Kühler Kopf beim Winterschlussverkauf

18.01.2011 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Winterschlussverkauf©mapoli-photo

Heiße Rabattschlachten versprechen die Händler zum anstehenden Winterschlussverkauf. Doch nicht alles, was wie ein echtes Schnäppchen aussieht, ist auch eins – hier gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Unsere Checkliste für den WSV hilft, die Spreu vom Weizen zu trennen.
„20 Prozent auf alle Marken“, „Alles muss raus“ oder „Aktions-Kracher“, so oder so ähnlich lauten die Angebote, die dem Verbraucher derzeit ins Haus flattern – der Winterschlussverkauf, kurz WSV, steht vor der Tür. Von Elektronik über Modeartikel bis hin zu Kaminöfen können findige Shopper in fast allen Bereichen echte Schnäppchen machen.

Doch bei aller Freude über die Flut an Rabatten gilt für den Verbraucher: Jetzt erst recht einen kühlen Kopf bewahren, damit sich das vermeintliche Schnäppchen nicht als teurer Fehlkauf herausstellt. Hier ein paar Tipps:

-Nicht unter Druck setzen lassen
Zwar sind die allermeisten der Angebote zeitlich befristet, doch ein brauner Läufer, der auch vorher schon nicht ins Bad passte, wird es auch nach einer Preisreduktion um 10% nicht tun.

-Stimmt die Qualität?
Eine Schuhkommode, die als „Preis-Kracher“ günstig eingekauft gerade mal den Transport, aber nicht den ersten Monat in Ihrer Wohnung übersteht, löst nicht Ihr eigentliches Platzproblem.

-Auf das Kleingedruckte achten
Wenn Sie bei Artikeln in kleiner Schrift, “zweite Wahl”, “Mängelexemplar” oder “fehlerhaft” sehen, gibt es oft auch den Hinweis “Kein Umtausch möglich”. Hier ist dann auch gemeint, was darauf steht: Ihr Garantieanspruch entfällt.

Und wo wir schon mal dabei sind: bei uns in Deutschland gibt es kein Recht auf Rückgabe der gekauften Ware, wenn diese einwandfrei ist. Dies ist eine reine Kulanzsache des Händlers. Der wird aber im Winterschlussverkauf sicher nicht allzu gut gelaunt sein, wenn Sie ihm den Ladenhüter des letzen Jahres wiederbringen mit dem Hinweis, dass Sie es sich doch anders überlegt hätten.

-Fair Play
Gibt es bedauerlicherweise nicht immer. Es gibt auch Händler, die mit gezinkten Karten spielen. Achten Sie doch mal auf folgendes: Neben dem neuen Preis eines WSV Schnäppchens darf nur ein alter Preis stehen, der auch tatsächlich über längere Zeit für den Artikel gegolten hat – erfundene Preise zählen nicht. Auch Sonderangebote, die zwar als solche angekündigt sind, in Wirklichkeit aber immer noch den alten Preis tragen, sind nicht erlaubt. Und natürlich gilt auch: ein Sonderangebot, für das ein Händler geworben hat, muss auch grundsätzlich dann erhältlich sein – wenn auch vielleicht nur für einen kurzen Zeitraum.

Das gerade beim Fair Play einiges drunter und drüber gehen kann, hat übrigens auch der Gesetzgeber früh erkannt: schon vor mehr als 100 Jahren, nämlich im Jahre 1909, wurden im „Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb“ erstmals gesetzliche Einschränkungen zu Schlussverkäufen gemacht. 1950 erließ das Bundeswirtschaftsministerium dann die so genannte „Verordnung über Sommer- und Winterschlussverkäufe“, die genau regelte, was wie lange im Rahmen eines Schlussverkaufs angeboten werden durfte. So durfte der Schlussverkauf zum Beispiel nur 12 Werktage dauern, nur bestimmte Waren umfassen, wie Schuhe oder Kleidung, und auch nur zu bestimmten Zeiten stattfinden.

Viel zu strikt, auch aus Sicht europäischer Rechtsvorgaben: seit dem 1. Juli 2004 gilt daher, dass in Deutschland jeder Händler seine Artikel nach Belieben vergünstigt anbieten darf – natürlich auch außerhalb des ursprünglichen Winterschlussverkaufs von der letzten Januarwoche bis zur ersten Februarwoche. So ist der WSV dann heute eher eine freiwillige, gemeinsame Aktion der Händler – Schnäppchen sind auch das ganze Jahr über möglich, und das ist dann doch eine gute Nachricht.

Schlagwörter: Checkliste, Tipps, Winterschlussverkauf, WSV

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