dem Ablegen der bunten Eier verbunden, denn Hennen können ja keine bunten Eier legen. Der Hase wurde jedoch erst im 19. Jahrhundert als Eierlieferant „anerkannt“. Zuvor wurde dieser Dienst in manchen Regionen auch vom Fuchs, dem Kuckuck oder auch mal vom Storch erledigt. Das Osterfeuer ist ein weiteres Symbol für Ostern. Feuer steht für Licht und Sonne, wodurch wieder der Zusammenhang zu vielen vorchristlichen Mythen erklärbar wird. Mit dem Osterfeuer wird weiterhin der Winter und die Kälte vertrieben. Osterfeuer werden heutzutage je nach Region unterschiedlich gefeiert, mal am Samstag, mal am Sonntag. Das christlich gefeierte Osterfeuer wird am Ostersonntag mit der Osterkerze entzündet. Weitere traditionelle Osterbräuche sind das Holen frischen Oster(quell)wassers am frühen Ostersonntag Morgen oder der gemeinsame Osterspaziergang mit der ganzen Familie nach einem ausgiebigen Osterfrühstück mit Ostereiern und Hefezopf. Spielerisch kann man sich auch beim Ostereier-Schlagen versuchen, bei dem zwei Gegenspieler je ein hartgekochtes Ei abwechselnd mit der Spitze gegeneinander schlagen. Dessen Ei als erstes bricht, der hat verloren. Zum Abschluss noch eine lustige, nicht ganz ernstzunehmende Anekdote. Mit Ostern endet die Fastenzeit und traditionell wird an Karfreitag kein Fleisch gegessen. Die Schwaben haben dazu extra ihre „Hergottsbscheiserle“ erfunden. Das sind sogenannte Maultaschen, Teigtaschen mit Fleischfüllung. Und da Gott das Fleisch in der Teigtasche nicht sehen kann, begeht man keine Sünde beim Essen.

Schlagwörter: Brauchtum, Ostern, Traditionen

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