IPTV – das Fernsehen von morgen

10.01.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Fernsehen von morgen © drubig-photo-Fotolia.comSo lange ist es noch gar nicht her, dass es täglich einen Sendeschluss gab und man aus einer Handvoll Fernsehprogramme die abendliche Unterhaltung wählen konnte. Jetzt werben Anbieter mit dem Fernsehen von morgen, das vielfältiger, individueller, flexibler, interaktiv und über das Internet daherkommt.

Das eigentlich Neue am Fernsehen ist die Verbreitungsform auf der Basis des „Internet Protocol“ (IP) im Unterschied zur bisherigen Übertragung über Satellit oder Kabel. Die digitalisierten Bild- und Tondaten des TV-Programms werden über das Netz in die Wohnzimmer geleitet und mit Hilfe einer Set-Top-Box, ähnlich einem Receiver, in für den Fernsehapparat verständliche Signale umgewandelt.

Telekommunikationsfirmen bieten Fernsehen und Telefonie über das Internet als Mehrwert ihres Netzanschlusses, um Kunden zu gewinnen und an sich zu binden. Das Konzept heißt Triple-Play: Wer den Netzanschluss bereit stellt, liefert auch TV und Telefon. Den IPTV-Abonnenten wird ein definiertes Programm über das Netz zur Verfügung gestellt. Verständliche Erklärungen zur teilweise verwirrenden Begriffsverwendung und Funktion finden sich z. B. unter iptv-sparvergleich.de oder voip-information.de.

Im Vergleich mit anderen Ländern steckt das IPTV in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Triple-Play-Angebote mit echtem IPTV gibt es zur Zeit von der Deutschen Telekom, Alice und Vodafone. Das Paket aus Internet, Telefonie und Fernsehen kostet zwischen 27,95 € und 59,95 € pro Monat je nach dem, welche Dienste und Inhalte gebucht werden. Video-on-Demand und Premiuminhalte kosten extra. Die Set-Top-Box kann mit oder ohne Festplattenrecorder gemietet oder gekauft werden. Willkommens- und Aktionsrabatte sorgen für Preisvorteile, Flatrates für kalkulierbare Kosten. Eine Schnellübersicht zum Vergleich der drei Anbieter gibt es unter iptv-anbieter.info.

IPTV bietet neben der klassischen Form des Fernsehens (Einschalten-Programm auswählen-Schauen) eine Vielzahl komfortabler Funktionen und neuer Möglichkeiten:

Zeitversetztes Fernsehen
Die Timeshifting-Funktion ermöglicht, eine laufende Sendung zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen oder mit der Restart-Funktion einfach noch einmal von vorn anzufangen.

Individuelle Programmplanung
Der Zugriff auf eigene Onlinevideotheken der Provider erlaubt es, „Sendezeiten“ für Filme und TV-Sendungen per „Video on Demand“ flexibel zu bestimmen. Premiuminhalte, d.h. Pay-TV, können jederzeit empfangen werden. Die Programmierung der Sendungsaufnahme auf der heimischen Festplatte kann von jedem beliebigen Internetzanschluss aus vorgenommen werden.

Hohe Bild- und Tonqualität
Bei garantierten Datenraten liefert IPTV höchste Bildqualität und echtes HD-Fernsehen.

Medienkonvergenz
Die Set-Top-Box macht das Fernsehgerät zum Dreh- und Angelpunkt für Kommunikation und Unterhaltung. Sie vereint Funktionen verschiedener Geräte und Medien. Fernbedienung oder Tastatur des Computers ermöglichen klassisches Fernsehen, HDTV, Video-Telefonie, Online-Spiele, Video-on-Demand, Aufzeichnung von Sendungen, Verwaltung eigener Bibliotheken oder auch Interaktionen z. B. Informationen aus dem Internet parallel zur Fernsehübertragung.

Interaktivität und Zusatzinformationen
Das größte Potenzial für neue Services und Funktionen des Fernsehens aus dem Internet liegt in der Interaktivität. Mit der Übertragung über IP wird ein Rückkanal als Voraussetzung für Interaktivität geöffnet. Der Zuschauer ist nicht mehr nur der Konsument ausgestrahlter Sendungen, sondern kann sich aktiv daran beteiligen. Vorstellbar sind die Teilnahme an Gewinnspielen oder das aktive Mitraten in der Quizsendung, der Zugriff auf vielfältige Zusatzinformationen wie z. B. die Bundesligastatistik, Filmlexika, Wettervorhersage oder auf Online-Bestellmöglichkeiten bis hin zum eigenen eBay-Account während der laufenden Fernsehsendung.
Sowohl die IPTV-Anbieter als auch konventionelle Anbieter haben ihre kreativsten Köpfe auf die Entwicklung neuer Formate und Dienstleistungen angesetzt, die das Fernsehen in ein Medium verwandeln können, das mit dem guten alten Fernsehen von vor sechzig Jahren nicht mehr viel zu tun hat.

Der lichte Fernsehhorizont ist aber nicht ganz ohne Schattenseiten, die vor dem Wechsel zu einem IPTV-Anbieter zumindest eine genaue Prüfung von Verfügbarkeit und Preisen nahelegen.

IPTV macht nur dann Spaß, wenn der Nutzer über einen leistungsfähigen, zuverlässigen und verzögerungsarmen Breitbandnetzanschluss verfügt. Ein DSL-Anschluss mit mindestens 6 oder besser 16 MBit/s ist Voraussetzung dafür, dass neben dem IP-Fernsehen auch andere Internetdaten in uneingeschränkter Qualität und Geschwindigkeit die Endgeräte erreichen.

Mit dem Vertragsabschluss bündelt der Kunde seine Kommunikationsdienste auf einem IP-basierten Netz. Änderungen beim Netzbetreiber wirken sich auf alle Kommunikationswege gleichzeitig aus. Die Tarifflexibilität für einzelne Dienste ist mit dem Paketpreis nicht mehr gegeben.

Weiterhin könnten über die IP-Adresse Nutzungsverhalten und –gewohnheiten verfolgt und Profile aus den gesammelten Daten erstellt werden. Die Grenzen zwischen möglicher Nutzung für z. B. personalisierte Werbung oder Angebote und notwendigem Datenschutz sind fließend.

Für IP-Telefonie, auch Voice over IP (VoIP), müssen die Kunden manchmal noch Einschränkungen in Zuverlässigkeit, Komfort, Sprachqualität und Verfügbarkeit gegenüber dem altbewährten Festnetz in Kauf nehmen.

Schlagwörter: Internetfernsehen, IP-Telefonie, IPTV, Set-Top-Box, Triple-Play, VoIP

RSS Artikel abonnieren (RSS)
Twitter Folge uns auf Twitter
Newsletter Newsletter abonnieren