Gut übernachtet dank Hotelbewertungen im Internet

20.11.2012 | Redaktion Hanseatic Bank Magazin | Kategorie Allgemeines

Online lassen sich ganz leicht Erfahrunsberichte zum gewünschten Hotel abrufenSeit jeher sind Sterne ein Qualitätssymbol für Hotels und Pensionen. Während Hotelfachverbände an europaweit gültigen objektiven Kriterien für die Vergabe einheitlicher Hotelsterne arbeiten, nutzen viele Urlauber die Sterne als Entscheidungshilfe, die sich aus der statistischen Zusammenfassung subjektiver Hotelbewertungen auf Reiseportalen und Buchungs-Webseiten ergeben. Doch wie glaubwürdig sind die privaten Hotelkritiken?

Wer seinen Urlaub mit Hilfe der Informationen aus dem Internet plant, kann auf reinen Hotelbewertungsportalen aber auch auf den Reise-Buchungsportalen schon vorab lesen, wie andere Gäste im Hotel empfangen wurden. Die Eindrücke, Hinweise und Erfahrungen anderer Menschen können das Bild aus offizieller Eigendarstellung und lobender Hotelbeschreibung der Reiseveranstalter sinnvoll ergänzen und/oder relativieren, wenn man nicht alles für bare Münze nimmt und sich des Charakters privater Meinungen bewusst ist.

Alles ist subjektiv.

Alle Hotelgäste haben ihre eigenen Vorstellungen und Prioritäten und werden dementsprechend unterschiedliche Umstände und Gegebenheiten kritikwürdig oder lobenswert finden. Die junge Familie freut sich über den zentral gelegenen Kinderpool, das sonnenhungrige ältere Paar empfindet das fröhliche Treiben vielleicht schon als Lärmbelästigung. Enttäuschung entsteht, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden und schnell erscheint dann alles im negativen Licht. Für schlechtes Wetter während des als Badeurlaub geplanten Hotelaufenthalts kann aber das Personal nicht verantwortlich gemacht werden.
Wie die Bewertung auf den Leser wirkt, hängt auch von der Einstellung des Verfassers ab. Der notorische Nörgler wird immer Kritikpunkte finden oder sich drastischer ausdrücken als der Gast, der um Objektivität bemüht ist.
Wer nützliche Informationen aus der Bewertung ziehen will, sollte auf jeden Fall mehrere gute und schlechte aktuelle Kritiken nachlesen und darauf achten, wer sie geschrieben hat (Singles, Familien, Alter), um die Bewertung anhand der eigenen Ansprüche einzuordnen. Von Hotelgästen eingestellte Fotos zeigen oft deutlicher, was mit einer Aussage wie „Dusche total versifft“ tatsächlich gemeint ist.

Gesetze der Statistik gelten.

Gibt es für ein Hotel nur wenige Bewertungen, fallen negative und positive Extreme bei der zusammenfassenden Note viel stärker ins Gewicht. Je mehr Bewertungen vorliegen, umso verlässlicher ist die Gesamtwertung. Um die Basis für die Beurteilung zu vergrößern, empfiehlt es sich, das Hotel auf mehreren Portalen anzuschauen. Inzwischen gibt es auch Web-Sites, die diese Funktion übernehmen und eine Gesamtbewertung aus portalübergreifenden Daten erstellen (z. B. http://www.trustyou.com/?lang=de).
Die Sternewertungen auf den Reiseportalen basieren nicht auf repräsentativen Umfragen. Den Bewertungen im Netz steht eine bedeutend größere Anzahl nicht bewerteter Übernachtungen gegenüber. Zudem machen enttäuschte Touristen ihren Frust eher öffentlich als zufriedene Gäste ihr Lob.

Fälschungen und Manipulation sind nicht ausgeschlossen.

Nicht jeder Verfasser bewertet ein Hotel aus dem uneigennützigen Motiv, die Öffentlichkeit objektiv zu informieren. Auf den meisten Portalen durchlaufen die Bewertungen einen mehr oder weniger effizienten Prüfungsprozess. Dennoch sind die Meinungsseiten anfällig für Manipulationen. Verringert werden sie auf Seiten, auf denen man nur Bewertungen einstellen kann, wenn man auch gebucht hat. Aus Gründen der Eigenwerbung oder Missgunst gegenüber Konkurrenten werden erfundene besonders positive bzw. negative Beiträge oder falsche Informationen veröffentlicht. Zu erkennen sind sie häufig an der sehr allgemeinen Formulierung, besonders blumigen Sprache oder an Ausdrücken, die nach Werbeprospekt klingen. Tauchen dann dieselben Texte auf mehreren Portalen auf, ist der Verfasser sicher nie Gast im Hotel gewesen.

Gute Hotelkritiker begründen ihr Urteil.

Gäste, die eine für andere nützliche Hotelkritik abgeben wollen, bleiben bei den Tatsachen und verzichten auf hemmungsloses Gemecker, persönliche Kritik sowie überschwängliches Lob. Sie unterscheiden zwischen Unannehmlichkeiten, die auf Grund einer speziellen einmaligen Situation entstanden und grundsätzlichen Mängeln des Hotels. Werden Minuspunkte vergeben, sollte die Entscheidung begründet werden. Tatsachenbehauptungen bedürfen eines Beweises. Subjektive Meinungsäußerungen sollten als solche erkennbar sein. Das Essen ist nicht zwangsläufig schlecht, nur weil es für den Geschmack des Verfassers zu wenig Gemüse gab.

Bildrechte: contrastwerkstatt – Fotolia.com

Schlagwörter: Buchungsportal, Hotelbewertung, Hotelkritik, Reiseportal

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